Nach einem letzten Frühstück in Pokhara nahm ich mir ein Taxi zum
Busbahnhof. Es gibt in Nepal eigene Touristenbusse. Diese sind teurer und fahren nur zu bestimmen Zeiten. Außerdem bekommt man darin wenig Lokalkolorit zu spüren. Mit den herkömmlichen Regionalbussen zu fahren ist viel intetessanter.
Ein nepalesischer Bus ist nie voll. Das heißt: egal wie viele Leute schon drin sind, es geht immer noch mehr. Da sitzt man dann, oft weit hinten, im bunten Treiben. Aus einem Lautsprecher tönen nepalesische Schnulzensongs. Besonders spannend ist es, sich beim Aussteigen den Weg ins Freie zu kämpfen. Über all die im Mittelgang sitzenden Leute drüber zu klettern, ist gar nicht so einfach. Neben mir saß eine Nepali mit Kleinkind. Sie spricht kein Wort Englisch. Der Klingelton ihres Samsung Smartphones ist Schuberts Forelle. Ihre gelbe Geldbörse ziert der dämlich grinsende Spongebop. Wie klein doch unsere Welt geworden ist.
Gegen Mittag erreichte ich Bandipur, ein kleines, ungemein symphatisches Dorf in den Bergen. Alles ist hier sehr ursprünglich. Es gibt einige interessante Tempel zu sehen, ein paar Höhlen, Hügel mit wunderbarer Rundumsicht und freundliche Einwohner. Der Abend schenkte mir einen schönen Sonnenuntergang mit Sicht auf den Himalaya und hinab ins grüne Tal des Marsyangdi Khola. Schön auf diesen grünen Hügeln zu stehen und, Musik in den Ohren, hinab in die Weite zu blicken.
Gemeinsam mit der Familie meiner Herberge und den drei anderen Gästen folgte ein nettes Abendmahl mit traditionellen nepalesischen Gerichten.
Schön war’s, drei Tage lang in netter Gesellschaft die beinahe unberührte Natur dieses Flusses entlang zu gleiten, von Stromschnellen geschüttelt zu werden und sich ab zu auch ohne Raft im Wasser treiben zu lassen. Am Ufer sahen wir Wasserfälle, Affen, die von Baum zu Baum sprangen, riesenhafte Schmetterlinge und andere Naturschönheiten. An manchen Orten überspannten schmale Hängebrücken die Schlucht.
Natürlich ist man nicht immer auf dem Wasser. Abbau und Aufbau unseres Zeltlagers, Essen und nächtliches am Feuer Sitzen nahmen ebenso viel Zeit ein. Am anderen Ufer unseres Camps der ersten Nacht fand die rituelle Verbrennung eines Verstorbenen des nahen Dorfes statt. Ich saß auf den Steinen und blickte hinüber. Dann kam der fast volle Mond und brachte ein paar Sterne mit. Die Nächte waren hell genug, um den Fluss silbrig schimmern zu sehen.
Wir waren insgesamt 25 Leute auf drei Rafts und drei Kayaks, darunter 18 Touristen und eine kultige siebenköpfige nepalesische Crew mitsamt Koch. Der Chef des Teams hieß Santos und sieht aus wie Dschingis Khan. Sein Vize Rambo vollführte einige Kayakkunstsstücke. Der Koch zauberte dreimal täglich sehr bekömmliche Kost herbei.
Unter den achtzehn Touristen herrschte klare israelische Übermacht. Hebräischkenntnisse wären recht hilfreich gewesen. Neben 10 Israelis, sechs Briten und mir hatten wir noch einen Niederländer an Bord. Eine nette Runde. In etwa einer Stunde trifft man sich ein letztes Mal um sich gemeinsam die schon fertige DVD unserer Rafting Tour anzusehen.
Nach langem Schlaf und gutem Frühstück nahm ich mir ein Taxi zur nahen Fledermaushöhle. Ich überzeugte den Mann im Kassenhäuschen, dass ich keinen Guide bräuchte und kroch mit Taschenlampe bewaffnet in die Dunkelheit. Die tausend von der Decke hängenden Hufeisenfledermäuse, von denen mein Reiseführer spricht, konnte ich nirgends entdecken. Sehrwohl aber sah ich mehrere Flügelwesen im Schein meiner Lampe durch das Gewölbe flattern. Höhlen sind immer wieder schön. Eine jede weckt Erinnerungen an alle andern Höhlen, die man schon besucht hat, vor allem dann, wenn man das Licht ausmacht und alles still und dunkel ist. Nur die fallenden Wassertropfen tönen durch die Finsternis. Ist es wirklich erst sieben Monate her, dass ich im südlichen New Mexico durch die Carlsbad Caverns kroch? Und in dreieinhalb Monaten werde ich jene schönen Höhlen im nördlichen Laos wiedersehen, noch dazu in so wunderbarer Begleitung.
Highlight der Fledermaushöhle von Pokhara waren für mich weniger die Fledermäuse, als der abenteuerlich schmale Spalt durch den man sich zurück ins Freie zwängen darf – eine anspruchsvolle Kletterpartie. Vor dem Ausgang saßen Kinder und amüsierten sich laut lachend über jeden, der keuchend aus der Öffnung robbte.
Von der Höhle, die einige Kilometer nördlich der Stadt liegt, beschloss ich zu Fuß den Rückweg anzutreten. Auf dem Weg warteten einige Attraktionen. Zuerst besuchte ich das Gurkha-Museum. Auf drei Stockwerken wird hier über die Geschichte dieser ruhmreichen Elitesoldaten erzählt. Seit dem Beginn des neunzehnten Jahrhunderts kämpfen die Gurkhas unter britischer Flagge, sei es 1857 gegen die Rebellion in Indien, in den Weltkriegen oder im Afghanistan des 21. Jahrhunderts. Das Museum erzählt leicht kriegsverherrlichend von vielen tapferen Gurkhas, die etwa einen Hügel ganz allein genommen haben oder nur mit einem Messer dreißig Taliban erledigten. Dafür regnete es dann Medaillen und Lob von der Queen. Jedenfalls sind die Nepalis mächtig stolz auf ihre Gurkhas. Falls es doch Bodentruppen gegen isil unter britischer Beteiligung geben sollte, müssen die Gurkhas wohl bald wieder ans Werk.
Gleich neben dem Museum befindet sich ein kleiner Park, durch den das schäumend weiße Wasser des tief in einer verborgenen Schlucht versteckten Setiflusses sprudelt. Ein Mönch machte sich einen Spaß daraus alle Besucher mit dem heiligen Wasser zu bespritzen.
Weiter südlich besuchte ich einen kleinen Tempel auf einem Hügel. Da er Durga geweiht war, um deren Taten sich das Dasainfest dreht, sah man hier viel frisches Ziegenblut auf den Altären. Vor vielen Wohnhäusern sah ich übrigens auch abgetrennte Ziegenhörner auf Zäunen hängen und am Boden liegen.
Vorbei an schönen Häusern der traditionellen Newari-Architektur, schlenderte ich weiter durch Pokharas Altstadt. Ich fand noch einen weiteren Tempel. Mitten auf der Straße als Verkehrsinsel dienend lehnten Motorräder und Mülleimer an seinen zweihundert Jahre alten Wänden. Die Schnitzereien an den Dachstreben sind faszinierend. Es ist ein merkwürdiger Kontrast, dass man im sonst so prüden Nepal (und auch Indien), wo Frauen voll bekleidet baden und öffentliche Küsse verpöntes Ärgernis sind, auf so vielen alten Tempeln die freizügigsten Motive findet. So auch hier. Auf etwa sechszehn Dachstreben sind unterhalb den Abbildungen von Göttern auf einer weiteren Ebene Männer, Frauen und Tiere in anscheinend jedweder Kombination in verschiedenen Koitusstellungen abgebildet. So sieht hier die religiöse Schnitzerei vergangener Jahrhunderte aus.
