Als studierter Physiker und Philosoph möchte Klaus Reitberger mit seinem neuen Programm „Irgendwo dort draußen“ ein bisschen Begeisterung für die Rätsel und Mysterien unseres Universums wecken. In einfachen Worten wird das Publikum auf eine Reise in Raum und Zeit quer durch den Kosmos entführt: vom Urknall bis zur Geburt der Erde. Auch brisante Themen, wie die mögliche Existenz außerirdischen Lebens und das künftige Schicksal unseres Heimatplaneten werden spannend dargelegt. Hernach bleibt noch Zeit für Fragen aus dem Publikum.
Da der Vortragende ein erfahrener Theatermacher und Autor ist, sticht das Programm nicht nur inhaltlich sondern auch rhetorisch hervor. Mit einigen Gedichten, die zur lyrischen Untermalung der physikalischen Erkenntnisse dienen, gelingt eine reizende Verbindung von Naturwissenschaft und Poesie.
Der Vortrag eignet sich nicht nur für Erwachsene, sondern vor auch für Jugendliche und Kinder ab 12 Jahren. Darbietungen an Schulen sind möglich.
Es gab mal eine Zeit, da nahm ich mir ernsthaft vor, selbst ein Musical zu schreiben und zu inszenieren. In den Jahren 2014 und 2015 spielten wir das Resultat im Stadtpark Kufstein und im Stadtsaal Kufstein. „Lucy & Glibsch“ erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die Sternensysteme zu überbrücken vermag. Mit fesselnder Musik, einer berührenden Geschichte und viel Humor war diese Produktion vor allem auch für Kinder geeignet. Gemeinsam mit Komponist Stefan Fritz habe ich damals fast ein Jahr lang an diesem fulminanten Spektakel für Augen und Ohren gearbeitet. Über vierzig Mitwirkende – allen voran die Hauptdarsteller Nelly Weinert und Herbert Oberhofer zeigten großartige Leistungen. Das Publikum erwarteten über zwanzig Lieder, Tanzchoreographien und jede Menge Emotion. Auf dieser Seite findet man ein paar gesammelte Erinnerungsstücke an dieses tollkühne Unterfangen.
Die Bilder:
Sylvia Groesswang
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Das Ensemble:
Story, Lyrics und Regie: Klaus Reitberger mit Kompositionen von Stefan Fritz und Choreographien von Reda Roshdi
In den Hauptrollen: Nelly Weinert als Lucy Herbert Oberhofer als Glibsch Klaus Schneider als Hermann Varina Weinert als Sandra Karolina Bucher als Glotschi Franz Osl als Glabatsch
Lucy ist ein lebensfrohes, naturverbundenes Mädchen, das nichts lieber tut, als im Sommer die Zeit im Freien zu verbringen und nachts mit ihrem Fernrohr die Sterne zu betrachten. Doch als ihr Vater nach einem schweren Autounfall ins Koma fällt und ihr Stiefmutter sie ins Internat stecken will, bricht für Lucy eine Welt zusammen. Sie ist einsam und verzweifelt. Allein und unter Tränen sitzt Lucy nachts auf der Wiese als etwas sehr unwahrscheinliches, aber nicht unmögliches geschieht.
Glibsch – ein Außerirdischer vom Planeten Sül – muss auf der Erde notlanden. Er hat Angst und möchte wieder fort. Er versucht zuerst mit einer Kuh zu kommunizieren, da er diese für die dominante Lebensform auf dem Planeten Erde hält. Lucy hält er anfangs für Ungeziefer und friert sie mittels Lähmstrahl ein. Als er seinen Irrtum erkennt, erfährt Lucy, dass es auf Glibschs Heimatplaneten Reparierroboter gibt, die jede Verletzung heilen können. Sie hilft Glibsch sich auf der Erde zurechtzufinden, damit er sein Raumschiff reparieren kann. Lucys Stiefmutter Sandra verständig inzwischen das FBI um den Außerirdischen unschädlich zu machen. Gerade noch rechtzeitig können Glibsch und Lucy entkommen. Die gelähmte Sandra nehmen sie im Laderaum des Schiffes mit.
Nach einem abenteuerlichen Flug durch die Galaxis landen Lucy und Glibsch auf Sül. Dort wird Glibsch sofort verhaftet, da es illegal ist eine andere Spezies zu importieren. Lucy wird in den Zoo von Sül gesperrt. Ihre Bitte einen Reparierroboter für ihren Vater zu bekommen und zurück nach Hause zu dürfen bleiben ungehört.
Kann sich Lucy außer dieser misslichen Lage befreien? Wird es ihr gelingen zur Erde zurückzukehren? Was geschieht mit Sandra, die immer noch im Laderaum des Schiffes liegt? Warum will Gladatsch, der König von Sül, die Erde zerstören? Und was sagt Glibschs Geliebte Glotschi zu alledem?
Songs & Lyrics:
1. Schönt ist’s
Lucy: Schön ist‘s, sich im Gras zu verstecken Und den Wolken beim Fliegen zuseh‘n Schön ist’s, über Sträucher zu springen Und im Sturm auf den Felsen zu steh‘n
Bienen und Vögel schwirr’n über das Land Käfer, ganz bunt, krabbeln auf meiner Hand Überall regt sich, bewegt sich die Welt Löwenzahn flieg, es gibt nichts, das dich hält!
