Inszenierungen

 

Bisherige Inszenierungen:

Hier ein Überblick über meine bisherigen Inszenierungen beim Stadttheater Kufstein.

23: BRUNO – ein Mann aus Nola (März 2027)

Rom, am 17. Februar, 1600: Giordano Bruno steht brennend am Scheiterhaufen, während die prägendsten Ereignisse seines Lebens ein letztes Mal vor seinem geistigen Augen vorüberziehen: seine Kindheit in Nola, seine Zeit als Mönch, seine Verbannung, seine Begegnungen mit Kaisern und Königen, seine Reisen nach Paris, London und Prag, seine Versuche als Theatermacher, sein tiefer Fall vom Universitätsprofessor zum alchemistischen Scharlatan. Noch einmal erinnert er sich an seine großen Visionen von einem unendlichen Kosmos mit vielen bewohnten Planeten – und von einer Menschenwelt, in der das Denken frei ist und niemand aufgrund von Glaube und Nationalität benachteiligt wird.

16d: Jedermann (Juni 2026)

Zum vierten Mal schon spielten wir „Jedermann“ in jener ungewöhnlichen Kufsteiner Fassung, welche so viel weltlicher und weiblicher ist als das Original. Einmal mehr strömte reichlich Publikum zu den stets ausverkaufen Aufführungen, welche mit dem bewährten Bühnenzauber am Vorhof der Festung Kufstein überzeugen konnten: opulente Tanzeinlagen, beeindruckende Lichteffekte, die schiere Vertikalität der Burg als Bühnenhintergrund, der Teufel im Panoramalift, der Tod in den Fenstern der steinernen Treppen, aufwändige Kostüme, mitreißende Musikuntermalung – und überall fallen die Würfel in stets neuen Kombinationen.

22: Warten auf Godot (April 2026)

“Warten auf Godot” war für mich die Jubiläumsproduktion anlässlich der 20 Jahre, die ich jetzt schon  quasi ohne Unterbrechung für das Stadttheater Kufstein Stücke inszeniert hatte. Nun ging ich zurück zu den Wurzeln und zeigte noch einmal meine allererste Produktion. Vieles war so wie damals. Und doch führten zwei Jahrzehnte intensive Theatererfahrung sowie die wunderbaren Möglichkeiten des Kultur Quartiers, von dem wir damals ja nur träumen konnten, dazu, dass „Warten auf Godot“ im Jahre 2026 völlig anders anmutete als anno 2006. Wichtig war mir auch, den Humor, der in diesem Stück an allen Ecken und Enden verborgen liegt, nicht zu kurz kommen zu lassen.

21: Hamlet (Februar 2025)

Forscht man nach einer Auflistung der bedeutendsten und wirkmächtigsten Theaterstücke der Weltliteratur, so findet man „Hamlet“ meist an allererster Stelle. Shakespeares längste und legendärste Tragödie stand daher schon lange auf meiner „To Do“-Liste. Allerdings galt es, zuvor einen Hauptdarsteller und ein Ensemble zu finden, mit dem sich dieses schwierige Unterfangen erfolgreich durchführen ließe. In meinem ehemaligen Theaterschüler Dominik Bubalo, der schon mehr-fach sein Können gezeigt hatte, fand ich schließlich einen geeigneten Hamlet, welcher das Ensemble – bestehend aus Routiniers und Routinierinnen des Stadttheaters sowie aus blutjungen Schüler:innen – anführte. Die drei Stunden Spielzeit vergingen stets wie im Flug. Immer gelang es, die Spannung zu halten.

Besonders ins Gedächtnis geprägt haben sich mir das Spiel mit der Glühbirne; die beweglichen Bühnenelemente, auf die allerlei projiziert wurde, die Tanzchoreografie der Schauspieler:innen, die herrlich gelungene Fechtszene und die Interaktion mit dem Publikum. Auch die Totengräber-Szene glückte uns je-des Mal wieder. Auch die Geisterszenen – in denen Martin Heis ein-mal mehr als Projektion auftrat – waren packend und schön.

16c: Jedermann (Juni 2024)

Nach den zwei erfolgreichen Jedermann-Saisonen der Sommer 2018 und 2022 kommen wir dem Wunsch unseres Publikums nach und zeigen nochmals unsere Kufsteiner Fassung des unsterblichen Bühnenklassikers „Jedermann“. Wir bleiben bei unserem geglückten Rezept und spielen dieses Stück in eben jenem neuartigen Kleide, wie wir es schon damals taten. Man bleibt dem schönen Klang der Hofmannsthal’schen Kunstsprache treu, traut sich jedoch, Sinn und Geschlecht ins Gegenteil zu verkehren und schreckt dabei nicht vor modernen Elementen zurück. Dabei entsteht etwas völlig Neues und ungemein Reizvolles … Auf jeden Fall ist unser „Jedermann“ ganz anders als anderswo – und auch ein bisschen anders als in den bisherigen Saisonen: mit neuen Liedern, neuen Partygästen (u.a. der Kufsteienr LGBTIQ+ Ikone Betty Pearl), neuen Choreographien und anderen Überraschungen.

