Der Held

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Nach acht Aufführungen beim Stadttheater Kufstein ist das Erfolgsstück des Frühjahrs 2009 jetzt auch als Buch erhältlich.

August Rading, ein pazifistischer Dichter, sieht alt und verbittert dem Ende seines Lebens entgegen. Die Welt um ihn hat Feuer gefangen. Ein Freiheitskampf tobt und die Jugend des Landes strömt einem Helden zu, der zum bewaffneten Widerstand aufruft. Auch Radings Sohn lässt sich von den Idealen des Kampfes bezirzen und fällt der Aggression zum Opfer. Man sagt, er sei einen ehrenvollen Tod gestorben, doch was ist Ehre? Ist sie es wert dafür zu sterben?

Als der Volksheld von Rading verlangt, er solle sich auf seine Seite schlagen, sieht dieser am Ende seines Lebens die Chance noch einmal etwas Großes zu vollbringen.

Flyer – Innenseite –  Flyer – Außenseite –  Filmausschnitt –   BilderTV-Beitrag

Presseartikel:   1 –  2 –  3 –  4

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Allgemein

Buchpräsentation: „UTOPIEN-Geschichten aus der Welt von morgen“

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Endlich ist es soweit und mein neues Buch „UTOPIEN – Geschichten aus der Welt von morgen“ erblickt das Licht der Öffentlichkeit.

Dem Anlass gemäß wird es am 21. Januar 2010 um 20:00 eine Buchpräsentation in der Landesmusikschule Kufstein geben. Der Eintritt ist frei!

Doch Achtung: Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht nur auf Bühne sitzen und lesen werde. Vielmehr ist es mir ein Anliegen, das Publikum bewusst anzusprechen und auf die konkreten Fragestellungen meiner Geschichtensammlung, hautnah am Leben einzelner Figuren, hinzuweisen. Die Präsentation wird zum Teil auch ein wenig multimedial. Zur Untermalung wird es, wie schon bei der Buchvorstellung von „Auf See„, auch ein paar Gedichte geben.

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21. 1. 2010 um 20 Uhr in der Musikschule Kufstein

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Außerdem: Kurzlesung aus „UTOPIEN“, „Auf See“ und anderen Werk im Kursaal des Kurzentrums Häring, am

7. Januar, 4. Februar und 10. März 2010

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Sie werden das Buch „UTOPIEN – Geschichten aus der Welt von morgen“ auch schon bald bequem und einfach über diese Internetseite bestellen können.

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Zeitungsartikel –  Fotos von der Lesung

Termine

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Theaterstücke

Die Rechte für die Stücke „Der Anschein“, „Der Stein des Sisyphos“ und „Der Krah“ liegen beim Deutschen Theaterverlag. Alle übrigen Stücke sind noch unverlegt. Gerne stehe ich für weitere Informationen zur Verfügung und schicke Ihnen bei Interesse das Skript.

Meine Theaterstücke:

Abendrot

Uraufführung am 15. Oktober 2016 in Kufstein

Rettungsboot an Unbekannt

Uraufführung am 28. März 2015 in Kufstein

Lucy & Glibsch

Uraufführung am 16. Juni 2014 in Kufstein

Wenn die Welt untergeht …

Uraufführung am 21. Dezember 2012 in Innsbruck

Kosmische Strahlen!

Uraufführung am 1. Mai 2012 in Innsbruck

Gefangen

Uraufführung am 23. Oktober 2010 bei der Volksbühne Alpenland Thiersee

Der Held

Uraufführung am 20. Februar 2009 in Kufstein

Der Krah

— Uraufführung am 18. November 2016 in Molln, Regie: Franz Strasser

— Weitere Produktion:  2022 beim Stadttheater Kufstein / 2024 bei der Kolpingbühne Lienz

— Aufführungsrechte beim Deutschen Theaterverlag

Der Anschein

— uraufgeführt am 20. Oktober. 2015 am Martin-Schleyer Gymnasium in Lauda-Königshofen, Regie: Steffi Rößler

— weitere Inszenierungen:
– Wien 2017, Ensemble AMOUR FOU, Regie: Martin Rothmayer
– Aachen 2016, Ensemble „Platzhalter“
– Etlingen/Karlsruhe 2016, Theatergruppe Lampenfieber