Schön ist’s, auf die Bäume zu klettern Sich in Blättern und Ästen verlier‘n Schön ist’s, unter Sträucher zu kriechen Deren süße Beeren probier‘n
Sonnenlicht leuchte, bis die Nacht lacht, Bis dass mein Schatten mich riesengroß macht Und dann der Reih nach die Sterne schön glüh‘n Sterne wie Blumen am Himmelsfeld blüh‘n
Schön ist’s, unter Sternen zu wandern Und darin allerlei Bilder zu seh‘n Hermann: Schön ist’s, eine Tochter zu haben Sich mit ihr so gut zu versteh‘
2. Mama ist fort
Hermann: Mama ist fort. Verdampft und verschwunden Vom Winde verweht Und nicht mehr gefunden Ihr Herz war zu schwach Die Krankheit zu schwer Der Arzt kam zu spät Und sie lebte nicht mehr Lucy: Mama ist fort Wir hab‘n sie verloren Kein Mittel, das half Ihr Herz ist erfroren Aber manchmal im Traum Sehe ich sie dort steh‘n Sie lächelt mir zu Und ich will zu ihr geh‘n Hermann: Mama ist fort Es muss weiter gehen Denn nichts bleibt wie’s ist Nicht bleibt wie‘s ist Ja das musst du verstehen Beide: Sie ist nicht mehr da Kommt nie mehr zurück Ja man schaut jetzt nach vorn Und man sucht neues Glück Lucy: Mama ist fort Sandra: Doch dafür bin ich da Er hört ganz auf mich bin bald seine Braut, bin bald seine Braut, ja und wenn’s soweit ist, ist sein Leben mein Und in diesem Haus Werd ich Königin sein
3. Kompliziert
Hermann: Es konnt‘ nichts Schönres geben Frau, Heim, Kind – mein Leben Nichts konnt uns mehr stören Jeder Tag betören. Doch dann … Das Leben zeigte Zähne Zerstörte alle unsre Pläne Gestorben ist, was mein war Und ich stand ganz allein da. Ensemble: Leben ist manchmal kompliziert Und falsch ist alles, was man tut. Sind Sie denn nicht auch arg frustriert? Spürn Sie auch manchmal diese Wut? Hermann: Es konnt‘ nichts Schönres geben Frau, Heim, Kind – mein Leben Nichts konnt uns mehr stören Jeder Tag betören. Doch dann … Das Leben zeigte Zähne Zerstörte alle unsre Pläne Gestorben ist, was mein war Und ich stand ganz allein da. Ensemble: Leben ist manchmal kompliziert Und falsch ist alles, was man tut. Sind Sie denn nicht auch arg frustriert? Spürn Sie auch manchmal diese Wut?
4. Ein Bisschen
Sandra: Wenn die Tochter nicht wäre, Dann hätt ich leichtes Spiel Dann hätt ich ihn schon längst so weit Denn dazu braucht‘s nicht viel
Ein bisschen Flirten, Ein bisschen Schön-sein. Ein bisschen Lügen, Ein bisschen Charme Und alle Männer dieser Welt Sind plötzlich Schafe Und ich, ich schere sie
Wenn nur Lucy nicht wäre, Wär das Haus schon längst mein Und Hermanns schöner Chevrolet, Der wird auch meiner sein.
Ein bisschen Flirten, Ein bisschen Schön-sein. Ein bisschen Lügen, Ein bisschen Charme Und alle Männer dieser Welt Sind plötzlich Schafe Und ich, ich schere sie
5. Hochzeitslied
Ensemble: Geschenke für das Brautpaar Rosen für die Braut Zigarren für den Bräutigam Achtung, jetzt wird’s laut! Gast (männl.): Hermann, alter Gauner! Gast (weibl.): Sandra, tolles Kleid! Fotograf: Ein Foto von dem Hochzeitspaar Ensemble: Ein Kuss, es ist soweit Gast (männl.): Endlich, jetzt gibt‘s Torte! Gast (weibl.): Und dazu viel Wein! Ensemble: Die Band spielt eine Chachacha Schon bald wird Morgen sein Hermann: Endlich gehn die Gäste Sandra: Schöner ist‘s allein Hermann: Leg dich schon mal ins Hochzeitsbett Werd‘ gleich bei dir sein
6. Weißt du wie viel Sterne stehen?
Lucy: Planetarische Nebel und ferne Quasare Pulsierende Sterne und roter Staub Supernovae und Kugelsternhaufen, Spiralgalaxien und glühendes Gas Sag wie viele Phänomene, Die dort draußen leise leuchten, Deren Licht die Zeit durchschreitet Und dann schließlich uns erreicht. Können wir denn alles sehen? Wie viel mehr bleibt unsichtbar Auf ewig verborgen und niemals verstanden Für immer verhüllt im Dunkel der Nacht
Weißt du wie viel Sterne stehen? Hast du’s denn noch nie gesehen Wenn der Himmel Feuer fängt? Tauch ins Meer der Galaxien Wo die Sternenwinde wehen Wo die schwarzen Nebel schweben Und der Morgen niemals kommt Tanz den Tanz der tausend Lichter, Die die Nacht des Alls erleuchten Fühl dich eins mit allen Strahlen, allen Teilchen, allem, allem Sein Denn auch du bist Sternenstaub
Rote Riesen, weiße Zwerge, Kreisende Neutronensterne Das seltsame Rätsel der Dunkelmaterie Mysteriöses Verhalten galaktischer Kerne Tausend Fragen ohne Antwort Tausend Rätsel in der Nacht. Woher sind die schnellsten Teilchen? Was passiert, wenn Sterne sterben? Was geschieht in schwarzen Löchern? Wie entsteht die Supernova? Wie viel Galaxien gibt es? Gibt es Leben, fern von uns? Ensemble Wisst ihr wie viel Sterne stehen? Habt ihr‘s denn noch nie gesehen Wenn der Himmel Feuer fängt? Taucht ins Meer der Galaxien Wo die Sternenwinde wehen Wo die schwarzen Nebel schweben Und der Morgen niemals kommt. Tanzt den Tanz der tausend Lichter, Die die Nacht des Alls erleuchten Fühlt euch eins mit allen Strahlen, allen Teilchen, allem, allem Sein Denn auch ihr seid Sternenstaub
7. Sterne – ihr hört nicht auf leuchten
Lucy: Sterne – ihr hört nicht auf leuchten Auch wenn es trüb und finster ist Auch wenn ein Schatten uns zerfrisst Und wenn man ganz vergisst, Was Freude ist Sterne – ihr hört nicht auf leuchten
Sterne – ihr hört nicht auf leuchten Auch wenn ihr hinter Wolken lebt Auch wenn der Nebel uns umschwebt Auch wenn die Erde bebt, Wenn nichts mehr lebt Sterne – ihr hört nicht auf leuchten
Sterne – ich weiß, dass ihr leuchtet Auch wenn ich euch nun ferner bin Am Himmel nur mehr Punkte sind Auch wenn ich einsam bin, euch nicht mehr find Sterne – ich weiß dass ihr leuchtet
8. Nie geseh‘n
Lucy: Ich habe diesen Stern noch nie geseh‘n. Er strahlt so seltsam hell und fröhlich Was bist du für ein schöner neuer Stern? Warum denn hab ich dich noch nie geseh‘n?