20: Der Tod und das Mädchen (Mai 2023)

Nachdem es im Jahre 2022 dann doch endlich gelungen war, „Jedermann“ wiederauferstehen zu lassen, plante ich ein Jahr später meine zweite Inszenierung im Kultur Quartier. Hierfür hatte ich mir einen packenden Psychothriller auserkoren. Schon als Jugendlicher hatte mich die Verfilmung von Ariel Dorfmans „Der Tod und das Mädchen“ unter der Regie von Roman Polanski restlos begeistert. Nun wollte ich dieses Drei-Personen-Stück selbst auf die Bühne stellen. Sieben Jahre, nachdem ich in „Kosmetik des Bösen“ unter der Regie von Maria Elisabeth Reitberger eine so wunderbare Hauptrolle spielen durfte, konnte ich mich nun revanchieren und auch ihr eine nicht minder facettenreiche Rolle geben.  Klaus Schneider und ich selbst komplettierten das Trio. Wir waren ein hervorragendes Team. In amüsant konstruktiver Probenarbeit gelang es uns, die nötigen psychischen Abgründe dieses Dramas best-möglich sichtbar zu machen. Auch die unmittelbare Relevanz der Geschichte rund um sexualisierte Gewalt und Folter im Angesicht eben solcher Vorkommnisse in der russisch besetzten Ukraine kam deutlich zum Vorschein. Das Stück begeisterte viele, errang auch den „Nacht der Kunst“-Preis für das beste Theaterstück und räumte fast sämtliche vereinsinterne „Vokus“ ab. Auf die Aufführungen im Kultur Quartier folgten Gastspiele in Grein an der Donau, Axams und Wörgl.

16b: Jedermann (Juni 2022)

Endlich, pandemiebedingt zwei Jahre später als geplant, kommt es zur heiß ersehnten Wiederaufnahme der erfolgreichen Jedermann-Inszenierung von 2018. Aber nicht alles bleibt hier beim alten. Es gibt eine neue Hauptdarstellerin, neue Songs und neue Regieeinfälle. Erneut aber bleibt man dem schönen Klang der Hofmannsthal’schen Kunstsprachs treu, traut sich jedoch, Sinn und Geschlecht ins Gegenteil zu verkehren.  Dabei entsteht etwas völlig Neues und ungemein Reizvolles …

Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein spektakuläres Freilichttheater im historischen Ambiente des Festungsneuhofs. Eine hölzerne Tribüne mit Überdachung stellt sicher, dass das Publikum auch bei Regen trocken bleibt.

19: Ödipus Rex (Juni 2021)

45 Tage – Nie war die Zeit zwischen dem Entschluss, ein Stück zu inszenieren und dessen Premiere so kurz wie dieses Mal. Warum so spontan? Weil wir ursprünglich in diesem Sommer ein zweites Mal „Jedermann“ spielen wollten. Die Hoffnung war groß, dass bis zum Sommer sämtliche Covid19-Sicherheits-vorkehrungen gelockert würden. Erst Anfang Mai wurde klar, dass dem nicht so ist. Ein Stück mit großem Ensemble und körperlicher Nähe war weder möglich noch verantwortbar. Schweren Herzens zogen wir die Reißleine, sagten „Jedermann“ ab und waren erst einmal ein paar Tage lang traurig. Doch dann erinnerte ich mich an Ödipus – ein Stück mit kleinem Ensemble, welches sinniger Weise von einer Epidemie handelt. Körperliche Distanz zwischen den Akteur:innen war also sogar inhaltlich geboten. Das Stück zeigt uns, was eine Epidemie mit einer Gesellschaft macht und wie emotional aufgeladen, die Ursachenforschung nach dem Grund der Krankheit sein kann. Konnte ein Stück besser passen? Mit strengen Kontrollen war es im Sommer 2021 also allen frisch Getesteten möglich, im Festungsneuhof eine fulminante Ödipus-Inszenierung zu erleben. Da wir eine Stunde früher starteten als beim „Jedermann“ stammte das einzige künstliche Licht aus zwei Taschenlampen, die zu Ende des Stücks zum Einsatz kamen. Auch ein Video-Call mit dem Hirten war Teil der Handlung. Klaus Schneider gab einen famosen Ödipus, Hildegard Reitberger spielte Iocaste, Franz Osl den Kreon.