— Aufführungsrechte beim Deutschen Theaterverlag

Der Stein des Sisyphos

— uraufgeführt am 4. Juli 2015 am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Waldkirch, Regie: Katharina Bach

— Aufführungsrechte beim Deutschen Theaterverlag

Nebel

noch unaufgeführt

Pressestimmen:

zur Uraufführung von „Der Anschein“ am Martin-Schleyer-Gymnasium in Lauda-Königshofen – Regie: Steffi Rößler
Link
zur Uraufführung von „Gefangen“ bei der Volksbühne Alpenland Thiersee – Regie: Hubert Petter

Herbststück „Gefangen“ war ein Riesenerfolg – Die diesjährige Herbstproduktion „Gefangen“ von Klaus Reitberger aus Kufstein, welche von der Volksbühne Alpenland Thiersee als Welturaufführung gespielt wurde, war ein großer Erfolg. Sämtliche Aufführungen im Landgasthof „Zur Post“ in Landl waren nahezu ausverkauft (teilweise schon eine Woche vor dem Aufführungstermin) und das Drama stieß bei fast alen Gästen auf Begeisterung.

Gerhard Pierzinger – Kufsteinblick, November 2010

Die Volksbühne Alpenland Thiersee legt mit der Uraufführung „Gefangen“ von Klaus Reitberger mehr als nur in einer Hinsicht ein Bekenntnis ab. […] Der Geist der widerständigen Dorftheaterkultur scheint in „Gefangen“ wieder auferstanden zu sein. Klaus Reitberger, das junge Dramatikertalent aus Kufstein, hat für die Volksbühne Thiersee/Landl in bester Anzengruber-Tradition – ein Volksstück geschrieben, das am 23. Oktober uraufgeführt wurde. […] Ein Stück Befreiung zum Thema des Rechtes auf Entwicklung zur Individualität im Widerstand gegen die Beharrung durch ungeprüfte Verhaltensmuster.

Ekkehard Schönwiese – Darstellendes Spiel, Herbst 2010

zur Uraufführung von „Der Held“ beim Stadttheater Kufstein

Die Begeisterung war spürbar […] Es war eine gelungene Uraufführung vor ausverkauftem Saal. […] Der Schlussapplaus war überwältigend. Wenn Theater mehr sein soll als bloße Unterhaltung, wenn es aufrütteln und Denkanstöße geben soll, dann ist das dem Stadttheater voll und ganz gelungen.

Tiroler Woche, März 2009

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Rabe und Stern

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Rabe und Stern

Eine Geschichtengeschichte

Rabe und Stern, im Herbst 2006 vollendet, ist ein Roman über das Geschichtenerzählen. Der Leser wandert durch verschiedene Ebenen der Realität und meint immer wieder sich auf ihrer höchsten Stufe zu befinden. Doch stets tun sich neue Schichten von erzählenden und erzählten Figuren auf, welche eine völlig neue Handlung in neuem Umfeld beginnen, in der alles bisherige nur eine Geschichte ist.

Überdies ist Rabe und Stern auch eine Reise durch die verschiedenen Genres der Literatur. Von Fabel bis Fantasy, von Krimi bis Liebesgeschichte werden verschiedene Arten des Erzählens durchforstet und spielerisch miteinander kontrastiert.

Am Ende taucht die Frage auf, ob nicht der Leser selbst auch nur Teil einer Geschichte ist.

Bisher unveröffentlicht.

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Utopien

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zu den anderen …

Niemand kann uns sagen, wie die Zukunft aussieht. Denn die Welt ist im Wandel und dieser Wandel ist unberechenbar. Jeder Tag kann eine neue Entdeckung mit sich bringen, welche die Welt, wie wir sie kennen, von Grund auf zu verändern vermag.

Doch man darf raten, darf mit fragendem Auge in die Zukunft schauen und versuchen zu erkennen, wie es dort wohl sein mag.

In diesem Buch wagt der Autor einen riskanten Blick in die Welt von morgen. Was er dort sieht, schildert er in kurzen Erzählungen, hautnah am Leben der Menschen künftiger Zeiten. Begleiten Sie ihn auf eine weite Reise durch Raum und Zeit.

Besuchen Sie die Zukunft.