Es scheint fast, als bewegt sich dieser Stern Er wird dabei auch immer heller Kann das denn eine Sternenschnuppe sein? Ach wünschen würd ich mir etwas sehr gern Ich wünsch mir, dass mein Papa wieder spricht Dass alles wird, wie es gewesen
Du lieber Stern, erfüll mir diesen Wunsch Nur diesen, denn was andres will ich nicht. Der Stern ist plötzlich gleißend hell und brennt Er ist der hellste Stern am Himmel Auch hören kann man ihn in dunkler Nacht Es donnert und es rauscht am Firmament
9. Ich komme in Frieden
Glibsch: Ich komme in Frieden Nicht Fürchten vor mir Wir sind zwar verschieden Doch schwöre ich dir:
Ich werd dich nicht fressen Also tu mir nicht weh Du sollst nicht vergessen Dass ich dich gut versteh.
Ich komme in Frieden Und ich will wieder weg Nichts ist mir geblieben Und mein Schiff ist defekt.
10. Ein blauer Punkt
Lucy: Die Erde ist ein blauer Punkt im Weltall Ein kleiner funkelnd heller Diamant Und darauf tummeln sich Milliarden Tiere Am Himmel, unter Wasser und am Land
Die Jahreszeiten bringen uns die Vielfalt Der Mond sorgt für die Ebbe und die Flut Und wenn ein Sturm Zerstörung über Land weht Macht die Sonne uns am Morgen wieder Mut
Ich find es schön, auf dieser Welt zu leben Ich atme und genieße jeden Tag Und wenn einer sagt, diese Welt sei hässlich Dann sag ich, dass ich sie sehr gerne mag.
Im Lauf der Zeit entwickeln sich die Tiere Man passt sich an die neue Umwelt an Im Spiel der kunterbunten Lebensvielfalt Gab’s dann Menschen und die neue Zeit begann.
Ich find es schön, auf dieser Welt zu leben Ich atme und genieße jeden Tag Und wenn einer sagt, diese Welt sei hässlich Dann sag ich, dass ich sie sehr gerne mag.
11. Einmal noch (1)
Glibsch: Wieder einmal auf den Türmen stehn Wieder einmal den Himmel rot sehn Wieder an einem Glokul nagen Wieder einmal eine Gladaratsch jagen.
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Wie gern wär – ich wieder mal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Werd ich je – wieder einmal dort sein?
Einmal nur noch in den Kratlak gehn Einmal von dort den Mond von Sül sehn Einmal noch schau’n in Glotschis Augen Einmal nur noch mit ihr Krölek-Saft saugen
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Wie gern wär – ich wieder einmal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Werd ich je – wieder einmal dort sein?
12. Das ist der Deal
Ensemble: Das ist der Deal, so wird‘s gemacht Wir schleichen durch die Straßen in der Nacht
Das ist der Deal, so wurd‘s gemacht Wir fliegen zu den Sternen morgen Nacht
13. Flieg
Glibsch: Flieg! Flieg! Flieg! Was ist los du blödes Raumschiff? Warum lässt du mich im Stich? Hast dein Lithium bekommen. Flieg! Flieg! Flieg! Warum rührst du dich nicht? Flieg! Ensemble: Dieses Ding da ist gefährlich Und entwischen darf es nicht Alle Waffen auf Bereitschaft Gebt zum Kampf grünes Licht! Lucy: Flieg! Flieg! Flieg! Setzt dich endlich in Bewegung Zu den Sternen möcht ich nun Durch die weite Ferne schweben Flieg! Flieg! Flieg! Das, nur das – will ich tun Flieg! Ensemble: Sie verlassen jetzt das Raumschiff! Denn wir zählen jetzt bis drei Wenn sie dann nicht gleich erscheinen Angriff marsch! Feuer frei! Glibsch & Lucy: Flieg! Flieg! Flieg! Da verschwimmt die Atomsphäre Sterne füll’n das Firmament Und wir reisen in die Ferne Flieg! Flieg! Flieg! Wo die Erde niemand kennt
14. Frei wie ein Komet
Lucy: Und wir fliegen durch den Kosmos Uns umgibt ein Sternenmeer Voller Rätsel, voller Zauber Sag, wo kommt das alles her? Glibsch: Alles ist aus Nichts entstanden Nur der Zufall und die Zeit Brachten Sterne, brachten Leben Und hier sind wir nur zu zweit. Beide [Ref.]: Frei wie ein Komet Schweben wir dahin Fliegen durch den Raum Wo die Sterne sind. Unser Raumschiff rast Fast so schnell wie Licht Fliegt wohin wir woll’n Grenzen gibt es nicht. Lucy: Was ist das dort für ein Nebel? Warum leuchtet er so rot? Glibsch: Das sind Supernovareste Und der Stern darin ist tot. Lucy: Warum ist dort alles dunkel? So viel Schwarz nur und kein Licht? Glibsch: Das ist nur eine Staubwolke Und die raubt uns da die Sicht. Beide [Ref.]: Frei wie ein Komet Schweben wir dahin Fliegen durch den Raum Wo die Sterne sind. Unser Raumschiff rast Fast so schnell wie Licht Fliegt wohin wir woll’n Grenzen gibt es nicht. Lucy: Und die Erde ist verschwunden Unsre Sonne – nur ein Fleck Glibsch: Und in wenigen Momenten Ist auch dieser Punkt schon weg. Lucy: Ach ich liebe es zu fliegen Durch die Zaubersternenwelt Tausend Rätsel, tausend Fragen Und ein Schiff, das mir gefällt. Beide [Ref.]: Frei wie ein Komet Schweben wir dahin Fliegen durch den Raum Wo die Sterne sind. Unser Raumschiff rast Fast so schnell wie Licht Fliegt wohin wir woll’n Grenzen gibt es nicht.
