Der Mensch ist dazu verurteilt, frei zu sein.

Philosophischer Vortrag in Innsbruck

Dominantes Element meiner täglichen Lektüre der letzten Monate war Jean-Paul Sartres philosophisches Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“. Ich kann gar nicht stark genug betonen, wie bereichernd dieses Buch für mich war. Sartre kannte ich bereits. Schon vor Jahren hatte ich „Der Existentialismus ist ein Humanismus“ und andere seiner Aufsätze gelesen. Auch sein Roman „Der Ekel“ und das Theaterstück „Geschlossene Gesellschaft“ sind mir vertraut. Letzteres habe ich im Jahre 2007 beim Tiroler Volkstheater Kufstein sogar inszeniert. Dennoch habe ich mit all dem immer nur an der Oberfläche der Sartre’schen Philosophie gekratzt und bin erst durch „Das Sein und das Nichts“ in seine Tiefen vorgedrungen. Die Lektüre war zuerst etwas sperrig, aber nach den ersten sechshundert Seiten beginnt man allmählich die Früchte zu ernten, die man zuvor gesät hat. Etwa wenn Sartre über zwanzig Seiten hinweg das Phänomen des „Streichelns“ erörtert, wenn er das Sein von Begierde und Liebe erklärt oder die Natur des Anderen erforscht. Faszinierend ist vor allem der existentialistische Begriff von Freiheit, welchen ich bei meinem Vortrag am Dienstag den 9. Dezember zu erläutern versuche.

zum Vortrag

Sartre

Ich würde mich freuen, viele interessierte Bekannte und Unbekannte vor Ort begrüßen zu können. Mein Dank gilt vor allem dem Literaturverein Turmbund, welcher mir die Möglichkeit gibt, diesen Vortrag zu halten.

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Premiere

Die Premiere von „Verliebt im Ischgl“ beim Westbahntheater Innsbruck war ein voller Erfolg! Applaus ohne Ende. Viele Glückwünsche und Gratulationen. Was will man mehr?

Nochmals danke an alle, die dabei waren. Danke Clemens, dass du dieses witzige Stück geschrieben hast, danke Konrad, dass du es so perfekt inszeniert und wunderbar besetzt hast, danke Johannes für dein tolles Bühnenbild, danke euch Spielern, denn ihr habt eure Rollen wirklich wunderbar gelebt und euer Bestes gegeben. Danke für die vielen kleinen Premierengeschenke. Danke für den Kunstschnee. Es ist schön, dabei zu sein. Ich freue mich schon auf die nächsten Aufführungen.

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Indes geht’s bei mir theatermäßig auch andernorts wieder los. Am Dienstag den 2. Dezember starten die Proben für mein Stück Der Held. Es wird sicher eine interessante Probenzeit, reich an magischen Bühnenmomenten. Man wird sehen…

Und hier noch der TV-Bericht zu Verliebt in Ischgl. Die haben da einen witzigen Wild-West-Soundtrack daruntergelegt. Passt aber gar nicht schlecht.

Andere Berichte in Tirol Heute und Tirol-TV über Projekte, an denen ich beteiligt war, finden sich hier.

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Jubiläumsgala

Am 15. November 2009 feierte das Tiroler Volkstheater Kufstein sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Zu diesem Anlass gab es eine festliche Gala im Stadtsaal Kufstein. Geboten wurde ein buntes Programm aus Sketchen, Liedern und Anekdoten aus einem Jahrhundert Schauspiel in Kufstein. Ein Höhepunkt des Abends waren die „Gedanken des alten Schauspielers“ vorgetragen von Ehrenobmann Herbert Sommer. In diesem auf einem Werk von Tschechow basierenden Monolog reflektiert ein alter Mann sein Leben auf der Bühne und stellt auf beeindruckende Art und Weise dar, was Theater alles bedeuten kann. Wundrschön waren auch die Gesangseinlagen von Harald Rella, Sabine März und Brigitte Einkemmer.