18: Richard III (Feb 2020)

„You ought to direct ‚Richard III’”, sagte mir mein überaus talentierter Schüler Ádám Hevér irgendwann im Jahre 2019. Tatsächlich hatte ich damals zwar schon mehr als die Hälfte aller Shakespeare-Stücke gelesen, noch nie aber sein wohl berüchtigtstes Königsdrama, mit einem der faszinierendsten Bösewichte der Theatergeschichte. Ich las, war begeistert und konnte es kaum erwarten, dieses Stück auf die Bühne zu stellen. Zudem würde es meine erste Inszenierung im Kultur Quartier Kufstein werden. Anders als andere wollte ich die gesamte Tiefe der Bühne nutzen und die Sichtlinien vom Publikum bis in die entlegensten Winkel dringen lassen. Auch die weiß-grauen Bühnenelemente würden in immer neuen Kombinationen in rasantem Wechsel Thronsaal, Zelle, Schlachtenlandschaft und mehr zeigen. Für die Hauptrolle kam nur einer in Frage. Zum ersten Mal seit fünf Jahren arbeitete ich wieder mit Gunther Hölbl zusammen und spielte selber den zwielichtigen Diener Catsby an seiner Seite, welcher gleich mehrere Rollen des Originals in sich vereinigt. Brigitte Einkemmer, Martin Heis, Klaus Schneider, Stefanie Telser und viele andere komplettierten das Ensemble. Besonders gut gelang die Szene der Verführung der Lady Anne. Auch das Ende war fulminant. Leider verhinderte der Beginn der Covid-Pandemie die letzte geplante Aufführung.

17: Sommernachtstraum (Juni 2019)

Wie reizvoll es doch war, fern aller Technik am Berge Theater zu spielen. Am Hügel hinter dem Weinbergerhaus auf über 1200 Metern Höhe spielten wir Shakespeares Sommernachtstraum und waren da-bei Wind und Wetter schutzlos aus-geliefert. Die Sonne war unser einziger Scheinwerfer; auch Musikeinspielungen gab es nicht. Mit dem Kaiserlift kamen bei jeder Aufführung bis zu 200 Zuschauer:innen zu uns herauf und erfreuten sich an unserem Spiel in freier Natur. Reiz-voll war es auch für mich selbst, eine Dialektrolle zu spielen und als Regisseur der einfachen Handwerker das Stück im Stück zu inszenieren. Logistisch stellt so ein Spiel am Berg natürlich eine große Herausforderung dar. Was, wenn ein Sturm aufzieht? Auch bei Kälte und Regen muss geprobt werden.
Kuhfladen und Zecken machen es auch nicht leichter, sich den grünen Hügel hinabzurollen. Und doch kam immer wieder die Sonne zum Vorschein und das Publikum dankte uns für unsere Mühen. Es gibt wohl kaum ein anderes Stück, das so sehr für das Draußen geschrieben wurde, wie der Sommernachtstraum. Die meisten Szenen spielen ohnehin im tiefen Wald und auf der Wiese. Allesamt haben wir in diesem Sommer viel Zeit in freier Natur verbracht.

16a: Jedermann (Juni 2018)

Einen „Jedermann“ wie ihn die Welt noch nie gesehen hat … Das Stadttheater Kufstein zeigt das berühmt berüchtigte Kultstück von Hugo von Hofmannsthal  in völlig neuem Kleide. Man bleibt dem schönen Klang der Hofmannsthal’schen Kunstsprach treu, traut sich jedoch, Sinn und Geschlecht ins Gegenteil zu verkehren.  Dabei entsteht etwas völlig Neues und ungemein Reizvolles …

Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein spektakuläres Freilichttheater im historischen Ambiente des Festungsneuhofs. Eine hölzerne Tribüne mit Überdachung stellt sicher, dass das Publikum auch bei Regen trocken bleibt.

15: Abendrot (Okt 2016)

Was macht ein Menschenleben aus? Sind wir denn mehr als der schöne Schatz unserer Erinnerungen?

Im ersten Teil des Stückes lernen wir Protagonistin Egilda in einem Café kennen und tauchen vor dem Hintergrund des bunten Treibens tief in ihr Leben ein, in ihre Träume, in ihre Aussichten und Absichten. Doch dann ändert sich alles. Nach einem einschneidenden Erlebnis sieht sich Egilda plötzlich gezwungen, gegen das Gesetz zu verstoßen und die Moralvorstellungen ihrer Mitmenschen in Frage zu stellen. Denn sie ist frei und ihre Freiheit lässt sich nicht einsperren.