15. Scher dich weg
Glotschi: Scher dich weg, du fieser Tölpel Keiner ist so arg wie du Lässt mich kalt und herzlos sitzen Will vor dir jetzt meine Ruh
Alles nichts als faule Lügen Gib’s doch endlich einmal zu, Dass ich dir nicht viel bedeute Was dir wichtig ist, bist du
Warum fliegst du in die Ferne? Warum bleibst du nicht mal hier? Fliehst vor mir so oft wie möglich. Einen Dreck bedeut ich dir!
Es ist aus zwischen uns beiden Mit dem Drama ist jetzt Schluss Denn ich kann nicht bei dir bleiben Weil ich auch mal leben muss
16. Der Sicherheitsdienst
Sicherheitsdienst: Keiner rührt sich! Keiner spricht! Folgt und lebet, Oder nicht! Wer sich weigert, Schmerzen spürt Auf zum König Man euch führt Glabatsch will euch sofort sehn Und sein Urteil Soll geschehn Ensemble: Auf zum großen Königsthron Auf zu Gradotschs erstem Sohn Auf zu Glabatsch, unserm Herrn Er führt euch und er hat euch gern.
17. Ordnung in der Galaxie
Glabatsch: Die Ordnung in der Galaxie Das ist mein höchstes Streben Weg muss, was nur Chaos schafft Was schön ist, das soll leben Die Spezies, die das Wissen mehrt Die sei uns sehr willkommen Das Volk, das hohe Kunst verehrt Wird meine Gunst bekommen Doch jene, die so töricht bleiben Und sinnlos ständig Kriege treiben Jene, die die Kunst verachten Grausam sich und andre schlachten Die Narren, Toren, Unheilstifter Himmelschwärzer, Weltvergifter: Bessern werden sie sich nie Es ist kein Platz in unserer Galaxie, Für solch Gefahr der Sternenharmonie
Ein jeder will doch fröhlich sein Viel Glück und wenig Leiden Doch wenn man weiß, dass Unheil droht Dann muss man sich entscheiden. Es gilt zu handeln, vor der Not Das Unkraut gleich entfernen Wenn man’s zu lange wuchern lässt, herrscht Krise in den Sternen. Und darum muss man‘s manchmal richten Manchmal eine Welt vernichten. Um der größ‘ren Sache wegen Manch ein Volk vom Himmel fegen. Die Narren, Toren, Unheilstifter Himmelschwärzer, Weltvergifter: Bessern werden sie sich nie Es ist kein Platz in unserer Galaxie, Für solch Gefahr der Sternenharmonie
18. Mensch sein
Lucy: Ich bin jung und weiß nicht viel Hab wenig erst erlebt Doch ich weiß, was Mensch sein heißt Auch wenn ihr’s nicht versteht
Mensch sein heißt zu träumen Die Hoffnung nie verlier’n Auch wenn’s kalt uns finster Im Dunkel nicht erfrier’n
Mensch sein heißt zu streben Nach einer bess’ren Welt Die frei von Leid und Elend Die mir und dir gefällt.
Ich hab noch nicht viel Zeit gehabt Bin nur ein Menschenkind Doch die Welt hat mich gelehrt Dass Menschen wichtig sind
Mensch sein heißt sich fragen Wie unsre Welt entstand Was war und was noch sein wird So viel ist unbekannt
Mensch heißt erzählen Geschichten, die uns rühr‘n Ein Märchen zu erfinden Um Wirklichkeit zu spür‘n
Ich flehe und ich bitte euch Gebt uns nicht so schnell auf Der Mensch hat seine Chance verdient Lasst Leben seinen Lauf.
Mensch heißt sich irren Doch Fehler eingesteh’n Aus Irrtümern zu lernen Und neue Wege geh’n
Mensch sein heißt zu sterben Ins ew’ge Nichts eingeh’n Auch wenn ein Stern verglüht ist Kann man sein Licht noch seh’n.
19. Ein lustiges Tier
Sandra: Wo zur Hölle bin ich hier? Roter Himmel, gelbe Berge Üble Luft und Monsterzwerge? Was nur, was geschieht mit mir? [Strophe der Bewohner von Sül] Sandra: Was wollt ihr Monster denn von mir? Was steckt ihr mir in die Ohren? Was nur hab ich hier verloren? Ich möchte bitte weg von hier! Ensemble: Was ist das denn für ein lustiges Tier? Ich glaube fast sowas war noch nie hier. Ich würd es gern behalten. Ich mag solche Gestalten. Ich würde es gern streicheln Mit mir nach Hause nehmen Mit leckren Sachen füttern Zum Haustier es mir zähmen. Sandra: Ich will nicht euer Haustier sein! Könnt ihr mich nun auch verstehen? Ich möcht gern nach Hause gehen. Lasst mich bitte jetzt allein! Ensemble: Das ist gewiss ein sehr niedliches Tier. Ich glaube fast so was war noch nie hier Ich würd es gern studieren. Ein bisschen rumprobieren. Ich würde es gern auszieh‘n Ihm neue Kleider geben Es dann ein bisschen schmücken Und mit ihm fortan leben. Was ist das denn für ein lustiges Tier? Ich glaube fast sowas war noch nie hier
20. Einmal noch (2)
Lucy: Einmal nur noch auf der Wiese stehn Einmal nur noch den Himmel blau sehn Wieder den Wind der Erde spür‘n. Einmal nur noch einen Menschen berühr‘n.