Die nächsten drei Tage gibt es höchstwahrscheinlich keinen neuen Blogeintrag von mir. Hier hat zwar jeder Imbisstand ein eigenes WLAN Netz, beim Raften auf dem heiligen Kali Gandaki rechne ich aber kaum mit Konnektivität zur Außenwelt.
Früh am Morgen ließ ich mich von einem Taxi hinauf zum ca.1400 hohen Hügel Sarangkot nördlich des Sees bringen. Es ist dies ein beliebter Aussichtspunkt, um das majestätische Erwachen der Annapurnakette im Sonnenaufgang zu sehen. Ich hatte Glück. Die Wolken verbargen nur vereinzelte Bereiche. Die Annapurnagipfel und der Machhapuchhare waren gut sichtbar. Zuerst lag alles noch im Schatten. Dann konnte man sehen wie je nach Höhe nach und nach die Gipfel ins Licht getaucht wurden und der Schnee darauf zu leuchten begann. Es ist ein erhendes Gefühl auf diese Weise mehr als sechstausend Meter über sich die Berge erwachen zu sehen.
Noch erhebender wäre es freilich, wenn man dieses atemberaubende Schauspiel in kleinerem Kreise betrachten könnte – nicht inmitten von zweihundert pausenlos fotografierenden Menschen. Die große Mehrheit unter den Touristen scheint hier ganz klar aus China zu kommen. Das zeigte einmal mehr die Menge am Hügel. Und als die Sonne kam, kreischten alle laut auf und riefen Hallo. Seufz. Ein bisschen mehr Ehrfurcht und Stille im Angesicht dieser Wunder der Plattentektonik wäre doch angebracht.
Der Rest des Tages verlief sehr ruhig. Ich las viel, saß lange am Ufer und betrachtete den See. In Pokhara war es ruhiger als sonst. Viele Geschäfte hatten aufgrund des Feiertages geschlossen. Heute ist der Tag des Dasain, an dem ein jeder seine Tika bekommt. Ein Familienältester oder hinduistischer Priester malt allen eine rote Markierung (die Tika) auf die Stirn. Diese ist keineswegs nur ein kleiner Punkt, wie man es oft in Indien sieht, sondern nimmt bei manchen fast die ganze Stirn ein. Auch Blüten und Reiskörner sind mit der leuchtend roten Paste vermengt.
Viele Nepalis holen sich hier ihre Tika in einem Tempel auf der kleinen Insel im See von Pokhara. Gemeinsam mit den Einheimischen ließ ich mich übersetzten. Zwar wusste ich schon, dass buddhistische und hinduistische Heiligtümer immer im Uhrzeigersinn zu umrunden sind. Dass aber der Fährmann zuerst die ganze Insel im Uhrzeigersinn umrunden muss, bevor er anlegen darf, war mir neu. Auf der winzigen Insel gibt es einen schönen Tempel, schattenspendende Bäume und einen kleinen Shop, der Souvenirs und Opfergaben im Angebot hat. Drei Sadus saßen auf dem asphaltierten Boden und nahmen Spenden entgegen. Ich sah zu, wie die Nepalis, meist ganze Familien in den Tempel gingen, eine Kleinigkeit spendeten, mit Tika auf der Stirn wieder zum Vorschein kamen und einander eifrig mit Smartphones und Tablets abfotografieren. Im Ganzen erinnerte das Prozedere doch sehr an die christliche Kommunion, nur dass das dezent antropophage Verzehren des Leibs Christi durch ein Bemalen der Stirn ersetzt wird. Diese Markierung wird dann den ganzen Tag lang getragen. Mancherorts kann man sich auch als Tourist die Stirn beschmieren lassen, aber irgendwie lockte mich dies wenig.
Nach gutem Frühstück verließ ich die Lakeside von Pokhara in Richtung Süden und folgte dem Ufer des Phewa Tal bis zum eher unscheinbaren Staudamm. Die nahe Bambusbrücke erlaubt Fußgängern das Wechseln der Seite. Ein Blick zurück über den See erlaubte sowohl Annapurna I und Machhapuchhare, wie auch deren Spiegelung im Wasser zu sehen. Leider sah man nur die Spitzen, blieb die Hauptmasse der weißen Riesenberge doch den ganzen Tag über hinter Wolken versteckt.
Mit der Überquerung der Brücke hatte ich den Rand der dichten Wälder, die das hügelige Südufer des Phewa Tal säumen, erreicht. Ein steiler Anstieg zur Weltfriedenspagode stand bevor. Dieser war nicht ganz ungefährlich, war es doch in diesem Wald im Lauf der vergangenen Jahre mehrmals zu Raubüberfällen auf Touristen gekommen. Ein freundlicher Einheimischer erzählte mir überdies von Muren mit tödlichem Ausgang, die auch einen Wegabschnitt zerstört hatten, von labyrinthischen Wegen, sowie von ganz bösen Blutegeln, die überall lauerten. Die Botschaft war klar. Er wollte, dass ich ihn als Guide anheure. Da er harmlos genug aussah und sich mit einer sehr kleinen Summe zufrieden gab, willigte ich ein. Und siehe da, er (Ich bin so schlecht im Namenmerken) führte mich viel rascher als erwartet zur Pagode. Auf dem Weg erzählte er mir von seinem Leben als Reisbauer, dem ungewöhnlich starken Monsun dieses Sommers und von den Raubüberfällen. Außerdem zeigte er mir ein paar Blutegel, die sich eben an seine nur Sandalen tragenden Füße heften wollten. Dank festem Schuhwerk blieb ich von diesen Tierchen verschont.
Wir erreichten also die Pagode. Mein guide erklärte mir, welchen Pfaden ich später weiter westlich folgen müsste. Es sei „very complicated „. Er wolle lieber mitgehen und mir den Weg zeigen. Dieses Angebot lehnte ich ab. Ich hatte Zeit genug, mich zu verirren. Außerdem waren mir See und Berge doch beständige Wegweiser. Von nun an ging es alleine weiter.
Etwa eine Stunde lang blieb ich bei der Weltfriedenspagode. Sie war etwas kleiner als ihr Gegenstück in Lumbini. Dafür war die Lage am Hügelkamm umso imposanter – und gewagter. Besagte Mure gab es wirklich. Der Berghang direkt unterhalb der Pagode zum See hin sah wüst aus. Viel fehlte nicht und es hätte vor einem Monat auch das Friedensbauwerk in die Tiefe gerissen. Wie lange sich die Pagode hier wohl noch halten kann? Etwa achtzig Weltfriedenspagoden haben die Japaner Mitte der Achtziger Jahre errichtet, die ersten in Nagasaki und Hiroshima, die späteren weltweit. Die beiden in Nepal habe ich nun gesehen. Die in Delhi ist mir entgangen. Sie sehen ohnehin alle fast gleich aus. Die größte Attraktion an der world peace pagoda von Pokhara ist die Aussicht, die man von dort hat. See, Himalaya und die Spiegelung von letzterem in ersterem.