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Jetzt auch als eBook erhältlich: im epubli shop

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Das Buch „Utopien“ erscheint im Januar 2010 im Eigenverlag und wird im Laufe des Frühjahrs bei mehreren Lesungen (siehe Termine) präsentiert werden. Erhältlich bei den Kufsteiner Buchhandlungen Tyrolia, Ögg und Lippott, sowie auch bequem und einfach über diese Homepage.


Bilder der Buchpräsentation am 21.1.2010

Es herrschte reger Andrang – ca. 100 Gäste besuchten die Lesung am 21. Januar 2010 im Konzertsaal der Landesmusikschule Kufstein
Begrüßung der Ehrengäste mit Planetarischem Nebel im Hintergrund
Kulturstadtrat Max Ladinser spricht ein paar Worte zur Begrüßung
Und auf geht’s in die Zukunft
Der Sternen- und Nebelhintergrund, sowie auch die Musikuntermalung passen gut zum Vortrag
Nach 45 Minuten ist Pause und man holt sich ein Glas Wein.
Und weiter geht’s auf der Reise durch die Zukunft
Zurück in der Gegenwart gönne ich mir ein Glas Sekt…
… und signiere anschließend viele, viele Bücher. Man steht schlange.

Presseartikel:

Tiroler Woche, vom 14. Jan. 2010
Tiroler Tageszeitung
Bezirksblatt, vom 13.Jan. 2010
Kufstein-Blick, vom 27. Jänner 2010
Bezirksblatt, vom 27.Jan. 2010
Kufstein-Blick, vom 13. Jänner 2010
Tiroler Woche, vom 14. Jan. 2010
Tiroler Woche, vom 28. Jan. 2010

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Auf See

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zu den anderen …

Kurzbeschreibung

Auf See ist eine Reise über die Ozeane auf einem ungewöhnlichen Schiff mit ungewöhnlicher Besatzung. Ein jeder Mensch hat seine Geschichte. Hinter jedem Gesicht verbirgt sich ein Geheimnis. Viel Vergangenes wird in diesem Werk erzählt und viel Verborgenes enthüllt.

Ein Schiff ohne Namen segelt ins Unbekannte um eine neue Welt zu finden. Abenteuer und Gefahren lauern in der Ferne. Was aber wird man dort finden? Was sucht man dort im Unbekannten? Wird man noch derselbe sein, wenn man sein Ziel einst erreicht?

Letztlich ist Auf See vor allem die geistige Reise eines Einzelnen, fort von der Verzweiflung und hin zum glücklichen Menschen. Doch dann wendet sich das Blatt und alles scheint verloren.

Mehr auf: www.amazon.de/Auf-See

Fernsehbericht im ORF-Tirol über Auf See:

Weitere Berichte: Zeitungen , Fernsehen

Und hier der Flyer zu meiner ersten Lesung:

Flyer

zu den anderen …

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Der Held

Der Held

Zum Stück:

Zum zweithundertjährigen Jubiläum des Tiroler Freiheitskampfes, hielt ich es für angebracht mich mit dem Thema Heldentum auseinanderzusetzen. Wer sind die Helden, von denen Legenden uns berichten? Waren nicht auch sie nur Menschen, die eine Rolle zu spielen hatten, die sie sich nie ausgesucht haben. Ist Heldentum nicht letztlich ein Mythos und nichts weiter? Muss man töten um ein Held zu sein oder kann auch gutes Tun allein den braven Mann zum Helden krönen? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Mit all diesen Fragen müssen sich die Charaktere dieses Stückes auseinandersetzen.

August Rading, ein pazifistischer Dichter, sieht alt und verbittert dem Ende seines Lebens entgegen. Die Welt um ihn hat Feuer gefangen. Ein Freiheitskampf tobt und die Jugend des Landes strömt einem Helden zu, der zum bewaffneten Widerstand aufruft. Auch Radings Sohn lässt sich von den Idealen des Kampfes bezirzen und fällt der Aggression zum Opfer. Man sagt, er sei einen ehrenvollen Tod gestorben, doch was ist Ehre? Ist sie es wert dafür zu sterben?

Als der Volksheld von Rading verlangt, er solle sich auf seine Seite schlagen, sieht dieser am Ende seines Lebens die Chance noch einmal etwas Großes zu vollbringen.  Bis zum Schluss bleibt offen, wer nun in diesem Stück der „Held“ ist und wer nicht.