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Wie gern wär – ich wieder mal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Haus Werd ich je – wieder einmal dort sein?
Einmal nur noch meinen Papa sehn Gerne würd ich die Menschen verstehn. Ein Leben lang, die Welt studieren Niemals möcht ich meine Erde verlieren.
Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Wie gern wär – ich wieder einmal daheim Weit, weit, weit – weit weg ist mein zu Hause Werd ich je – wieder einmal dort sein?
21. Ohne ihn
Glotschi: Wie groß sei auch der Weltraum Wie schön der schönste Stern All das ist trist und traurig Denn er ist mir so fern Allein sein ist so einsam Viel schöner ist’s zu zweit Gemeinsam weiterleben Ich bin dazu bereit. Ohne ihn macht alles keinen Sinn Ohne ihn weiß ich nicht, wer ich bin Ohne ihn fällt jeder Schritt so schwer Ohne ihn ist meine Welt so leer Ich muss ihn wiederfinden Kann mich ihm nicht entzieh‘n Und hab ich ihn gefunden Dann werd‘ ich mit ihm flieh’n. Nur mit ihm ist dieses All noch schön Nur mit ihm kann ich die Zukunft seh’n Nur mit ihm macht meine Welt noch Sinn Nur bei ihm da weiß ich wer ich bin.
22. Nur ein Tropfen
Glibsch: Die Erde ist ein Tropfen nur – in einem großen Meer, Das endlos viele Tropfen fasst – nur dazwischen ist es leer Das Leben ist der Wellenschlag, der den Ozean bewegt Und du und ich, wir sind die Gischt, die sich übers Wasser legt Lucy: Hundert Milliarden Sterne Leuchten in der Galaxie Hundert Milliarden Lichter Wer wohl betrachtet sie? Hermann: Der Weltraum ist ein Paradies, so unvorstellbar groß So voller Rätsel und Gefahr’n, alles dreht sich pausenlos Glotschi: Und mit der Zeit drehn wir uns mit in diesem Weltenraum Wir reisen gern von Stern zu Stern, wir leben unsern Traum. Sandra: Monde und Planeten Kreisen durch das Sternenmeer Von fernen Sternenstädten Dringt Kunde zu uns her. Ensemble: Die Erde ist ein Tropfen nur – in einem großen Meer, das endlos viele Tropfen fasst – nur dazwischen ist es leer. Das Leben ist der Wellenschlag, der den Ozean bewegt. Und du und ich, wir sind die Gischt, die sich übers Wasser legt.
am 8.2. / 9.2 / 14.3. / 15.3. und 16.3. 2014 im Kulturhaus Kufstein
am 14.2. 2014 in der Arche Noe Kufstein
im 20.3. 2014 im Freien Theater Innsbruck (heute BRUX)
am 16.5. 2014 in Imst (Humiste)
am 11.9. 2014 im Passionsspielhaus Thiersee
am 13.9. 2014 beim Theatergenussherbst in Fiss
am 20.5. 2015 im Kulturhaus Kufstein
am 24.5. 2015 beim Theaterfestival Schauplatz in Stadt Haag
am 3.10. 2015 in Tristach (Osttirol)
am 9.4. in Schwendau im Zillertal
Im Februar 2014 wagte sich das Stadttheater Kufstein an einen 2456 Jahre alten Polit-Psycho-Thriller.
„Antigone“, ist das wohl bekannteste Stück von Sophokles. Es ist ein Juwel der Weltliteratur, ein kostbares Vermächtnis aus den Uranfängen der Theatergeschichte im antiken Griechenland. Erzählt wird ein blutiger Reigen aus Machtstreben und Familienliebe. Nichts ist hier verstaubt. Die Fragen, mit denen uns die Geschichte der Antigone – Tochter des Ödipus – entgegentritt, haben auch in unserer Gegenwart nichts an ihrer Sprengkraft eingebüßt.
Modern inszeniert, doch mit klassischen Texten, spielten wir dieses griechische Drama in der Art eines Stubenspieles. Es gab keine Bühne. Dieses Unterfangen wurde mit dem Tiroler Volksbühnenpreis belohnt.