Von der Pagode aus folgte ich weiter dem Hügelkamm. Der guide hatte Recht gehabt. Very „complicated.“ Ein chaotisches Gewirr an Wegen durchzieht Wälder und Reisfelder der Nordflanke dieser Hügel und verbindet die winzigen Dörfer. Bald fand ich mich allein auf einem teils zugewucherten, teils von Bächen überschwemmten, teils von Muren zerstörten Weg wieder, der allen Widrigkeiten zum Trotz in die richtige Richtung führte. Dies verriet der Blick hinab zum See. Nach Stunden im Gestrüpp erreichte ich immer noch blutegelfrei das Dorf Margi. Ein idyllischer Ort. Kinder spielten mit einer Bambusschaukel, eine Kuh graste friedlich. Von hier aus ging alles ganz leicht. Ich folgte einem Pfad quer durchs saftig grüne Marschland im Mündungsdelta des Zuflussstroms. Eine selbstbedienbare Fähre erlaubte es, den letzten schmalen flussartigen Abschnitt hinter sich zu lassen. Und schon stand sich auf der Straße, die das Nordufer des Sees entlang bis nach Pokhara führt. Auf diesem letzten Wegabschnitt machte ich in einem kleinen Dorf Rast. Wie überall waren die Anzeichen des Dasainfestes zu erkennen. Die großen Bambusschaukeln, die ich schon vor vielen Dörfern sah, werden eigens zur Festzeit aufgebaut. Es war nett, der Dorfjugend beim waghalsigen Spiel auf der Schaukel (das Ding ist riesig) zuzusehen. Obwohl die Jugend auch hier oft schon Smartphones besitzt, scheint die einfache Bambusschaukel ihre Anziehungskraft nicht verloren zu haben. Ein weiters Anzeichen fürs Dasain sind natürlich die allgegenwärtigen Ziegen, deren Opferung ein Höhepunkt des Festes ist. Schon seit Tagen sieht man, wie Ziegen von A nach B transportiert werden, auf den Dächern von Bussen, auf Motorrädern, etc. Am Dorfplatz, über dem Nebelkrähen und Greifvögel kreisten, saß ich unmittelbar neben einem fürs Fest bemalten alten Ziegenbock, der eben mit Appetit sein letztes Gras verschlang. In ganz Nepal verlieren am heutigen Tag hunderttausende Ziegen ihr Leben. Drittes Anzeichen fürs Dasain ist die Musik, vor allem die Trommeln, die aus den Tempeln erklingt. Viertes Anzeichen: Die Menschen wünschen einander tatsächlich „Happy Dasain!“
Ich spazierte gemächlich weiter und erreichte schon bald Pokhara.
Wieso nicht auch einmal ein Musical schreiben? Einen Versuch war es wert. Wir hatten sehr gute Singstimmen im Ensemble und mit Nelly Weinert und Herbert Oberhofer auch zwei wunderbare Hauptdarsteller:innen. Ich schrieb also während eines halbjährigen Forschungsaufenthalts in Frankreich ein berührendes Science-Fiction Musical, eine kleine Hommage an Carl Sagan, mit viel Witz und schriller Situationskomik. Als Komponisten für die bereits fertigen Lyrics fanden wir Stefan Fritz, der ein paar wunderbare Melodien fand. Songs wie „Weißt du wieviel Sterne stehen“ und „Flieg!“ klangen uns lange in den Ohren. Die großflächigen Bühnenhintergründe zeigten außer-irdische Landschaften und ein Sternenmeer. Highlight war sicherlich auch unser selbstgebautes Raumschiff, das dank Hebebühne weit über dem Stadtpark schwebte und über viele Scheinwerfer und sogar einen LCD-Screen verfügte. Es gelang damit, die Bruchlandung des Außerirdischen Glibsch und den späteren Aufbruch zurück zu den Sternen herrlich umzusetzen. Auch die selbstgebastelten Alien-Masken der Bewohner des Planeten Sül gelangen. Mit Live-Musik, über 20 Songs, zahlreichen Choreografien von Reda Roshdy, opulenter Bühnentechnik, großer Zuschauertribüne und vielem mehr erzählten wir also die Geschichte einer Freundschaft, die Sternensysteme zu überbrücken vermag. Der große Publikumserfolg blieb leider aus, auch des schlechten Wetters we-gen. Nach zehn Aufführungen im Stadtpark folgte 2015 noch eine Wiederaufnahme im Stadtsaal.
„Die Erde ist ein Tropfen nur – in einem großen Meer, Das endlos viele Tropfen fasst – nur dazwischen ist es leer Das Leben ist der Wellenschlag, der den Ozean bewegt Und du und ich, wir sind die Gischt, die sich übers Wasser legt.“
Die Bilder:
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Das Ensemble:
Story, Lyrics und Regie: Klaus Reitberger mit Kompositionen von Stefan Fritz und Choreographien von Reda Roshdi
In den Hauptrollen: Nelly Weinert als Lucy Herbert Oberhofer als Glibsch Klaus Schneider als Hermann Varina Weinert als Sandra Karolina Bucher als Glotschi Franz Osl als Glabatsch
Lucy ist ein lebensfrohes, naturverbundenes Mädchen, das nichts lieber tut, als im Sommer die Zeit im Freien zu verbringen und nachts mit ihrem Fernrohr die Sterne zu betrachten. Doch als ihr Vater nach einem schweren Autounfall ins Koma fällt und ihr Stiefmutter sie ins Internat stecken will, bricht für Lucy eine Welt zusammen. Sie ist einsam und verzweifelt. Allein und unter Tränen sitzt Lucy nachts auf der Wiese als etwas sehr unwahrscheinliches, aber nicht unmögliches geschieht.
Glibsch – ein Außerirdischer vom Planeten Sül – muss auf der Erde notlanden. Er hat Angst und möchte wieder fort. Er versucht zuerst mit einer Kuh zu kommunizieren, da er diese für die dominante Lebensform auf dem Planeten Erde hält. Lucy hält er anfangs für Ungeziefer und friert sie mittels Lähmstrahl ein. Als er seinen Irrtum erkennt, erfährt Lucy, dass es auf Glibschs Heimatplaneten Reparierroboter gibt, die jede Verletzung heilen können. Sie hilft Glibsch sich auf der Erde zurechtzufinden, damit er sein Raumschiff reparieren kann. Lucys Stiefmutter Sandra verständig inzwischen das FBI um den Außerirdischen unschädlich zu machen. Gerade noch rechtzeitig können Glibsch und Lucy entkommen. Die gelähmte Sandra nehmen sie im Laderaum des Schiffes mit.
Nach einem abenteuerlichen Flug durch die Galaxis landen Lucy und Glibsch auf Sül. Dort wird Glibsch sofort verhaftet, da es illegal ist eine andere Spezies zu importieren. Lucy wird in den Zoo von Sül gesperrt. Ihre Bitte einen Reparierroboter für ihren Vater zu bekommen und zurück nach Hause zu dürfen bleiben ungehört.
Kann sich Lucy außer dieser misslichen Lage befreien? Wird es ihr gelingen zur Erde zurückzukehren? Was geschieht mit Sandra, die immer noch im Laderaum des Schiffes liegt? Warum will Gladatsch, der König von Sül, die Erde zerstören? Und was sagt Glibschs Geliebte Glotschi zu alledem?
