Der Held


Während man in ganz Tirol dem vermeintlichen Helden Andreas Hofer an seinem 200. Todestag gedachte, feierte beim Stadttheater an diesem Tag ein Stück Premiere, dessen Protagonist ein pazifistischer Schriftsteller ist. Dieser lebt aber in einer Welt, die Tirol anno 1809 nicht unähnlich ist. Auch dort gibt es einen „Helden“. Auch dort gibt es Konflikte zwischen Einheimischen und Fremdherrschern, zwischen Vätern und Söhnen, zwischen Idea-listen und Realisten – und mitten-drin der exzentrische Schreiberling August Rading. „Der Held“ war das erste Stück aus eigener Feder, das ich beim Stadttheater zur Aufführung brachte – und gleichzeitig auch das erste Stück mit Hanspeter Teufel in der Hauptrolle, der eine beeindruckende Leistung zeigte. Das detailreiche Bühnenbild im Kulturhaus Kufstein bereitete mir ebenso Freude.


AUGUST: „Vielleicht würde ich fröhlicher sein, wenn dieses Fenster da nicht wäre, sondern anstatt seiner eine kahle Wand, durch die ich nicht sehen müsste, was da draußen vor sich geht. Doch nein. Es geht nicht. Denn auch die Tür da ist so ein Fenster, durch das mir stets die schmerzliche Kunde hereinschneit. Und auch Sie, Fräulein Ursula, auch Sie sind ein Fenster.“

Die Bilder:

Gibt es Heldentum wirklich? Oder sind es nur die Geschichten, die einen Helden erst zum Helden machen? Muss man töten um als Held zu gelten? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Fragen wie diesen müssen sich die Figuren dieses Theaterstücks stellen. Im Vordergrund steht aber die tragische Lebensgeschichte eines einzelnen Menschen.

Der Folder:

„Der Held“ ist kein Andreas-Hofer-Stück. Es spielt jedoch in einer Welt, die jener von Tirol im Jahre 1809 nicht unähnlich ist. Und diese Welt hat Feuer gefangen. Ein Freiheitskampf tobt und die Jugend des Landes strömt einem Helden zu, der zum bewaffneten Widerstand aufruft. Der pazifistische Dichter und Denker August Rading kann sich nicht mit den Idealen des Aufstandes abfinden. Alt und verbittert sitzt er in seinem Zimmer und hadert mit der Dummheit der Welt. Als sich schließlich auch sein Sohn von den Idealen des Kampfes bezirzen lässt und der Aggression zum Opfer fällt, entschließt sich Rading ein Werk für den Frieden zu schreiben. Doch vermag eine Geschichte die Welt zu verändern? Als der Volksheld von Rading verlangt, er solle sich auf seine Seite schlagen, sieht dieser am Ende seines Lebens die Chance noch einmal etwas Großes zu vollbringen. Doch sein Scheitern ist unvermeidlich. Bis zum Schluss bleibt offen, wer nun in diesem Stück der „Held“ ist und wer nicht.

Das Buch zum Stück:

Der Trailer:

Der Bericht im Lokalfernsehen:

Die Begeisterung war spürbar […] Es war eine gelungene Uraufführung vor ausverkauftem Saal. […] Der Schlussapplaus war überwältigend. Wenn Theater mehr sein soll als bloße Unterhaltung, wenn es aufrütteln und Denkanstöße geben soll, dann ist das dem Stadttheater voll und ganz gelungen.

Premierenbericht zu „Der Held“ – Tiroler Woche, März 2009

Inszenierungen

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