Die Bilder:
Sylvia Groesswang
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Der Volksbühnenpreis:
Die Übergabe des Tiroler Volksbühnenpreises am 17.11. 2014. Im Bild von links nach rechts: Johannes Reitmeier (Intendant des Tiroler Landestheaters, Hildegard Reitberger (Obfrau des Stadttheaters Kufstein), Beate Palfrader (Kulturlandesrätin von Tirol), Ekkehard Schönwiese (Dramaturg des Theaterverbandes Tirol) und Helmut Häusler (Schauspieler am Tiroler Landestheater)
Da ich selbst zum Zeitpunkt der Verleihung in Indien weilte, steuerte ich nur folgende Worte bei:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstschaffende und Kunstgenießende,
die Nachricht, dass unsere Inszenierung der Antigone des Sophokles von der hochkarätigen Jury des Tiroler Volksbühnenpreises mit dem ersten Platz bedacht wurde, erreichte mich in einem kleinen Dorf im indischen Himalaya. Hier saß ich, zwischen Bergen und Buddha-Statuen, und dachte darüber nach, ob ich mein Leben künftig eher in Richtung Theater oder in Richtung Gammastrahlenastroteilchenphysik ausrichten sollte. Ihre Entscheidung, werte Jury, bestätigt mir: um die Gammastrahlen sollen sich andere Leute kümmern. Ich bedanke mich bei meinem famosen Team. Nur mit euch war dieses Stück möglich. Erinnern sich die beiden Damen, Ismene und Antigone, noch daran, als sie mich beide bei „Endstation Sehnsucht“ fragten, ob ich nicht ein Stück für sie hätte? Schon damals spukte mir Antigone durch den Kopf, das psychologisch spannendste Drama der griechischen Antike. Schon nach den ersten Probe war uns klar: dieses Stück dringt tief ins Herz. Die alten Worte wirken – auch heute noch. Jeder Theatermacher wandelt im Licht und im Schatten einer zweieinhalb Jahrtausende reichen Geschichte. Dass eines der ältesten Stücke der Welt heute noch Preise gewinnen kann, ist einfach nur schön. Doch das Schönste an unserer Antigone ist: sie ist noch nicht tot. Wir werden dieses Stück wohl noch einige Male spielen. Und wir freuen uns sehr darauf. Ich möchte auch den kreativen Köpfen hinter allen anderen nominierten Stücken gratulieren. Ich wünschte, ich hätte all eure Stücke gesehen, doch leider sind die Tage zu kurz, um alles zu sehen, was sehenswert ist. Dennoch: erhebt heute alle gemeinsam die Gläser und stoßt an: auf das Theater, auf die Bühnenmagie, auf das Gelächter und die Tränen im Publikum. Es gibt nichts Schöneres. Klaus Reitberger 31.10. 2014 Yuksom, Sikkim, India
“Zeitkritisch”, “erschreckend” und zugleich “sehr unterhaltsam” – mit diesen Worten beschrieben die Theaterkritiker vom ORF-Radio Tirol die Uraufführung am 21.12.2012. Das Stück vermittle eine “wichtige Botschaft”, zeige auch viele “musikalische Talente” und sei ein “Highlight für Theaterfreunde”.
Was als harmlose Wette zweier Physiker begann, entwickelt sich binnen weniger Jahre zum globalen Albtraum.Wir erleben die Entstehung einer Weltuntergangssekte – viel glaubwürdiger und gefährlicher als alle bisherigen Vorstellungen vom Ende der Welt.Die Zahl ihrer Anhänger wächst beständig. Man gibt seinen Beruf auf, nimmt die Kinder von der Schule und spendet der Sekte seinen ganzen Besitz – denn der Tag, an dem die Erde stirbt, ist nah.Als einer von wenigen stellt sich der Physiker David Wegener gegen den Wahnwitz der Weltuntergangslehre. Doch als schließlich sogar seine Geliebte Lisa in die Fänge der Sekte gerät, wird sein Kampf immer aussichtsloser.Alles steuert dem einen Datum entgegen, dem Tag, an dem die Welt untergehen soll. Bald sind es nur noch wenige Wochen bis dahin – und die Lage scheint völlig außer Kontrolle zu geraten.
In bewegenden Episoden zeigt dieses Theaterstück ausgewählte Momentaufnahmen aus dem Leben von Victor F. Hess, dem Entdecker der kosmischen Strahlung. Von der dramatischen Ballonfahrt 1912 bis zur Flucht vor den Nazis, vom Disput mit Millikan bis zur Verleihung des Nobelpreises – hautnah am Leben werden Erfolge und Höhepunkte, Rückschläge und Niederlagen szenisch dargestellt.
Nach bisherigen Aufführungen in Innsbruck, Kufstein und Wien gehen die „Kosmischen Strahlen“ im Herbst auf Tournee:
Unsere Tournee:
am 9. September ein letztes Mal in Kufstein ( 19.00 Kulturhaus) mit anschließenden Vortrag über offene Rätsel der Astro- und Teilchenphysik von Klaus Reitberger
am 19. September in Graz (20.15 Uhr , Universität Graz, Hörsaal 05.01) – Details
am 20. September auf Schloss Pöllau (20.00 Uhr, Großer Freskensaal) – Details
am 21. Oktober auf Stift Melk (16:00 Uhr, Dietmayrsaal) – Bilder
am 30. Oktober in Siegen (11.00 Uhr, Siegerlandhalle) – Plakat
am 14. Oktober 2015 im Kulturhaus Kufstein (Beginn: 20.30 Uhr)
am 17. Oktober 2015 beim Astroseminar der WWU Münster – Details
Wir haben Anfragen für weitere Gastspiele und sind gerade dabei diese zu konkretisieren. Bei Interesse: +43 699 10811013
Video-Ausschnitt:
Das Buch zum Stück:
Bei der university press innsbruck erschien vor kurzem das Buch zum Stück – jetzt auch in englischer Sprache. Als Übersetzter fungierte Arthur Breisky – der Enkel von Victor F. Hess
„Zum Theaterstück kann ich sagen, dass mich die eingesetzten Bühnenbilder sehr beeindruckt haben, beispielsweise kam gleich am Anfang der Aufführung ein riesiger Heißluftballon zum Einsatz, welcher auf der kleinen Bühne des Kulturhauses eine große Wirkung erbrachte. Ebenfalls positiv wirkte auf mich, dass das Wechseln der Bühnenbilder nicht hinter verschlossenen Vorhängen geschah, sondern so, dass jeder es sehen konnte. Außerdem fand ich es toll, dass Klaus Reitberger diesmal nicht nur als Regisseur, sondern auch als Schauspieler – wenn auch nur in einer kleinen Rolle – fungierte. Ganz allgemein wurde dieses doch eher schwierige Thema der Kosmischen Strahlen gut verständlich und sehr spannend umgesetzt. Die schauspielerischen Leistungen waren allesamt top, besonders die Rolle des Victor F. Hess wurde hervorragend und absolut authentisch gespielt.“
Wir schreiben das Jahr 1912: Nach Jahren der Vorbereitung wagt der Physiker Victor Franz Hess eine riskante Ballonfahrt auf über 5000 Meter Höhe. Nur dort kann er Antwort finden auf ein Rätsel, das ihn schon lange beschäftigt. Das Experiment gelingt. Sensationelle Messergebnisse liefern den Nachweis einer bisher unbekannten Strahlung aus dem Weltraum.