Songs & Lyrics:
1. Schönt ist’s
Lucy: Schön ist‘s, sich im Gras zu verstecken Und den Wolken beim Fliegen zuseh‘n Schön ist’s, über Sträucher zu springen Und im Sturm auf den Felsen zu steh‘n
Bienen und Vögel schwirr’n über das Land Käfer, ganz bunt, krabbeln auf meiner Hand Überall regt sich, bewegt sich die Welt Löwenzahn flieg, es gibt nichts, das dich hält!
Schön ist’s, auf die Bäume zu klettern Sich in Blättern und Ästen verlier‘n Schön ist’s, unter Sträucher zu kriechen Deren süße Beeren probier‘n
Sonnenlicht leuchte, bis die Nacht lacht, Bis dass mein Schatten mich riesengroß macht Und dann der Reih nach die Sterne schön glüh‘n Sterne wie Blumen am Himmelsfeld blüh‘n
Schön ist’s, unter Sternen zu wandern Und darin allerlei Bilder zu seh‘n Hermann: Schön ist’s, eine Tochter zu haben Sich mit ihr so gut zu versteh‘
2. Mama ist fort
Hermann: Mama ist fort. Verdampft und verschwunden Vom Winde verweht Und nicht mehr gefunden Ihr Herz war zu schwach Die Krankheit zu schwer Der Arzt kam zu spät Und sie lebte nicht mehr Lucy: Mama ist fort Wir hab‘n sie verloren Kein Mittel, das half Ihr Herz ist erfroren Aber manchmal im Traum Sehe ich sie dort steh‘n Sie lächelt mir zu Und ich will zu ihr geh‘n Hermann: Mama ist fort Es muss weiter gehen Denn nichts bleibt wie’s ist Nicht bleibt wie‘s ist Ja das musst du verstehen Beide: Sie ist nicht mehr da Kommt nie mehr zurück Ja man schaut jetzt nach vorn Und man sucht neues Glück Lucy: Mama ist fort Sandra: Doch dafür bin ich da Er hört ganz auf mich bin bald seine Braut, bin bald seine Braut, ja und wenn’s soweit ist, ist sein Leben mein Und in diesem Haus Werd ich Königin sein
3. Kompliziert
Hermann: Es konnt‘ nichts Schönres geben Frau, Heim, Kind – mein Leben Nichts konnt uns mehr stören Jeder Tag betören. Doch dann … Das Leben zeigte Zähne Zerstörte alle unsre Pläne Gestorben ist, was mein war Und ich stand ganz allein da. Ensemble: Leben ist manchmal kompliziert Und falsch ist alles, was man tut. Sind Sie denn nicht auch arg frustriert? Spürn Sie auch manchmal diese Wut? Hermann: Es konnt‘ nichts Schönres geben Frau, Heim, Kind – mein Leben Nichts konnt uns mehr stören Jeder Tag betören. Doch dann … Das Leben zeigte Zähne Zerstörte alle unsre Pläne Gestorben ist, was mein war Und ich stand ganz allein da. Ensemble: Leben ist manchmal kompliziert Und falsch ist alles, was man tut. Sind Sie denn nicht auch arg frustriert? Spürn Sie auch manchmal diese Wut?
4. Ein Bisschen
Sandra: Wenn die Tochter nicht wäre, Dann hätt ich leichtes Spiel Dann hätt ich ihn schon längst so weit Denn dazu braucht‘s nicht viel
Ein bisschen Flirten, Ein bisschen Schön-sein. Ein bisschen Lügen, Ein bisschen Charme Und alle Männer dieser Welt Sind plötzlich Schafe Und ich, ich schere sie
Wenn nur Lucy nicht wäre, Wär das Haus schon längst mein Und Hermanns schöner Chevrolet, Der wird auch meiner sein.
Ein bisschen Flirten, Ein bisschen Schön-sein. Ein bisschen Lügen, Ein bisschen Charme Und alle Männer dieser Welt Sind plötzlich Schafe Und ich, ich schere sie
5. Hochzeitslied
Ensemble: Geschenke für das Brautpaar Rosen für die Braut Zigarren für den Bräutigam Achtung, jetzt wird’s laut! Gast (männl.): Hermann, alter Gauner! Gast (weibl.): Sandra, tolles Kleid! Fotograf: Ein Foto von dem Hochzeitspaar Ensemble: Ein Kuss, es ist soweit Gast (männl.): Endlich, jetzt gibt‘s Torte! Gast (weibl.): Und dazu viel Wein! Ensemble: Die Band spielt eine Chachacha Schon bald wird Morgen sein Hermann: Endlich gehn die Gäste Sandra: Schöner ist‘s allein Hermann: Leg dich schon mal ins Hochzeitsbett Werd‘ gleich bei dir sein
6. Weißt du wie viel Sterne stehen?
Lucy: Planetarische Nebel und ferne Quasare Pulsierende Sterne und roter Staub Supernovae und Kugelsternhaufen, Spiralgalaxien und glühendes Gas Sag wie viele Phänomene, Die dort draußen leise leuchten, Deren Licht die Zeit durchschreitet Und dann schließlich uns erreicht. Können wir denn alles sehen? Wie viel mehr bleibt unsichtbar Auf ewig verborgen und niemals verstanden Für immer verhüllt im Dunkel der Nacht
Weißt du wie viel Sterne stehen? Hast du’s denn noch nie gesehen Wenn der Himmel Feuer fängt? Tauch ins Meer der Galaxien Wo die Sternenwinde wehen Wo die schwarzen Nebel schweben Und der Morgen niemals kommt Tanz den Tanz der tausend Lichter, Die die Nacht des Alls erleuchten Fühl dich eins mit allen Strahlen, allen Teilchen, allem, allem Sein Denn auch du bist Sternenstaub
Rote Riesen, weiße Zwerge, Kreisende Neutronensterne Das seltsame Rätsel der Dunkelmaterie Mysteriöses Verhalten galaktischer Kerne Tausend Fragen ohne Antwort Tausend Rätsel in der Nacht. Woher sind die schnellsten Teilchen? Was passiert, wenn Sterne sterben? Was geschieht in schwarzen Löchern? Wie entsteht die Supernova? Wie viel Galaxien gibt es? Gibt es Leben, fern von uns? Ensemble Wisst ihr wie viel Sterne stehen? Habt ihr‘s denn noch nie gesehen Wenn der Himmel Feuer fängt? Taucht ins Meer der Galaxien Wo die Sternenwinde wehen Wo die schwarzen Nebel schweben Und der Morgen niemals kommt. Tanzt den Tanz der tausend Lichter, Die die Nacht des Alls erleuchten Fühlt euch eins mit allen Strahlen, allen Teilchen, allem, allem Sein Denn auch ihr seid Sternenstaub
7. Sterne – ihr hört nicht auf leuchten
Lucy: Sterne – ihr hört nicht auf leuchten Auch wenn es trüb und finster ist Auch wenn ein Schatten uns zerfrisst Und wenn man ganz vergisst, Was Freude ist Sterne – ihr hört nicht auf leuchten
Sterne – ihr hört nicht auf leuchten Auch wenn ihr hinter Wolken lebt Auch wenn der Nebel uns umschwebt Auch wenn die Erde bebt, Wenn nichts mehr lebt Sterne – ihr hört nicht auf leuchten
Sterne – ich weiß, dass ihr leuchtet Auch wenn ich euch nun ferner bin Am Himmel nur mehr Punkte sind Auch wenn ich einsam bin, euch nicht mehr find Sterne – ich weiß dass ihr leuchtet
8. Nie geseh‘n
Lucy: Ich habe diesen Stern noch nie geseh‘n. Er strahlt so seltsam hell und fröhlich Was bist du für ein schöner neuer Stern? Warum denn hab ich dich noch nie geseh‘n?