Ich selbst beteiligte mich am Programm mit einem zwanzigminütigen Film über die Vereinsgeschichte, welcher beim Publikum großen Anklang fand. Außerdem inszenierte ich einen Sketch mit dem Titel „Die Theaterprobe“, bei welchem ich nicht nur Regie führte, sondern mich selbst als Regisseur im Sketch beteiligte. Wenn der Lohn eines Schauspielers das Gelächter des Publikums ist, so bin ich an diesem Abend sehr reich geworden.

Titelseite der Zeitung "Kufsteinblick" vom 19. November 2008
Titelseite der Zeitung "Kufstein-Blick" vom 19. 11. 2008

Der Bürgermeister der Stadt Kufstein Herbert Marschitz sorgte gleich für zwei Überraschungen. Zum einen wurde der Vereinsobfrau Hildegard Reitberger das Kulturehrenzeichen der Stadt Kufstein verliehen, zum anderen darf sich das Tiroler Volkstheater Kufstein von nun an offiziell Stadttheater nennen.

Bilder von der Gala gibt es auf www.meinbezirk.at

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Westbahntheater Innsbruck

Durch Zufall bin ich in den Genuss gekommen, beim Westbahntheater Innsbruck mitwirken zu dürfen. Dort zeigt man im Rahmen des Theaterfestivals „Theater trifft“ die Uraufführung von Clemens Aufderklamms Skandalstück Verliebt in Ischgl – eine Telebordela. Unter der Regie von Konrad Hochgruber spiele ich in diesem Stück die gar nicht mal so kleine Nebenrolle des Severin Grottke – ein junger, schüchterner Medizinstudent aus Halle an der Saale. Als dieser bin ich auf der Bühne in vielen seltsamen Tätigkeiten zu sehen. Ich spreche gebrochen russisch, säge dem Bürgermeister von Ischgl den Schädel auf, verkoste eine High-Society Droge names Kunstschnee und häng mich schließlich an einem Baum auf – alles Dinge, die ich in der ein oder anderen Form schon immer mal auf der Bühne machen wollte. Ein kurzer Textauszug:

Diese Operation war vielleicht ein Fehler, aber ein Fehler, der die Menschheit weiterbringen wird. Du musst noch mehr Schädel öffnen. So viele Schädel. Und du musst sie alle, alle, alle öffnen – Deine Worte haben mich glücklich gemacht.

Auf jeden Fall macht es Spaß mitzumachen und dabei zu sein. Tolles Team, schöne Zusammenarbeit, witzige Momente. Premiere ist am 22. November 2008.

Die weiteren Termine und noch ein paar Infos entnehme man unserem Flyer

Utopien.

Fertig. Es ist jedesmal ein bewegender Augenblick die letzten Seiten eines Werkes zu schreiben, an dem man viele Monate oder gar Jahre gearbeitet hat. Heute ist es wieder einmal soweit. Die Utopien sind vollendet. Die ältesten Teile dieser Sammlung von Geschichten aus der Zukunft stammen noch aus den frühen Anfängen meines Daseins als Geschichtenerzähler. Zwischen den ersten und letzten Worten, die von diesem Werk geschrieben wurden, liegen über acht Jahre. Meine ganze Jugend lang haben mich die Utopien verfolgt. Bis heute.

Das Werk ist geschrieben. Den leichten Part habe ich also hinter mir. Jetzt kommt der schwierige Teil: die Verlagssuche. Aber ich bin guten Mutes. Beim Lesen erfasst mich eine Begeisterung, die ich bei Auf See nur selten gespürt habe. Ich mache mir keine allzu großen Hoffnungen bald einen Verlag zu finden. Aber ich habe ein gutes Gefühl.

Mehr zu den Utopien

Bachelor of Science

Ich bin jetzt offiziell ein BSc. Klingt zwar irgendwie wie eine Krankheit aber ist trotzdem ein erhebendes Gefühl seinen ersten Titel zu haben. Besser gefällt mir aber doch Master of Science. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, aber ich hoffe doch sehr, dass ich mich in zwei Jahren dann MSc nennen darf.

Bis dahin verbleibe ich in regem Streben.