Filmausschnitt:


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Pressestimmen:

Die Begeisterung war spürbar […] Es war eine gelungene Uraufführung vor ausverkauftem Saal. […] Der Schlussapplaus war überwältigend. Wenn Theater mehr sein soll als bloße Unterhaltung, wenn es aufrütteln und Denkanstöße geben soll, dann ist das dem Stadttheater voll und ganz gelungen.

Tiroler Woche, März 2009

Presseartikel: 1234

Bericht im Tirol-TV


Gedanken zum Schluss:

Nach fast zwei Monaten aktiver Spielzeit, nach acht erfolgreichen Aufführungen vor vollen Publikumsrängen, nach vielen tollen Zeitungsberichten und Fernsehbeiträgen, nach langem Applaus und vielen wunderbaren Momenten voll tiefer Emotionen ging am 19. April die letzte Vorstellung meines Stückes „Der Held“ über die Bühne. Es war eine schöne Zeit. Wir haben mehr erreicht, als wir uns erhofft hatten: mehr Publikum, mehr Rührung, mehr positive Resonanz. Ich möchte allen danken, die dieses von Anfang bis Ende glänzend verlaufende Projekt mitgestaltet und möglich gemacht haben, den Schauspielern, den Bühenbildnern, den Masken-Damen und vielen anderen. Danke auch den eifrigen Zeitungsmenschen für ihre üppige Berichterstattung, danke den Tirol-TV Leuten und den Schreibern des Darstellenden Spiels. Danke auch jenen in den Rängen des Publikums, die mir im Nachhinein ihre Gedanken über dieses Stück mitgeteilt haben. Ich habe viele emails und Briefe erhalten, in denen mir bekannte und unbekannte Menschen sagten, wie nahe ihnen dieses Stück gegangen ist und wie sehr es sie zum Denken angeregt hat. Dass wir viel Publikum hatten ist eine Sache, aber erst durch eure Worte weiß ich, dass ich mein Ziel – nämlich Tränen zu rühren und Gedanken zu zünden – in hohem Maße erreicht habe. Danke!

Klaus Reitberger, April 2009

Bierstindl Kleinkunst Röhre

Röhre

Vom 29. bis 31. Oktober findet in Innsbruck zum vierten Mal die Bierstindl Kleinkunst Röhre statt. Zwölf KleinkünstlerInnen machen sich bereit auf der Bühne ihr Können zu zeigen und zwar in den Bereichen Text, Musik und Körper.

Ich weiß zwar nicht warum, aber es scheint ganz so, als wäre unter diesen zwölf auch ich dabei. Und das Beste ist: Es scheint nicht nur so, es ist sogar so. Jedenfalls freue ich mich sehr auf die Veranstaltung und auch darauf, mit der illustren Runde meiner Konkurrenten – ich hab sie eben allesamt gegoogelt – Bekanntschaft zu machen.

Zu gewinnen gibt es übrigens das seltsame Ding gleich links dieser Worte, das sich laut Bierstindl-Hompage „die beröhrenste Röhre“ nennt. Meiner Meinung nach fehlt da irgendwie ein „d“.

Ach ja, als Draufgabe zur Röhre gibt es auch noch 1500,- Euro Preisgeld. Nicht übel.

Ich mache mir keine großen Hoffnungen zu gewinnen, da – soweit ich sah – viele meiner Mitstreiter um einiges erfahrener auf dem Gebiet der Kleinkunst sind, als ich es bin. Schon dabei zu sein, ist eine Ehre.

Jedoch werde ich auf der Bühne wieder einmal alles geben und sehen, wohin mich dies bringt. Mein 15 min Solo-Programm wird, soweit ich das jetzt schon sagen kann, ein wenig seltsam werden, ja sogar ein wenig schizophren, dabei aber auch feurig, stürmisch und bedrohlich. Und vielleicht gibt es sogar zwei oder drei Stellen, an denen man lachen kann.

Ich würde mich sehr freuen, ein paar bekannte Gesichter im Publikum zu sehen. Jedenfalls ist der Eintritt bei den Vorrunden frei. Es treten wirklicht tolle Künstler auf. Für ein abwechslungsreiches Programm sollte gesorgt sein. Und wer nicht kommen kann und mich trotzdem mag, der wünsche mir Glück.