Am Ende steht die große Frage: Was würde man selbst tun? Würde man Egilda an ihrem Vorhaben hindern wollen? Oder würde man ihr sogar helfen wollen und sich dabei strafbar machen? „Abendrot“ ist Theater, das niemanden kalt lässt, Theater, das uns zeigt wie zerbrechlich und kostbar das Leben doch ist.

14 Der Weibsteufel (Juni 2015)

Im Frühsommer 2015 bot sich die Möglichkeit, ein Theaterstück in der Scheune des urigen Örlachhofs in Schwoich zu inszenieren. Möglich machte dies der Besitzer Anton Rieder, welcher auch ein langjähriger Freund des Stadttheaters Kufstein ist. Zum zweiten Mal brachte ich also ein Tiroler Volksstück auf die Bühne und verbrachte schöne Stunden damit, den „Stadl“ zum Theatererlebnis umzufunktionieren. Schönherrs Weibsteufel eignete sich dafür ausgezeichnet. Stefanie Telser, Gunther Hölbl und Hannes Reitberger spielten die Hauptrollen der emotionsgeladenen Dreiecksbeziehung dieses Stücks. Natürlich durfte auch der Bezug zur Gegenwart nicht fehlen. Statt wertvollen Stoffen schmuggelt der „Schneider“ diesmal Geflüchtete über die Grenze, welche in Scharen aus einer Falltür im Boden gekrochen kamen. Im Nach-hinein mutet dies geradezu prophetisch an, stand die große Fluchtbewegung von 2015 doch erst bevor. Als Musikuntermalung dien-ten Einspielungen vom Häringer Harfentrio und Rammstein. (Letztere würde ich heute natürlich nicht mehr verwenden.) Was waren dies für spannende Sommernächte.

13: Rettungsboot an Unbekannt (März 2015)

Inspiriert von David Bowies „Space Oddity“ schrieb ich Anfang 2015 eine Art Kriminalstück, welches an Bord der Rettungskapsel eines verunglückten, interstellaren Kolonieschiffes spielt. Doch warum ist das Raumschiff explodiert? Ist dafür gar eine der drei Personen verantwortlich, die es in die Rettungskapsel geschafft haben? Wer sind die drei? Und warum haben sie die von Krieg und Klimakrise gebeutelte Erde verlassen, um einen fernen Planeten der Hoffnung namens Erlagon zu erreichen? Wer lügt hier? Wer sagt die Wahrheit? Und wie gehen sie damit um, dass die lebenserhaltenden Nährstoffpillen mit jedem Tag weniger werden. Zu zweit würde man länger aushalten. Doch wer soll sich opfern? Als schließlich ein rettender Funkspruch eintrifft wird klar: Jemand muss sterben, damit die anderen leben.  Gemeinsam mit Albin Winkler und Maria Reitberger stand ich in diesem Stück auf der Bühne im Kulturhaus Kufstein, welche das Innere einer im All schwebenden Rettungskapsel zeigte. Das Besondere an diesem Bühnenbild war auch, dass eine Kamera uns von schräg oberhalb des Hintergrundes filmte und dieses Bild live mit Rückprojektion auf die Bühnenrückseite projiziert wurde. Man sah uns also immer alle doppelt, von vorne und hinten gleichzeitig. Man konnte mit dem Rücken zum Publikum stehen und diesem dennoch in Großaufnahme sein Gesicht zeigen.

12: Lucy & Glibsch (Juni 2014)

Wieso nicht auch einmal ein Musical schreiben? Einen Versuch war es wert. Wir hatten sehr gute Singstimmen im Ensemble und mit Nelly Weinert und Herbert Oberhofer auch zwei wunderbare Hauptdarsteller:innen. Ich schrieb also während eines halbjährigen Forschungsaufenthalts in Frankreich ein berührendes Science-Fiction Musical, eine kleine Hommage an Carl Sagan, mit viel Witz und schriller Situationskomik. Als Komponisten für die bereits fertigen Lyrics fanden wir Stefan Fritz, der ein paar wunderbare Melodien fand. Songs wie „Weißt du wieviel Sterne stehen“ und „Flieg!“ klangen uns lange in den Ohren. Die großflächigen Bühnenhintergründe zeigten außer-irdische Landschaften und ein Sternenmeer. Highlight war sicherlich auch unser selbstgebautes Raumschiff, das dank Hebebühne weit über dem Stadtpark schwebte und über viele Scheinwerfer und sogar einen LCD-Screen verfügte. Es gelang damit, die Bruchlandung des Außerirdischen Glibsch und den späteren Aufbruch zurück zu den Sternen herrlich umzusetzen. Auch die selbstgebastelten Alien-Masken der Bewohner des Planeten Sül gelangen. Mit Live-Musik, über 20 Songs, zahlreichen Choreografien von Reda Roshdy, opulenter Bühnentechnik, großer Zuschauertribüne und vielem mehr erzählten wir also die Geschichte einer Freundschaft, die Sternensysteme zu überbrücken vermag. Der große Publikumserfolg blieb leider aus, auch des schlechten Wetters we-gen. Nach zehn Aufführungen im Stadtpark folgte 2015 noch eine Wiederaufnahme im Stadtsaal.