Es scheint fast, als bewegt sich dieser Stern Er wird dabei auch immer heller Kann das denn eine Sternenschnuppe sein? Ach wünschen würd ich mir etwas sehr gern Ich wünsch mir, dass mein Papa wieder spricht Dass alles wird, wie es gewesen
Du lieber Stern, erfüll mir diesen Wunsch Nur diesen, denn was andres will ich nicht. Der Stern ist plötzlich gleißend hell und brennt Er ist der hellste Stern am Himmel Auch hören kann man ihn in dunkler Nacht Es donnert und es rauscht am Firmament
9. Ich komme in Frieden
Glibsch: Ich komme in Frieden Nicht Fürchten vor mir Wir sind zwar verschieden Doch schwöre ich dir:
Ich werd dich nicht fressen Also tu mir nicht weh Du sollst nicht vergessen Dass ich dich gut versteh.
Ich komme in Frieden Und ich will wieder weg Nichts ist mir geblieben Und mein Schiff ist defekt.
10. Ein blauer Punkt
Lucy: Die Erde ist ein blauer Punkt im Weltall Ein kleiner funkelnd heller Diamant Und darauf tummeln sich Milliarden Tiere Am Himmel, unter Wasser und am Land
Die Jahreszeiten bringen uns die Vielfalt Der Mond sorgt für die Ebbe und die Flut Und wenn ein Sturm Zerstörung über Land weht Macht die Sonne uns am Morgen wieder Mut
Ich find es schön, auf dieser Welt zu leben Ich atme und genieße jeden Tag Und wenn einer sagt, diese Welt sei hässlich Dann sag ich, dass ich sie sehr gerne mag.
Im Lauf der Zeit entwickeln sich die Tiere Man passt sich an die neue Umwelt an Im Spiel der kunterbunten Lebensvielfalt Gab’s dann Menschen und die neue Zeit begann.
Ich find es schön, auf dieser Welt zu leben Ich atme und genieße jeden Tag Und wenn einer sagt, diese Welt sei hässlich Dann sag ich, dass ich sie sehr gerne mag.
11. Einmal noch (1)
Glibsch: Wieder einmal auf den Türmen stehn Wieder einmal den Himmel rot sehn Wieder an einem Glokul nagen Wieder einmal eine Gladaratsch jagen.
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Wie gern wär – ich wieder mal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Werd ich je – wieder einmal dort sein?
Einmal nur noch in den Kratlak gehn Einmal von dort den Mond von Sül sehn Einmal noch schau’n in Glotschis Augen Einmal nur noch mit ihr Krölek-Saft saugen
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Wie gern wär – ich wieder einmal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Werd ich je – wieder einmal dort sein?
12. Das ist der Deal
Ensemble: Das ist der Deal, so wird‘s gemacht Wir schleichen durch die Straßen in der Nacht
Das ist der Deal, so wurd‘s gemacht Wir fliegen zu den Sternen morgen Nacht
13. Flieg
Glibsch: Flieg! Flieg! Flieg! Was ist los du blödes Raumschiff? Warum lässt du mich im Stich? Hast dein Lithium bekommen. Flieg! Flieg! Flieg! Warum rührst du dich nicht? Flieg! Ensemble: Dieses Ding da ist gefährlich Und entwischen darf es nicht Alle Waffen auf Bereitschaft Gebt zum Kampf grünes Licht! Lucy: Flieg! Flieg! Flieg! Setzt dich endlich in Bewegung Zu den Sternen möcht ich nun Durch die weite Ferne schweben Flieg! Flieg! Flieg! Das, nur das – will ich tun Flieg! Ensemble: Sie verlassen jetzt das Raumschiff! Denn wir zählen jetzt bis drei Wenn sie dann nicht gleich erscheinen Angriff marsch! Feuer frei! Glibsch & Lucy: Flieg! Flieg! Flieg! Da verschwimmt die Atomsphäre Sterne füll’n das Firmament Und wir reisen in die Ferne Flieg! Flieg! Flieg! Wo die Erde niemand kennt
14. Frei wie ein Komet
Lucy: Und wir fliegen durch den Kosmos Uns umgibt ein Sternenmeer Voller Rätsel, voller Zauber Sag, wo kommt das alles her? Glibsch: Alles ist aus Nichts entstanden Nur der Zufall und die Zeit Brachten Sterne, brachten Leben Und hier sind wir nur zu zweit. Beide [Ref.]: Frei wie ein Komet Schweben wir dahin Fliegen durch den Raum Wo die Sterne sind. Unser Raumschiff rast Fast so schnell wie Licht Fliegt wohin wir woll’n Grenzen gibt es nicht. Lucy: Was ist das dort für ein Nebel? Warum leuchtet er so rot? Glibsch: Das sind Supernovareste Und der Stern darin ist tot. Lucy: Warum ist dort alles dunkel? So viel Schwarz nur und kein Licht? Glibsch: Das ist nur eine Staubwolke Und die raubt uns da die Sicht. Beide [Ref.]: Frei wie ein Komet Schweben wir dahin Fliegen durch den Raum Wo die Sterne sind. Unser Raumschiff rast Fast so schnell wie Licht Fliegt wohin wir woll’n Grenzen gibt es nicht. Lucy: Und die Erde ist verschwunden Unsre Sonne – nur ein Fleck Glibsch: Und in wenigen Momenten Ist auch dieser Punkt schon weg. Lucy: Ach ich liebe es zu fliegen Durch die Zaubersternenwelt Tausend Rätsel, tausend Fragen Und ein Schiff, das mir gefällt. Beide [Ref.]: Frei wie ein Komet Schweben wir dahin Fliegen durch den Raum Wo die Sterne sind. Unser Raumschiff rast Fast so schnell wie Licht Fliegt wohin wir woll’n Grenzen gibt es nicht.
15. Scher dich weg
Glotschi: Scher dich weg, du fieser Tölpel Keiner ist so arg wie du Lässt mich kalt und herzlos sitzen Will vor dir jetzt meine Ruh
Alles nichts als faule Lügen Gib’s doch endlich einmal zu, Dass ich dir nicht viel bedeute Was dir wichtig ist, bist du
Warum fliegst du in die Ferne? Warum bleibst du nicht mal hier? Fliehst vor mir so oft wie möglich. Einen Dreck bedeut ich dir!
Es ist aus zwischen uns beiden Mit dem Drama ist jetzt Schluss Denn ich kann nicht bei dir bleiben Weil ich auch mal leben muss
16. Der Sicherheitsdienst
Sicherheitsdienst: Keiner rührt sich! Keiner spricht! Folgt und lebet, Oder nicht! Wer sich weigert, Schmerzen spürt Auf zum König Man euch führt Glabatsch will euch sofort sehn Und sein Urteil Soll geschehn Ensemble: Auf zum großen Königsthron Auf zu Gradotschs erstem Sohn Auf zu Glabatsch, unserm Herrn Er führt euch und er hat euch gern.