Bierstindl Kleinkunst Röhre

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Die Vögel – Aristophanes

Den gestrigen Abend verbrachte ich im bayrischen Markt-Oberdorf, wo ich Zeuge zweier schöner Ereignisse wurde. Das erste ein Naturschauspiel, das zweite ein Kulturschauspiel.

Ich hatte gerade gut gegessen und spazierte nun durch die Straßen des noch fremden Ortes. Es verblieb noch knapp eine Stunde bis zum Beginn der Aufführung von Aristophanes‘ „Die Vögel“, dem Grund meiner Anreise. Ich wollte die verbleibende Zeit nutzen, um – wie ich es gerne tue – ein wenig ziellos umher zuwandern und zu sehen, ob es etwas zu entdecken gäbe. Als ich also nun in die Gschwonderstraße einbog und nach Westen blickte, da sah ich sogleich den Beginn einer vielversprechenden Sonnenuntergangsphase. Die Wolken waren gerade richtig aufgestellt, die Luftfeuchtigkeit war auf dem rechten Niveau und unser Stern und Lebensspender Sonne schwebte das letzte Stück dem Horizont zu. Das war der Westen. Als ich nun aber nach Osten blickte, da sah ich etwas, das mich – unerwartet wie der Anblick war – für Momente mitten auf der Straße stehen bleiben ließ. Ich sah den Mond, den vollen blassen Mond, knapp über Wipfeln der Bäume am Hügel, doch immer noch weit unterhalb der Spitze des Kirchtums von Sankt Martin am milchig blauen Dämmerungshimmel leuchten. Was soll nun an dem Mond Besonderes sein? Es war das Gesamtbild, das faszinierte. Der durch die Refraktion in den Abendluftmassen aufgedunsene Mond schien aus der Ferne ebenso breit wie der Kirchtum von Sankt Martin. Und er befand sich direkt neben diesem und direkt überhalb der Bäume am Hügel. Und im Westen leuchtete weiterhin rötlich die Sonne. Eine recht seltene Komposition der Naturphänomene. Ich sah Sonne und Mond – beide Begleiter der Menschen seit ältester Vorzeit – beide zugleich sich Auge in Auge am Himmel gegenüber stehen. Sie blickten sich an, zwei runde vollkommene Scheiben mit einem Leuchten von unterschiedlichster Art. Bruder Mond stieg allmählicher höher und gewann an Kraft. Schwester Sonne versank langsam in einem tiefroten Wolkenmeer.

Ich habe in meinen Leben wunderbare Sonnenuntergänge und -aufgänge gesehen, über Bergen und Ozeanen, in Venedig, über der Texanischen Prärie oder im fernen Laos, doch diese klare Opposition der beiden Gestirne am Kreis des Horizonts erlebte ich hier in dieser Form zum ersten Mal. Natürlich hielt es mich nicht lange in der Straße, wo Häuser mir den Weg versperrten. Ich bestieg den Hügel von St. Martin, um dort oben, von Kirchplatz und Friedhof aus, eine bessere Aussicht zu finden.

Inzwischen war der Sonnenuntergang dabei in seine schönste Phase einzutreten. Der Feuerball der Sonne war verschwunden, doch dafür begannen nun all die Wolken und Kondensstreifen, die in den bizarrsten Formen den Himmel Richtung Westen zierten, in den schönsten Rottönen zu erstrahlen. Es war ein Gemälde, eine Serien von Gemälden in stetiger Veränderung. Kaum konnte man den Blick abwenden, doch wandte man ihn dennoch ab, so sah man gegenüber den Mond zielstrebig höher steigen, hinter Ästen und Gemäuern hervorlugen und mehr und mehr zum dominanten Lichtpunkt der Umgebung werden. Die Luft war klar genug um die Geographie seiner Oberfläche zu studieren. Ich sah das Mare Crisium, das Mare Serenitates und die Krater von Tycho, Kepler und Copernikus.