11: Antigone (Jan 2014)

Schon Jahre zuvor hatte ich die Antigone des Sophokles gelesen und war begeistert von Spannungsgrad und Gegenwartsrelevanz dieses Stoffes. Ein über 2400 Jahre altes Stück zu inszenieren, war eine Herausforderung, die mich reizte. Ich kürzte das Stück drastisch und fasste viele Rollen zu jener des Wächters zusammen, für welchen ich auch einen komplett neuen Monolog schrieb, welcher dem Publikum das Eintauchen ins antike Theben erleichterte. Unsere „Anti-gone“ wurde als immersives Stubenspiel konzipiert. Da war keine Bühnenkante zwischen uns und dem Publikum. Wir spielten in einem winzigen Kreis umrundet von 100 Zusehenden. Publikum blickte auf Publikum. Ja mehr noch: die Zusehenden selbst wurden zu Bürgern Thebens, die direkt angesprochen wurden und sich als Teil der Handlung fühlten. Stefanie Telser spielte die Titelrolle mit Bravour. Dazu kamen Klaus Schneider, Gunther Hölbl, Varina Weinert, Hanspeter Teufel und andere. Auch mit diesem Stück gingen wir auf Tournee. Wir spielten in Stadt Haag, Innsbruck, Imst, Thiersee, Fiss, Tristach und Schwendau im Zillertal. Schließlich wurde das Stück sogar mit dem Tiroler Volksbühnenpreis ausgezeichnet.



10 Wenn die Welt untergeht … (Dez 2012)

Manchmal beginnt alles mit einem Song. Der Radiowecker meiner WG in Innsbruck weckte mich eines schönen Morgens mit Barry McGuires „Eve of Destruction“. Und die Fantasie sprintete los. Während der Morgenroutine nahm ein Theaterstück Form an und als ich mit dem Rad in meinem Büro an der Natur-wissenschaftlichen Fakultät ankam, war im Geiste alles schon fertig. Noch am selben Abend brachte ich dann „Wenn die Welt untergeht …“ zu Papier – ein abwechslungsreiches Stück, das mit einer Wette zweier Physiker beginnt und schließlich zur Entstehung eines Weltuntergangsmythos führt – passend zum damals verbreiteten Geschwurbel, dass die Welt laut Maya-Kalender am 21.12. 2012 untergehen würde. An diesem Datum feierten wir dann in Innsbruck im Theater diemonopol Premiere und spielten in Folge noch viele Male in Kufstein. Mit Albin Winkler und Karolina Astl standen erstmals zwei Menschen in größeren Rollen auf der Stadttheater-Bühne, die auch später noch große Rollen in meinen Inszenierungen spielen würden. Gerne erinnere ich mich auch an die gekonnte Musikuntermalung mit eigens komponierten Songs von Stefan Fritz, zum größten Teil performt von Nelly Weinert. Der brennende Absinth in den Gläsern, die Feierstimmung bei jeder Aufführung – mit dem Weltuntergang verbinde ich viele schöne Erinnerungen.

9: Kosmische Strahlen! (Mai 2012)

Als Astroteilchenphysiker beschäftigte ich mich beruflich viele Jahre lang mit kosmischen Strahlen und deren Folgeerscheinungen im All. Als sich deren Entdeckung durch den österreichischen Physiker Victor F. Hess zum 100. Mal jährte, bot sich die Gelegenheit, das Leben dieses Nobelpreisträgers als Theaterstück zu erzählen und damit auf Tournee zu gehen. Es war dies meine zweite Zusammenarbeit mit Hanspeter Teufel, der einen groß-artigen Hess verkörperte. Mit von der Partie waren auch Franz Osl, Stefan Schimmele und meine spätere Frau Maria. Gemeinsam spiel-ten wir dieses Stück in Innsbruck, Kufstein, Rosenheim, Wien, Graz, Pöllau, Stift Melk, Berlin, Siegen und im westfälischen Münster. In Ham-burg wurde zudem die Videoaufzeichnung des Stückes gezeigt. Nur ein Gastspiel bei den H.E.S.S. Teleskopen in Namibia scheiterte aus organisatorischen Gründen. Die Inszenierung selbst zeichnete sich durch den starken Einsatz von Hintergrundprojektionen aus. Unser damaliger Bühnenmeister Lois Pfurtscheller baute für uns einen Ballonkorb, in welchem die erste Szene spielte – in mehreren tausend Metern Höhe – hoch über Böhmen.