17. Ordnung in der Galaxie
Glabatsch: Die Ordnung in der Galaxie Das ist mein höchstes Streben Weg muss, was nur Chaos schafft Was schön ist, das soll leben Die Spezies, die das Wissen mehrt Die sei uns sehr willkommen Das Volk, das hohe Kunst verehrt Wird meine Gunst bekommen Doch jene, die so töricht bleiben Und sinnlos ständig Kriege treiben Jene, die die Kunst verachten Grausam sich und andre schlachten Die Narren, Toren, Unheilstifter Himmelschwärzer, Weltvergifter: Bessern werden sie sich nie Es ist kein Platz in unserer Galaxie, Für solch Gefahr der Sternenharmonie
Ein jeder will doch fröhlich sein Viel Glück und wenig Leiden Doch wenn man weiß, dass Unheil droht Dann muss man sich entscheiden. Es gilt zu handeln, vor der Not Das Unkraut gleich entfernen Wenn man’s zu lange wuchern lässt, herrscht Krise in den Sternen. Und darum muss man‘s manchmal richten Manchmal eine Welt vernichten. Um der größ‘ren Sache wegen Manch ein Volk vom Himmel fegen. Die Narren, Toren, Unheilstifter Himmelschwärzer, Weltvergifter: Bessern werden sie sich nie Es ist kein Platz in unserer Galaxie, Für solch Gefahr der Sternenharmonie
18. Mensch sein
Lucy: Ich bin jung und weiß nicht viel Hab wenig erst erlebt Doch ich weiß, was Mensch sein heißt Auch wenn ihr’s nicht versteht
Mensch sein heißt zu träumen Die Hoffnung nie verlier’n Auch wenn’s kalt uns finster Im Dunkel nicht erfrier’n
Mensch sein heißt zu streben Nach einer bess’ren Welt Die frei von Leid und Elend Die mir und dir gefällt.
Ich hab noch nicht viel Zeit gehabt Bin nur ein Menschenkind Doch die Welt hat mich gelehrt Dass Menschen wichtig sind
Mensch sein heißt sich fragen Wie unsre Welt entstand Was war und was noch sein wird So viel ist unbekannt
Mensch heißt erzählen Geschichten, die uns rühr‘n Ein Märchen zu erfinden Um Wirklichkeit zu spür‘n
Ich flehe und ich bitte euch Gebt uns nicht so schnell auf Der Mensch hat seine Chance verdient Lasst Leben seinen Lauf.
Mensch heißt sich irren Doch Fehler eingesteh’n Aus Irrtümern zu lernen Und neue Wege geh’n
Mensch sein heißt zu sterben Ins ew’ge Nichts eingeh’n Auch wenn ein Stern verglüht ist Kann man sein Licht noch seh’n.
19. Ein lustiges Tier
Sandra: Wo zur Hölle bin ich hier? Roter Himmel, gelbe Berge Üble Luft und Monsterzwerge? Was nur, was geschieht mit mir? [Strophe der Bewohner von Sül] Sandra: Was wollt ihr Monster denn von mir? Was steckt ihr mir in die Ohren? Was nur hab ich hier verloren? Ich möchte bitte weg von hier! Ensemble: Was ist das denn für ein lustiges Tier? Ich glaube fast sowas war noch nie hier. Ich würd es gern behalten. Ich mag solche Gestalten. Ich würde es gern streicheln Mit mir nach Hause nehmen Mit leckren Sachen füttern Zum Haustier es mir zähmen. Sandra: Ich will nicht euer Haustier sein! Könnt ihr mich nun auch verstehen? Ich möcht gern nach Hause gehen. Lasst mich bitte jetzt allein! Ensemble: Das ist gewiss ein sehr niedliches Tier. Ich glaube fast so was war noch nie hier Ich würd es gern studieren. Ein bisschen rumprobieren. Ich würde es gern auszieh‘n Ihm neue Kleider geben Es dann ein bisschen schmücken Und mit ihm fortan leben. Was ist das denn für ein lustiges Tier? Ich glaube fast sowas war noch nie hier
20. Einmal noch (2)
Lucy: Einmal nur noch auf der Wiese stehn Einmal nur noch den Himmel blau sehn Wieder den Wind der Erde spür‘n. Einmal nur noch einen Menschen berühr‘n.
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Wie gern wär – ich wieder mal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Werd ich je – wieder einmal dort sein?
Einmal nur noch meinen Papa sehn Gerne würd ich die Menschen verstehn. Ein Leben lang, die Welt studieren Niemals möcht ich meine Erde verlieren.
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Wie gern wär – ich wieder einmal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Werd ich je – wieder einmal dort sein?
21. Ohne ihn
Glotschi: Wie groß sei auch der Weltraum Wie schön der schönste Stern All das ist trist und traurig Denn er ist mir so fern Allein sein ist so einsam Viel schöner ist’s zu zweit Gemeinsam weiterleben Ich bin dazu bereit. Ohne ihn macht alles keinen Sinn Ohne ihn weiß ich nicht, wer ich bin Ohne ihn fällt jeder Schritt so schwer Ohne ihn ist meine Welt so leer Ich muss ihn wiederfinden Kann mich ihm nicht entzieh‘n Und hab ich ihn gefunden Dann werd‘ ich mit ihm flieh’n. Nur mit ihm ist dieses All noch schön Nur mit ihm kann ich die Zukunft seh’n Nur mit ihm macht meine Welt noch Sinn Nur bei ihm da weiß ich wer ich bin.
22. Nur ein Tropfen
Glibsch: Die Erde ist ein Tropfen nur – in einem großen Meer, Das endlos viele Tropfen fasst – nur dazwischen ist es leer Das Leben ist der Wellenschlag, der den Ozean bewegt Und du und ich, wir sind die Gischt, die sich übers Wasser legt Lucy: Hundert Milliarden Sterne Leuchten in der Galaxie Hundert Milliarden Lichter Wer wohl betrachtet sie? Hermann: Der Weltraum ist ein Paradies, so unvorstellbar groß So voller Rätsel und Gefahr’n, alles dreht sich pausenlos Glotschi: Und mit der Zeit drehn wir uns mit in diesem Weltenraum Wir reisen gern von Stern zu Stern, wir leben unsern Traum. Sandra: Monde und Planeten Kreisen durch das Sternenmeer Von fernen Sternenstädten Dringt Kunde zu uns her. Ensemble: Die Erde ist ein Tropfen nur – in einem großen Meer, das endlos viele Tropfen fasst – nur dazwischen ist es leer. Das Leben ist der Wellenschlag, der den Ozean bewegt. Und du und ich, wir sind die Gischt, die sich übers Wasser legt.
Schon Jahre zuvor hatte ich die Antigone des Sophokles gelesen und war begeistert von Spannungsgrad und Gegenwartsrelevanz dieses Stoffes. Ein über 2400 Jahre altes Stück zu inszenieren, war eine Herausforderung, die mich reizte. Ich kürzte das Stück drastisch und fasste viele Rollen zu jener des Wächters zusammen, für welchen ich auch einen komplett neuen Monolog schrieb, welcher dem Publikum das Eintauchen ins antike Theben erleichterte. Unsere „Anti-gone“ wurde als immersives Stubenspiel konzipiert. Da war keine Bühnenkante zwischen uns und dem Publikum. Wir spielten in einem winzigen Kreis umrundet von 100 Zusehenden. Publikum blickte auf Publikum. Ja mehr noch: die Zusehenden selbst wurden zu Bürgern Thebens, die direkt angesprochen wurden und sich als Teil der Handlung fühlten. Stefanie Telser spielte die Titelrolle mit Bravour. Dazu kamen Klaus Schneider, Gunther Hölbl, Varina Weinert, Hanspeter Teufel und andere. Auch mit diesem Stück gingen wir auf Tournee. Wir spielten in Stadt Haag, Innsbruck, Imst, Thiersee, Fiss, Tristach und Schwendau im Zillertal. Schließlich wurde das Stück sogar mit dem Tiroler Volksbühnenpreis ausgezeichnet.