Zurück am Boden scheint sich die Welt vorerst nicht sehr für Hess‘ Entdeckung zu interessieren. Als Jahre später einem Amerikaner ebenfalls die Messung dieser merkwürdigen „kosmische Strahlung“ gelingt, wird dieser als ihr Entdecker gefeiert. Späte Würdigung erfährt Hess erst im Jahre 1936. Der Physik-Nobelpreis wird ihm verliehen.
Doch auch die Welt der Wissenschaft bleibt von den politischen Ereignissen nicht unberührt. Es bricht eine Zeit an, in welcher kritisches Denken unerwünscht und schließlich gar verboten ist. Hess hat aus seiner Gesinnung nie einen Hehl gemacht und wagte stets den Nationalsozialismus offen zu kritisieren. Dafür wird ihm nun alles genommen: Stellung, Ansehen, Besitztümer. Im Herbst 1938 kann er sich gerade noch rechtzeitig über die Grenze in die Schweiz und weiter nach Amerika flüchten. Seine Heimat hat ihn verstoßen.
Entstehungsgeschichte:
Das Theaterstück entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck. Der Autor selbst (Regisseur zahlreicher Inszenierungen beim Stadttheater Kufstein) ist dort als Doktorand auf dem Gebiet der experimentellen Astroteilchenphysik tätig. Wertvolle Hilfe bei historischen Detailfragen wurde uns überdies von Seiten der Victor-Franz-Hess Gesellschaft zuteil.
Die Schauspieler:
Hanspeter Teufel als Victor F. Hess
Franz Osl als Hauptmann Hofory / Rudolf Steinmaurer / Grenzer und Polizist
Immer ausverkaufte Vorstellungen, Verlängerungstermine, Gastspielangebote, standing ovations und Applaus ohne Ende. Keiner meiner bisherigen Inszenierungen vermochte das Publikum so sehr in ihren Bann zu ziehen wie „Die Thurnbacherin“. Ich danke allen, die dabei waren und die mithalfen, dieses Projekt möglich zu machen.
Sommer 1910: Hoch über dem Tal liegt der Thurnbachhof. Nach monatelangem Siechtum ist der junge Bauer endlich tot. Zurück bleiben sein greiser Vater, sein jüngerer Bruder und seine Witwe, die nun als Thurnbacherin das Sagen auf dem Hof hat – sehr zum Missfallen von Schwager und Schwiegervater. Außer diesen dreien hausen auf Thurnbach noch ein Knecht und eine Magd – sonst niemand mehr. Was sich anfänglich wie ein einfaches Volksstück anhört, ist in Wahrheit Psycho-Terror vom Feinsten: Fünf Personen. Fünf Leidenschaften. Ein verhängnisvolles Labyrinth aus Liebe und Hass, ein Strudel der gegenseitigen Abhängigkeit, genährt von Machthunger und sexueller Begierde. Hinzu kommt der lange Schatten eines schrecklichen Verbrechens, welches niemals ans Licht kommen darf.
Der TV-Bericht:
Die Presse:
Es war eine Premiere der Sonderklasse, ein Stück so intensiv wie ein Thriller, meisterlich inszeniert von Regisseur Klaus Reitberger. Mit der Thurnbacheirn zeigten Brigitte Einkemmer, Gunther Hölbl, Reinhard Exenberger, Hannes Reitberger, Christl Lutz und Alois Pfurtscheller, auf welch außergewöhnlichem Niveau das Ensemble des Stadttheaters Kufstein zu spielen vermag.
Intensiv und abgründig die Vorlage von Rudolf Greinz aus dem Jahr 1910. Meisterlich inszeniert von Klaus Reitberger mit intensiver Musikuntermalung und multimedialen Elementen. Sechs Schauspieler, ein Raum und menschliche Abgründe, die das Publikum sofort fesselten. Volksbankdirektor Wolfgang Schauer: „Das beste Theaterstück, das ich je gesehen habe.“ Zum Schluss gab’s Standing Ovations für das Ensemble, das in dieser Inszenierung bis an seine Grenzen und wohl auch darüber hinaus gehen musste, um das Publikum in die abgrundtiefe Seelenwelt der Thurnbacherin zu entführen. Besser geht’s nicht.
Mit dem Volksstück „Die Thurnbacherin“, geschrieben von Rudolf Greinz, startet das Kulturhaus Kufstein in das diesjährige Theaterjahr. Regie führt Klaus Reitberger. Am Freitag, dem 23. März 2012, besuchte ich besagtes Kulturhaus, um mir eine von insgesamt sieben Aufführungen anzusehen. Knapp 150 Zuschauer erschienen an diesem Abend zu dem Volkstheater. Mit „Die Thurnbacherin“ habe ich die Möglichkeit bekommen, mein Theater-Repertoire sehr positiv bereichern zu können. Um es schlicht und einfach zu sagen: Ich war begeistert. Und zwar aus mehreren Gründen: Einerseits fand ich die Geschichte, die bei diesem Stück erzählt wird, unglaublich spannend – es ist einfach einmal etwas anderes als die klassischen, lustigen und leichten Volksstücke, die man normalerweise zu sehen bekommt. Bei diesem Stück stand die Dramatik klar im Vordergrund. Die sich abwechselnden Szenen aus sowohl körperlicher als auch in Dialogen vorkommender Gewalt und Leidenschaft erzeugten einen Spannungsbogen, der sich am Schluss durch den Mord an der Thurnbacherin schlagartig entladen hat. Andererseits haben die mitwirkenden Darsteller eine wirklich großartige schauspielerische Begabung gezeigt – und zwar alle. Jedem Einzelnen habe ich seine gespielten Emotionen voll und ganz abgekauft. Auch die Gäste, die ich interviewt habe, waren restlos begeistert. Man darf sich also schon wieder auf das nächste Stück, wo ebenfalls Klaus Reitberger Regie führt, freuen!