8: Die Thurnbacherin (März 2012)

Immer ausverkaufte Vorstellungen, Verlängerungstermine, Gastspielangebote, standing ovations und Applaus ohne Ende. Keiner meiner bisherigen Inszenierungen vermochte das Publikum so sehr in ihren Bann zu ziehen wie „Die Thurnbacherin“. Ich danke allen, die dabei waren und die mithalfen, dieses Projekt möglich zu machen.
Wir schreiben das Jahr 1910. Hoch über dem Tal liegt der Thurnbachhof. Nach langem Siechtum ist der junge Bauer endlich tot. Zurück bleiben sein greiser Vater, sein Bruder und seine Witwe, die nun als Thurnbacherin das Sagen auf dem Hof hat – sehr zum Missfallen von Schwager und Schwiegervater. Außer diesen dreien hausen auf Thurnbach noch ein Knecht und eine Magd – sonst niemand mehr. Was sich anfänglich wie ein einfaches Volksstück anhört, ist in Wahrheit Psycho-Terror vom Feinsten: Ein verhängnisvolles Labyrinth aus Liebe und Hass, ein Strudel der gegenseitigen Abhängigkeit, genährt von Machthunger und sexueller Begierde. Hinzu kommt der lange Schatten eines schrecklichen Verbrechens, welches niemals ans Licht kommen darf.



7: Cyrano von Bergerac (Mai 2011)

Edmond Rostands Versdrama aus dem Jahre 1897 erzählt wohl eine der berührendsten und schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur. „Cyrano von Bergerac“ ist zugleich romantische Komödie und heroisches Heldenepos, die Geschichte einer großen Täuschung und eines unsterblichen Sehnens, ein Märchen von epischem Ausmaß basierend auf einer wahren Begebenheit. Spätestens seit der oscargekrönten Verfilmung mit Gérard Depardieu hat dieses Stück Weltruhm erlangt. Mit einem Ensemble von über vierzig Mitwirkenden wagte ich mich mit dem Stadttheater Kufstein im Sommer 2011 an dieses große Abenteuer. Wir spielten erneut in der Festungs-Arena Kufstein, jedoch gegenüber jenem Ort, wo sich die Bühne bei der „Dreigroschenoper“ befunden hatte. Zum ersten Mal kamen die großen Hintergrund-transparente unseres neuen Bühnenmeisters Steffen Weinert zum Einsatz. In den Hauptrollen brillierten Christoph Dolar, Varina Weinert und Stefan Bric, die ein mehr als dreißigköpfiges Ensemble anführten. Das Publikum war sichtlich gerührt und begeistert über unse-ren Einsatz. Schlachtenszenen, Bühnenelemente wie Häuser und Kutschen, strahlende Hintergrund-transparente und beeindruckende schauspielerische Leistungen zeichneten diese Produktion aus. Im fünften Akt hatte wohl kaum jemand keine Tränen in den Augen.



6: Bunbury (Jan 2011)

Die vielleicht lustigste Komödie der Weltliteratur durfte ich anno 2011 auf der Kulturhaus-Bühne in Kufstein inszenieren. Gemeinsam mit Bernhard Buchauer spielte ich selbst eine der beiden Hauptrollen. Sehr zufrieden war ich aber auch mit dem antinaturalistischen Bühnenbild, das mit nur wenigen Griffen von „Algernon’s Home“ in „Cecily’s Garden“ verwandelt wurde. Auch die von oben herabfallende Schaukel war ein Highlight, eben-so die vielen Butterbrote, die auf der Bühne verzehrt werden mussten. Rasend schnelle, durchchoreografierte Umbauten begleitet von schwungvollen Klängen trugen dazu bei, diese Komödie mit ihrem wunderbaren Wortwitz zum unvergesslichen Erlebnis zu machen – für die Mitwirkenden und für das Publikum. Gewagt war sicherlich der Vorspann, in welchem wir Oscar Wildes kunstphilosophisches Vorwort seines Romans „The Picture of Dorian Gray“ in deutscher und englischer Sprache deklamiert haben.