Unsere Tournee:
am 8.2. / 9.2 / 14.3. / 15.3. und 16.3. 2014 im Kulturhaus Kufstein
am 14.2. 2014 in der Arche Noe Kufstein
im 20.3. 2014 im Freien Theater Innsbruck (heute BRUX)
am 16.5. 2014 in Imst (Humiste)
am 11.9. 2014 im Passionsspielhaus Thiersee
am 13.9. 2014 beim Theatergenussherbst in Fiss
am 20.5. 2015 im Kulturhaus Kufstein
am 24.5. 2015 beim Theaterfestival Schauplatz in Stadt Haag
am 3.10. 2015 in Tristach (Osttirol)
am 9.4. in Schwendau im Zillertal
„Antigone“, ist das wohl bekannteste Stück von Sophokles. Es ist ein Juwel der Weltliteratur, ein kostbares Vermächtnis aus den Uranfängen der Theatergeschichte im antiken Griechenland. Erzählt wird ein blutiger Reigen aus Machtstreben und Familienliebe. Nichts ist hier verstaubt. Die Fragen, mit denen uns die Geschichte der Antigone – Tochter des Ödipus – entgegentritt, haben auch in unserer Gegenwart nichts an ihrer Sprengkraft eingebüßt.
Die Bilder:
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Sylvia Groesswang
Der Volksbühnenpreis:
Die Übergabe des Tiroler Volksbühnenpreises am 17.11. 2014. Im Bild von links nach rechts: Johannes Reitmeier (Intendant des Tiroler Landestheaters, Hildegard Reitberger (Obfrau des Stadttheaters Kufstein), Beate Palfrader (Kulturlandesrätin von Tirol), Ekkehard Schönwiese (Dramaturg des Theaterverbandes Tirol) und Helmut Häusler (Schauspieler am Tiroler Landestheater)
Da ich selbst zum Zeitpunkt der Verleihung in Indien weilte, steuerte ich nur folgende Worte bei:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstschaffende und Kunstgenießende,
die Nachricht, dass unsere Inszenierung der Antigone des Sophokles von der hochkarätigen Jury des Tiroler Volksbühnenpreises mit dem ersten Platz bedacht wurde, erreichte mich in einem kleinen Dorf im indischen Himalaya. Hier saß ich, zwischen Bergen und Buddha-Statuen, und dachte darüber nach, ob ich mein Leben künftig eher in Richtung Theater oder in Richtung Gammastrahlenastroteilchenphysik ausrichten sollte. Ihre Entscheidung, werte Jury, bestätigt mir: um die Gammastrahlen sollen sich andere Leute kümmern. Ich bedanke mich bei meinem famosen Team. Nur mit euch war dieses Stück möglich. Erinnern sich die beiden Damen, Ismene und Antigone, noch daran, als sie mich beide bei „Endstation Sehnsucht“ fragten, ob ich nicht ein Stück für sie hätte? Schon damals spukte mir Antigone durch den Kopf, das psychologisch spannendste Drama der griechischen Antike. Schon nach den ersten Probe war uns klar: dieses Stück dringt tief ins Herz. Die alten Worte wirken – auch heute noch. Jeder Theatermacher wandelt im Licht und im Schatten einer zweieinhalb Jahrtausende reichen Geschichte. Dass eines der ältesten Stücke der Welt heute noch Preise gewinnen kann, ist einfach nur schön. Doch das Schönste an unserer Antigone ist: sie ist noch nicht tot. Wir werden dieses Stück wohl noch einige Male spielen. Und wir freuen uns sehr darauf. Ich möchte auch den kreativen Köpfen hinter allen anderen nominierten Stücken gratulieren. Ich wünschte, ich hätte all eure Stücke gesehen, doch leider sind die Tage zu kurz, um alles zu sehen, was sehenswert ist. Dennoch: erhebt heute alle gemeinsam die Gläser und stoßt an: auf das Theater, auf die Bühnenmagie, auf das Gelächter und die Tränen im Publikum. Es gibt nichts Schöneres. Klaus Reitberger 31.10. 2014 Yuksom, Sikkim, India
Manchmal beginnt alles mit einem Song. Der Radiowecker meiner WG in Innsbruck weckte mich eines schönen Morgens mit Barry McGuires „Eve of Destruction“. Und die Fantasie sprintete los. Während der Morgenroutine nahm ein Theaterstück Form an und als ich mit dem Rad in meinem Büro an der Natur-wissenschaftlichen Fakultät ankam, war im Geiste alles schon fertig. Noch am selben Abend brachte ich dann „Wenn die Welt untergeht …“ zu Papier – ein abwechslungsreiches Stück, das mit einer Wette zweier Physiker beginnt und schließlich zur Entstehung eines Weltuntergangsmythos führt – passend zum damals verbreiteten Geschwurbel, dass die Welt laut Maya-Kalender am 21.12. 2012 untergehen würde. An diesem Datum feierten wir dann in Innsbruck im Theater diemonopol Premiere und spielten in Folge noch viele Male in Kufstein. Mit Albin Winkler und Karolina Astl standen erstmals zwei Menschen in größeren Rollen auf der Stadttheater-Bühne, die auch später noch große Rollen in meinen Inszenierungen spielen würden. Gerne erinnere ich mich auch an die gekonnte Musikuntermalung mit eigens komponierten Songs von Stefan Fritz, zum größten Teil performt von Nelly Weinert. Der brennende Absinth in den Gläsern, die Feierstimmung bei jeder Aufführung – mit dem Weltuntergang verbinde ich viele schöne Erinnerungen.
“Zeitkritisch”, “erschreckend” und zugleich “sehr unterhaltsam” – mit diesen Worten beschrieben die Theaterkritiker vom ORF-Radio Tirol die Uraufführung am 21.12.2012. Das Stück vermittle eine “wichtige Botschaft”, zeige auch viele “musikalische Talente” und sei ein “Highlight für Theaterfreunde”.
Was als harmlose Wette zweier Physiker begann, entwickelt sich binnen weniger Jahre zum globalen Albtraum.Wir erleben die Entstehung einer Weltuntergangssekte – viel glaubwürdiger und gefährlicher als alle bisherigen Vorstellungen vom Ende der Welt.Die Zahl ihrer Anhänger wächst beständig. Man gibt seinen Beruf auf, nimmt die Kinder von der Schule und spendet der Sekte seinen ganzen Besitz – denn der Tag, an dem die Erde stirbt, ist nah.Als einer von wenigen stellt sich der Physiker David Wegener gegen den Wahnwitz der Weltuntergangslehre. Doch als schließlich sogar seine Geliebte Lisa in die Fänge der Sekte gerät, wird sein Kampf immer aussichtsloser.Alles steuert dem einen Datum entgegen, dem Tag, an dem die Welt untergehen soll. Bald sind es nur noch wenige Wochen bis dahin – und die Lage scheint völlig außer Kontrolle zu geraten.