Im Westen aber war das Schauspiel momentan noch spannender. Die Schriftzeichen, welche Sonne und Wolken mit Rotstift in den Himmel schrieben und welche mach chinesischen Buchstaben zu ähneln schienen, begannen allmählich vom Zenit weg ihren Glanz zu verlieren und zu verblassen. Allmählich zog sich das letzte Licht der Sonne, das die Wolken immer noch in die schönsten Rottöne tünchte, zurück zum Horizont, bis nur noch ein einzelner Streif verblieb, der in einem geheimnisvollen dunkeltiefen Rot noch für Minuten weiterstrahlte. Eine Schar von Windrädern im Westen, die mitten in dem leuchtenden Inferno ihre Runden drehten, trug zur Beschauchlichkeit des Anblicks bei. Und dann war es vorbei. Nur der Mond strahlte weiter. Am Friedhof leuchteten einige Kerzen und ein Vogel flog am Kirchtum vorbei in die Ferne. Er flog genau entlang der unsichtbaren Sichtlinie zwischen Mond und mir. Der Friedhof von Markt-Oberdorf ist zu dieser Tageszeit ein reizvoll unheimlicher Ort, wo fast mannsgroße Jesusstatuen aus Stein im Licht der Kerzen ihre Schatten werfen.

Nach diesem emotionalen ‚Vorglühen‘ kehrte ich dem Friehofshügel meinen Rücken zu und suchte mir den Weg zur Filmburg wo die Theaterschule mobilé unter der Leitung von Monika Schubert die zweitausendvierhundert Jahre alte Komödie des Aristophanes zeigte. Und eben davon soll der nächste Absatz Kunde tun:

Dass die alten Dramen Griechendlands, die es irgenwie durch die Wirren der Geschichte in die Gegenwart geschafft haben, auch heute noch von erstaunlicher Aktualität sein können, ist nichts Neues. Man erfährt es immer wieder bei der Lektüre von Aristophanes, aber auch bei Tragödiendichtern wie Sophokles und anderen. Es ist ein Zeichen, dass der Mensch sich gleich bleibt und bei all dem Wandel, den der Fortschrift der Wissenschaften uns gebracht hat, wir doch immer noch dieselben Wesen sind. Und doch… Wie ein solches Drama inszenieren? Wie es auf die Bühne bringen, dass es nicht zu viel an seiner Originalität verliert und dennoch das Publikum mitreißen kann? Monika Schubert weiß, wie das geht und mit „Die Vögel“ haben sie und ihr Team es mit Bravour geimeistert. Das Stück entführt seine Zuschauer auf eine fantastische Reise, auf einen weiten Vogelflug zum Zwecke der Erfüllung einer uralten Sehnsucht des Menschen: der Sehnsucht nach einem Ort, wo alles anders ist, wo die starren Regeln und Grenzen des Alltags ihre Gültigkeit verlieren, wo ewiger Friede herrrscht und die volle Freiheit höchstes Gut ist. Vogel sein und fliegen können, das ist schon die halbe Freiheit. Doch die halbe Freiheit ist uns nicht genug. Wir wollen mehr. Wir wollen einen Ort der unbegrenzten Möglichkeiten dort oben über den Wolken, wo jeden Tag die Sonne scheint.  Wir wollen Wolkenkuckucksheim. Doch jeder Traum kann auch ein Alptraum sein und noch nie hat jemand eine Utopie beschrieben, die bei näherem Hinsehen nicht doch auch eine Dystopie war. Es ist faszinierend, wie sich all dies in diesem wunderbaren Werk des Aristophanes finden lässt. Es herrscht soviel Raum für Interpretationen. Man kann sich darin finden und verlieren. Das Stück ist zeitlos, weil seine Themen zeitlos sind: die unsterblichen Träume des Aussteigertums, der Reiz der Freiheit in der Anarchie, welche doch auch jederzeit den Keim der Autokratie in sich tragen kann und so viel mehr. Am Beispiel des Pisthetairos sieht man wunderbar das alte Spiel der Dämonie der Macht. Der junge Anarchist und Systemkritiker, welcher im Verlauf der Begebenheiten zum Tyrannen und Herr des Gesetzes mutiert. Man kann in dem Stück aber auch die zerstörerischen Machenschaften des ewigen Verführers Mensch beobachten, der die Natur in Gestalt der freien, unschuldigen Vögel korrumpiert und sie ausbeutet und unterjocht. Man kann so viel darin sehen…