5: Die Dreigroschenoper (Juni 2010)

Mit einem Ensemble von über vierzig Mitwirkenden, mit selbstentworfener, zweistöckiger Drehbühne im Dreiecksgrundriss, mit opulenten Kostümen, mit über zwanzig Songs, mit Chorgesang und Choreografien war die legendäre „Dreigroschenoper“ von Brecht und Weill wohl eines der aufwändigsten Stücke, das ich je auf die Bühne gebracht habe. Auf der Festungsarena Kufstein errichteten wir hierfür eigens ein Podest, darauf dann die riesige, mobile Bühne, deren Seiten Gefängnis, Pferdestall, Peachums Haus und die Rotlichtfenster des Bordells zeigten. Darüber ragte der Galgen für die Schlussszene in die Höhe. Richard Wieser spielte zu allen Liedern live am Klavier. Gunther Hölbl, Harald Rella, Brigitte Einkemmer, Susanne Anker, Herbert Oberhofer und viele andere spielten ihre Rollen mit Bravour. Selten kos-tete eine Inszenierung so viel Mühe. Im Nachhinein blicke ich aber auch mit sehr viel Stolz zurück auf unsere Dreigroschenoper-Zeit, deren Lieder mir immer noch in den Ohren klingen.

4: Der Held (Feb 2009)

Der Held ist eines meiner eigenen Theaterstücke und wurde anlässlich des zweihundertsten Jubiläums des Tiroler Freiheitskampfes von mir inszeniert. Ich setze mich darin mit der Thematik Heldentum auseinander. Eine erstklassige Besetzung und viel kreatives Potential machten auch diese Produktion zum Erfolg. Am 20. Februar feierten wir eine fulminante Uraufführung, zu der auch ein wunderbares Publikum seinen Beitrag leistete. Aufgrund der großen Nachfrage gab es zwei Zusatzaufführungen.

3: Viel Lärm um nichts (Juni 2008)

„Viel Lärm um Nichts“ war meine erste Groß- und Freilichtproduktion. Sie fand im Sommer 2008 am Ufer des Stimmersees statt. Das Publikum saß zentral. Gespielt wurde rund herum, sogar auf einem Boot am See. Über fünfzig Mitwirkende halfen mir diese schönste aller Komödien Shakespeares in dieser herrlichen Naturkulisse zu zeigen. Wir haben gespielt, gelebt, getanzt und gesungen. Schöne Choreographien, eigens komponierte Arien und die gut gewählte Besetzung lockten weit mehr Zuschauer ans Seeufer, als wir uns erhofft hatten.

2: Geschlossene Gesellschaft (März 2007)

Die Geschlossene Gesellschaft – Sartres famoses Gedankenexperiment einer möglichen Hölle der psychologischen Abhängigkeit – war wohl eines der intensiveren Stücke, die ich im Laufe der Jahre auf die Bühne brachte. Psychoterror pur. Bei jeder Vorstellung hätte man eine Stecknadel fallen hören können – so konzentriert beobachtete das Publikum die Leidenden auf der Bühne. Der Erfolg blieb nicht aus. Sogar eine Zusatzvorstellung musste gegeben werden.

1: Warten auf Godot (April 2006)

Warten auf Godot – der Klassiker des absurden Theaters – war als allererste Inszenierung sicherlich eine gewagte Wahl und eine große Herausforderung. Man nehme ein Stück, in dem nichts geschieht, das voller unsinniger Dialoge und bar jeder Logik ist und versuche damit das Publikum zu begeistern. Ein Ding der Unmöglichkeit? Keineswegs.

Gut gewählt war die Musikuntermalung. Die Melodien und Texte von „The Doors“ harmonierten prächtig mit dem verzweifelten Pathos dieser wunderbaren Tragikomödie.

Pressestimmen:

Es war eine Premiere der Sonderklasse, ein Stück so intensiv wie ein Thriller, meisterlich inszeniert von Regisseur Klaus Reitberger. Mit der Thurnbacherin zeigten Brigitte Einkemmer, Gunther Hölbl, Reinhard Exenberger, Hannes Reitberger, Christl Lutz und Alois Pfurtscheller, auf welch außergewöhnlichem Niveau das Ensemble des Stadttheaters Kufstein zu spielen vermag. Intensiv und abgründig die Vorlage von Rudolf Greinz aus dem Jahr 1910. Meisterlich inszeniert von Klaus Reitberger mit intensiver Musik und multimedialen Elementen. Sechs Schauspieler, ein Raum und menschliche Abgründe, die das Publikum sofort fesselten. Volksbank-Direktor Wolfang Schauer: „Das beste Theaterstück, das ich je gesehen habe.“ Zum Schluss gab’s Standing Ovations für das Ensemble, das in dieser Inszenierung bis an seine Grenzen und wohl auch darüber hinaus gehen musste, um das Publikum in die abgrundtiefe Seelenwelt der Thurnbacherin zu entführen. Besser geht’s nicht.