Als Astroteilchenphysiker beschäftigte ich mich beruflich viele Jahre lang mit kosmischen Strahlen und deren Folgeerscheinungen im All. Als sich deren Entdeckung durch den österreichischen Physiker Victor F. Hess zum 100. Mal jährte, bot sich die Gelegenheit, das Leben dieses Nobelpreisträgers als Theaterstück zu erzählen und damit auf Tournee zu gehen. Es war dies meine zweite Zusammenarbeit mit Hanspeter Teufel, der einen groß-artigen Hess verkörperte. Mit von der Partie waren auch Franz Osl, Stefan Schimmele und meine spätere Frau Maria. Gemeinsam spiel-ten wir dieses Stück in Innsbruck, Kufstein, Rosenheim, Wien, Graz, Pöllau, Stift Melk, Berlin, Siegen und im westfälischen Münster. In Ham-burg wurde zudem die Videoaufzeichnung des Stückes gezeigt. Nur ein Gastspiel bei den H.E.S.S. Teleskopen in Namibia scheiterte aus organisatorischen Gründen. Die Inszenierung selbst zeichnete sich durch den starken Einsatz von Hintergrundprojektionen aus. Unser damaliger Bühnenmeister Lois Pfurtscheller baute für uns einen Ballonkorb, in welchem die erste Szene spielte – in mehreren tausend Metern Höhe – hoch über Böhmen.
Unsere Tournee:
am 9. September 2014 ein letztes Mal in Kufstein ( 19.00 Kulturhaus) mit anschließenden Vortrag über offene Rätsel der Astro- und Teilchenphysik von Klaus Reitberger
am 19. September in Graz (20.15 Uhr , Universität Graz, Hörsaal 05.01) – Details
am 20. September auf Schloss Pöllau (20.00 Uhr, Großer Freskensaal) – Details
am 21. Oktober auf Stift Melk (16:00 Uhr, Dietmayrsaal) – Bilder
am 30. Oktober in Siegen (11.00 Uhr, Siegerlandhalle) – Plakat
am 14. Oktober 2015 im Kulturhaus Kufstein (Beginn: 20.30 Uhr)
am 17. Oktober 2015 beim Astroseminar der WWU Münster – Details
Wir haben Anfragen für weitere Gastspiele und sind gerade dabei diese zu konkretisieren. Bei Interesse: +43 699 10811013
Video-Ausschnitt:
Das Buch zum Stück:
Bei der university press innsbruck erschien vor kurzem das Buch zum Stück – jetzt auch in englischer Sprache. Als Übersetzter fungierte Arthur Breisky – der Enkel von Victor F. Hess
„Zum Theaterstück kann ich sagen, dass mich die eingesetzten Bühnenbilder sehr beeindruckt haben, beispielsweise kam gleich am Anfang der Aufführung ein riesiger Heißluftballon zum Einsatz, welcher auf der kleinen Bühne des Kulturhauses eine große Wirkung erbrachte. Ebenfalls positiv wirkte auf mich, dass das Wechseln der Bühnenbilder nicht hinter verschlossenen Vorhängen geschah, sondern so, dass jeder es sehen konnte. Außerdem fand ich es toll, dass Klaus Reitberger diesmal nicht nur als Regisseur, sondern auch als Schauspieler – wenn auch nur in einer kleinen Rolle – fungierte. Ganz allgemein wurde dieses doch eher schwierige Thema der Kosmischen Strahlen gut verständlich und sehr spannend umgesetzt. Die schauspielerischen Leistungen waren allesamt top, besonders die Rolle des Victor F. Hess wurde hervorragend und absolut authentisch gespielt.“
Wir schreiben das Jahr 1912: Nach Jahren der Vorbereitung wagt der Physiker Victor Franz Hess eine riskante Ballonfahrt auf über 5000 Meter Höhe. Nur dort kann er Antwort finden auf ein Rätsel, das ihn schon lange beschäftigt. Das Experiment gelingt. Sensationelle Messergebnisse liefern den Nachweis einer bisher unbekannten Strahlung aus dem Weltraum.
Zurück am Boden scheint sich die Welt vorerst nicht sehr für Hess‘ Entdeckung zu interessieren. Als Jahre später einem Amerikaner ebenfalls die Messung dieser merkwürdigen „kosmische Strahlung“ gelingt, wird dieser als ihr Entdecker gefeiert. Späte Würdigung erfährt Hess erst im Jahre 1936. Der Physik-Nobelpreis wird ihm verliehen.
Doch auch die Welt der Wissenschaft bleibt von den politischen Ereignissen nicht unberührt. Es bricht eine Zeit an, in welcher kritisches Denken unerwünscht und schließlich gar verboten ist. Hess hat aus seiner Gesinnung nie einen Hehl gemacht und wagte stets den Nationalsozialismus offen zu kritisieren. Dafür wird ihm nun alles genommen: Stellung, Ansehen, Besitztümer. Im Herbst 1938 kann er sich gerade noch rechtzeitig über die Grenze in die Schweiz und weiter nach Amerika flüchten. Seine Heimat hat ihn verstoßen.
Entstehungsgeschichte:
Das Theaterstück entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck. Der Autor selbst (Regisseur zahlreicher Inszenierungen beim Stadttheater Kufstein) ist dort als Doktorand auf dem Gebiet der experimentellen Astroteilchenphysik tätig. Wertvolle Hilfe bei historischen Detailfragen wurde uns überdies von Seiten der Victor-Franz-Hess Gesellschaft zuteil.
Die Schauspieler:
Hanspeter Teufel als Victor F. Hess
Franz Osl als Hauptmann Hofory / Rudolf Steinmaurer / Grenzer und Polizist
Julian der Zauberer ist ein Buch für Kinder und Jugendliche, das allerlei fauler Zauber entlarvt und zur „Magie der Wirklichkeit“ verführt.
Julian ist elf Jahre alt und glaubt fest daran, dass es in seiner Welt mehr geben muss als den faden Alltag, der ihm von Schule und Eltern vorgegeben wird. Schon immer hat er sich für Magie, für Wunder, fürs Übernatürliche interessiert. Schon immer wollte er Zauberer werden. Eines Tage reißt er von zu Hause aus und begibt sich auf die Suche nach der Tür ins Zauberland, der Pforte in eine Welt, wo ihm alles möglich ist und seine Träume Wahrheit werden können.
Im Gegensatz zu so vielen anderen Geschichten, die auf dieselbe Sehnsucht mit dem tatsächlichen Finden einer Welt des Unmöglichen antworten, bleibt Julian, der Zauberer der Realität treu ohne dabei zu enttäuschen. Die Sehnsucht nach dem Fantastischen wird mit dem wahren Zauber der Wirklichkeit und der Magie des Möglichen befriedigt. Es bedarf dazu weder Hexen, noch Drachen und Zaubersprüchen.
erschienen als eBook bei epubli.de - ISBN: 978-3-8442-1033-0
- erhältlich auch bei amazon
Der Grundgedanke:
Als Astroteilchenphysiker, der nebenher auch Philosophie studiert hat, wandle ich auf dem Boden zweier Disziplinen, die versuchen die Rätsel und den Zauber der Wirklichkeit zu erfassen. Es hat mich immer wieder verwundert, wie viele Menschen sich all zu leicht dem Glauben an verschiedene Illusionen wie Astrologie, streng religiöse Dogmen, Fernsehzauberern, etc. hingeben und dabei doch den wunderbaren Reiz der wahren Welt, in der sie leben, übersehen. Aus der Sicht eines Kindes wollte ich ein wenig faulen Zauber abschütteln und von der Magie der Wirklichkeit schreiben. Ich wollte zeigen, wie fantastisch unsere eigene Welt sein kann. Und davon handelt Julian, der Zauberer.