Mit freundlichen Grüßen,

Klaus Reitberger, BSc

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Der Held


Im Februar 2009 inszenierte ich zum ersten Mal ein Stück aus eigener Feder. Anlass dazu war das 200-jährige Jubiläum des Tiroler Freiheitskampfes von 1809. Hier wollte ich der gemeinhin viel zu unkritischen Rezeption der Andreas Hofer Figur eine beißend scharfe Auseinandersetzung mit dem Helden-Begriff gegenüberstellen. Der gesellschaftlich akzeptierte Held wird zum Antihelden. Als starkes gegenüber tritt die Figur der pazifistischen Schriftstellers August Rading in den Vordergrund. „Der Held“ war auch das erste Stück, bei welchem ich mit Schauspieler Hanspeter Teufel zusammenarbeiten durfte. Am 20. Februar feierten wir eine fulminante Uraufführung, zu der auch ein wunderbares Publikum seinen Beitrag leistete. Aufgrund der großen Nachfrage gab es zwei Zusatzaufführungen.

Die Bilder:

Gibt es Heldentum wirklich? Oder sind es nur die Geschichten, die einen Helden erst zum Helden machen? Muss man töten um als Held zu gelten? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Fragen wie diesen müssen sich die Figuren dieses Theaterstücks stellen. Im Vordergrund steht aber die tragische Lebensgeschichte eines einzelnen Menschen.

Der Folder:

„Der Held“ ist kein Andreas-Hofer-Stück. Es spielt jedoch in einer Welt, die jener von Tirol im Jahre 1809 nicht unähnlich ist. Und diese Welt hat Feuer gefangen. Ein Freiheitskampf tobt und die Jugend des Landes strömt einem Helden zu, der zum bewaffneten Widerstand aufruft. Der pazifistische Dichter und Denker August Rading kann sich nicht mit den Idealen des Aufstandes abfinden. Alt und verbittert sitzt er in seinem Zimmer und hadert mit der Dummheit der Welt. Als sich schließlich auch sein Sohn von den Idealen des Kampfes bezirzen lässt und der Aggression zum Opfer fällt, entschließt sich Rading ein Werk für den Frieden zu schreiben. Doch vermag eine Geschichte die Welt zu verändern? Als der Volksheld von Rading verlangt, er solle sich auf seine Seite schlagen, sieht dieser am Ende seines Lebens die Chance noch einmal etwas Großes zu vollbringen. Doch sein Scheitern ist unvermeidlich. Bis zum Schluss bleibt offen, wer nun in diesem Stück der „Held“ ist und wer nicht.

Das Buch zum Stück:

Der Trailer:

Der Bericht im Lokalfernsehen:

Die Begeisterung war spürbar […] Es war eine gelungene Uraufführung vor ausverkauftem Saal. […] Der Schlussapplaus war überwältigend. Wenn Theater mehr sein soll als bloße Unterhaltung, wenn es aufrütteln und Denkanstöße geben soll, dann ist das dem Stadttheater voll und ganz gelungen.

Premierenbericht zu „Der Held“ – Tiroler Woche, März 2009

Inszenierungen

Endlich wieder auf dem Weg…

Es ist vollbracht. Die Fesseln der Physik und des Theaters lösen sich und endlich ist die Zeit gekommen, da ich wieder frei sein kann. Ich werde wieder wandern gehen. Fern der Städte und Straßen, befreit von den Pflichten des Alltags und den Zierden fragwürdiger Geselligkeit, werde ich einsam über die ewigen Wiesen und Felder des alten Europas ziehen. Der Wind und Lord Byron werden meine einzigen Kameraden sein. Nichts kann mich halten. Der Weg geht immer weiter. Vom Jura über das Zentralmassiv bis zu den Pyrenäen soweit mich meine Füße tragen. Der Mensch ist immer schon ein Wanderer gewesen. Söhne und Töchter des Weges sind wir. Verharren können wir nicht, denn irgendwann lodert ein Feuer in uns und der Sirenenruf der Ferne lockt uns fort. Doch so weit man auch geht, so ferne Länder man erreicht, finden wird man dabei letztlich nur sich selbst.

Ich gehe jetzt. In die Wildnis werde ich nun ziehen. Denn:

The Road goes ever on and on

Down from the door where it began

Now far ahead the Road has gone,

And I must follow, if I can,

Pursuing it with eager feet,

Until it joins some larger way,

Where many paths and errands meet.

And wither then? I cannot say.

J.R.R. Tolkien