Christian Mey – „Kufsteinerin – das Magazin“

Mit dem Volksstück „Die Thurnbacherin“, geschrieben von Rudolf Greinz, startet das Kulturhaus Kufstein in das diesjährige Theaterjahr. Regie führt Klaus Reitberger. Am Freitag, dem 23. März 2012, besuchte ich besagtes Kulturhaus, um mir eine von insgesamt sieben Aufführungen anzusehen. Knapp 150 Zuschauer erschienen an diesem Abend zu dem Volkstheater. Mit „Die Thurnbacherin“ habe ich die Möglichkeit bekommen, mein Theater-Repertoire sehr positiv bereichern zu können. Um es schlicht und einfach zu sagen: Ich war begeistert. Und zwar aus mehreren Gründen: Einerseits fand ich die Geschichte, die bei diesem Stück erzählt wird, unglaublich spannend – es ist einfach einmal etwas anderes als die klassischen, lustigen und leichten Volksstücke, die man normalerweise zu sehen bekommt. Bei diesem Stück stand die Dramatik klar im Vordergrund. Die sich abwechselnden Szenen aus sowohl körperlicher als auch in Dialogen vorkommender Gewalt und Leidenschaft erzeugten einen Spannungsbogen, der sich am Schluss durch den Mord an der Thurnbacherin schlagartig entladen hat. Andererseits haben die mitwirkenden Darsteller eine wirklich großartige schauspielerische Begabung gezeigt – und zwar alle. Jedem Einzelnen habe ich seine gespielten Emotionen voll und ganz abgekauft. Auch die Gäste, die ich interviewt habe, waren restlos begeistert. Man darf sich also schon wieder auf das nächste Stück, wo ebenfalls Klaus Reitberger Regie führt, freuen! 

Isabella Traunfellner – mein-ticket.at

Tiroler Volkstheater Kufstein greift Shakespeare auf und begeistert sein Publikum mit einer der echten Perlen unter allen Sommerkomödien dieser Welt. […] Nachdem alle Dasteller/innen ebenso dezent wie wirkungsvoll mit Mikrofon verstärkt werden, kann Regisseur Klaus Reitberger die einzelnen Szenen in ständigem Wechsel sehr mobil rund um sein Publikum anlegen, was dem Stück eine zusätzliche Dynamik gibt, zumal der ambitionierte blutjunge Regisseur seine Inszenierung ganz eng an Shakespeares Text entlangführt. […] Die Inszenierung von „Viel Lärm um nichts“ ist ein echtes Highlight dieses Theatersommers.

Christine Frei – Tiroler Woche, Juli 2008

Der Kufsteiner Jungdramatiker Klaus Reitberger führt Regie. Mit erstaunlicher Selbstsicherheit und kompetent führt der junge Regisseur das große Ensemble, das mit vielseitigen Begabungen besticht, durch das Labyrinth der Gefühle und Leidenschaften der Shakespearewelt.

Ekkehard Schönwiese – Darstellendes Spiel, Juli 2008

Nach der gelungen Premiere an einem lauen Vorsommerabend und weiteren erfolgreichen Freilichtaufführungen zeigt das Stadttheater Kufstein Bert Brechts „Dreigroschenoper“ noch and folgenden Terminen […]. Mit über fünfzig Mitwirkenden wagte sich das Ensemble rund um Regisseur Klaus Reitberger an Brechts Kultstück aus den 20er Jahren, untermalt mit der unsterblichen Musik von Kurt Weill. Der Kulissenaufbau ist hervorragend gelungen, die Schauspieler hatten ihre Rollen und die schrägen Songs bestens einstudiert – und hinterließen bereits bei der Premiere ein begeisteres Publikum

Brigitte Eberharter, Tiroler Woche, Juni 2010

Die Begeisterung war spürbar […] Es war eine gelungene Uraufführung vor ausverkauftem Saal. […] Der Schlussapplaus war überwältigend. Wenn Theater mehr sein soll als bloße Unterhaltung, wenn es aufrütteln und Denkanstöße geben soll, dann ist das dem Stadttheater voll und ganz gelungen.

Premierenbericht zu „Der Held“ – Tiroler Woche, März 2009

Allgemein

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