Diese Aufführung schien mir die beste aller Inszenierungen, die ich erlebt habe. Sie verdiente weitere Wiederholungen an anderen Orten, wenn machbar auch über das Fernsehen. Mit ihrer Leistung können die Kufsteiner sicher mit medien-bekannten Bühnen konkurrieren.
Dr. Georg Ott (Enkel von Rudolf Greinz) über „Die Thurnbacherin“
Die Bilder:
Die Ehrenurkunde:
Verleihung der Ehrenurkunde zur Nominierung für den Tiroler Volksbühnenpreis durch die Kulturlandesrätin Beate Palfrader
Kein Philosoph vermochte seine Gedanken in so wortgewaltigen Bildern und atemberaubend schönen Metaphern auszudrücken wie Friedrich Nietzsche. In Gedenken an den Philosophen – 111 Jahre nach seinem Tod – hat der Kufsteiner Regisseur Klaus Reitberger die literarisch opulentesten Textpassagen und schönsten Gedichte Nietzsches zu einer einstündigen Inszenierung für zwei Darsteller verarbeitet. Diese wird am Samstag, dem 20. August 2011 vor der wunderschönen Kulisse des Apollon Tempels am Hundstalsee bei Inzing auf 2300 Meter Höhe aufgeführt werden. Beginn: 15.00 Uhr. Es spielen: Klaus Reitberger und Gabriele Parsert. Der Eintritt ist frei. Ersatztermin bei Schlechtwetter: 27. August.
Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde, Wettertelefon: 069910811013
Edmond Rostands Versdrama aus dem Jahre 1897 erzählt wohl eine der berührendsten und schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur. „Cyrano von Bergerac“ ist zugleich romantische Komödie und heroisches Heldenepos, die Geschichte einer großen Täuschung und eines unsterblichen Sehnens, ein Märchen von epischem Ausmaß basierend auf einer wahren Begebenheit. Spätestens seit der oscargekrönten Verfilmung mit Gérard Depardieu hat dieses Stück Weltruhm erlangt. Mit einem Ensemble von über vierzig Mitwirkenden wagte ich mich mit dem Stadttheater Kufstein im Sommer 2011 an dieses große Abenteuer.
Am 21. Januar fand die Premiere meiner sechsten Inszenierung beim Stadttheater Kufstein statt. Der wunderbare Charme von Oscar Wilde macht dieses Stück zu einem zauberhaften Erlebnis – für Publikum, Schauspieler und Regisseur.
Am 23. Oktober 2010 wurde bei der Volksbühne Alpenland Thiersee unter der Regie von Hubert Petter mein Drama „Gefangen“ uraufgeführt. Es war ein großer Erfolg und für mich ein sehr schönes Erlebnis.
Pressestimmen:
Herbststück „Gefangen“ war ein Riesenerfolg – Die diesjährige Herbstproduktion „Gefangen“ von Klaus Reitberger aus Kufstein, welche von der Volksbühne Alpenland Thiersee als Welturaufführung gespielt wurde, war ein großer Erfolg. Sämtliche Aufführungen im Landgasthof „Zur Post“ in Landl waren nahezu ausverkauft (teilweise schon eine Woche vor dem Aufführungstermin) und das Drama stieß bei fast alen Gästen auf Begeisterung.
Gerhard Pierzinger – Kufsteinblick, November 2010
Die Volksbühne Alpenland Thiersee legt mit der Uraufführung „Gefangen“ von Klaus Reitberger mehr als nur in einer Hinsicht ein Bekenntnis ab. […] Der Geist der widerständigen Dorftheaterkultur scheint in „Gefangen“ wieder auferstanden zu sein. Klaus Reitberger, das junge Dramatikertalent aus Kufstein, hat für die Volksbühne Thiersee/Landl in bester Anzengruber-Tradition – ein Volksstück geschrieben, das am 23. Oktober uraufgeführt wurde. […] Ein Stück Befreiung zum Thema des Rechtes auf Entwicklung zur Individualität im Widerstand gegen die Beharrung durch ungeprüfte Verhaltensmuster.
Der Ort ist Tirol. Die Zeit ist heute. Obwohl es auf den ersten Blick anders erscheinen mag, ist „Gefangen“ weit mehr als ein einfaches Dialektstück. Denn in die enge Stube des Bauernhofes der Familie Brenner weht ein Wind der fernen Welt, welcher große Fragen mit sich bringt. Tragen wir nicht alle Masken? Masken, die unserem sozialen Status und den Verhältnissen, in denen wir leben, entsprechen? Spielen wir nicht alle Rollen? Rollen, die determiniert sind durch Geschlecht, Religion, Herkunft, Alter und Sprache? Wann kommt man denn schon dazu, man selbst zu sein? Sind wir nicht alle Schauspieler, die auf der Bühne gefangen sind, eingesperrt in die engen Mauern gesellschaftlicher Erwartungen?
Doch es gibt Menschen, die sich nicht einsperren lassen, Menschen, die den unsagbar großen Mut zeigen, einfach nur sie selbst sein zu wollen und es satt sind irgendwelchen Rollenbildern zu entsprechen. Für ihre Individualität nehmen sie den Hass und den Hohn der anderen in Kauf. Zumindest solange, bis nur noch ein einziger Weg erträglich scheint: die Flucht. Dies ist der Weg der Evi Brenner, der tragischen Heldin dieses Stückes.
Doch all dies ist längst Vergangenheit. Gefangen“ erzählt nicht von Evis Flucht, sondern von ihrer Rückkehr. Wie anknüpfen an ein Leben, das nicht mehr das ihrige ist. Wie ertragen, dass keiner erkennen will, dass sie nicht mehr jene ist, die einst vor allem floh? Ein Stück der großen Fragen und tiefen Emotionen.