Und durch die brilliante Bearbeitung und Inszenierung von Monika Schubert sieht man all dies umso klarer. Es war ein Theatergenuss voll beeindruckender Augenblicke. Etwa, wenn ein Sprechchor von circa fünfzehn Vögeln dem Publikum in synchroner Wortgewalt ihre Botschaft entgegenschleudert, wenn die alten Lieder mancher Kindheit, in denen Vögel sehr oft eine Rolle spielen, plötzlich gesungen werden und sie in die Handlung fügen oder wenn die Vorstellung von frechen Punks gestört wird und das ganze Publikum sich fragt, ob das denn nun zur Show gehört oder nicht. Ich war wirklich lang im Zweifel. Ein besonderes Lob verdient auch die schöne poetische Sprache, die sich über weite Passagen hinweg an den Jamben des Aristophanes orientiert. Wie so ein Versmaß doch den Worten einen Zauber geben kann, den sie in Prosa nie erreichen. Ein Highlight sind auch die kleinen feinen Details der Bearbeitung. So kommt zum Beispiel die Geschichte des Werkes selbst im Werk zum Ausdruck. Der Kolibri spricht kurzweilig von Goehte und Karl Kraus, welche sich einst auch für „Die Vögel“ begeistern konnten und diesem Stück ihre persönliche Note gaben. Und als Aphrodite plötzlich den Mephistopheles zitierte, das war für mich das höchste der Gefühle. Einfach nur mehr schön.

Aber Vorsicht: nur geeignet für Menschen, die auch fliegen können; bzw. die auch fliegen können wollen.

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Betrachtungen – Kommentare – Aphorismen

Eine Wanderung nördlich von Rabac

Manche Wanderungen und Spaziergänge graben sich tief in unser Gedächtnis ein und bleiben ständige Erinnerung. Nie werde ich vergessen, wie ich in Wales den Moel Siabad bestieg, wie ich durch die Moore Nordenglands wanderte oder die ligurische Küste entlang einen Tag nach Süden spazierte.Und auch mein kurzer Ausflug gestern, meine kleine Flucht aus dem Kreis der mich umgebenden Astrophysiker, soll mir unvergessen bleiben. Manchmal sind gewisse Wege so schön, dass man alle paar Schritte stehen bleiben muss um die Aussicht, den Geruch, die ganze Atmosphäre tief in sich aufzunehmen. Man steht an malerischen Orten, spürt den Wind im Gesicht und atmet die Luft der Freiheit. Es war nur ein kurzer Fußmarsch, doch intensiv genug um Bestand zu haben. Nach all der seltsamen Exotik Südostasiens tut es so gut am Mittelmeer zu sein.

Ich verließ das Hotel in Rabac gegen ein Uhr nachmittags und bahnte mir meinen Weg an Paint-Ball Gelände und Tennisplätzen vorbei hinauf in die Hügel. Bald ließ ich all das Treiben hinter mir und erreichte einen einsamen Geröllpfad, der mich stetig weiter aufwärts führte, höher hinaus über das Meer, weiter nach Norden. Anfangs erstreckte sich der Weg noch durch duftende Pinienwälder. Ich blieb oft stehen, atmete den süßen Duft der Bäume ein und berührte auch das Holz so manchen Stammes um die Natur um mich wirklich mit so vielen Sinnen wie möglich zu spüren. Das Pinienharz klebte an meinen Fingern. Ich roch Ölbaum, Pinie und Zypresse und den Duft des Meeres. Immer weiter aufwärts marschierend gelangte ich schließlich ans Ende des Waldes und hatte endlich unverborgen eine herrliche Aussicht zu meiner Rechten. Das Meer glitzerte in einem fantastischen Blau. An manchen Stellen war das Wasser ganz flach und ruhig, an anderen kräuselte es sich wieder. Sich kräuselnde Inseln im sonst stillen Meer. Die Insle Cres dominierte den Horizont. Bis auf ein paar Gebäude, die dort jenseits des Meeresarms standen und ein einsames Boot sah ich nichts, das an Menschheit erinnerte.

Ich folgte meinen Pfad weiter nach Norden. Immer höher wand dieser sich die Hügel hinauf, bis ich schließlich auch zu meiner Linken für kurze Momente eine herrliche Aussicht genoss. Es enthüllten sich so manche Hügelkuppe und so mancher Gipfel der Berge von Istrien.

Schließlich, als ich mir bereits Gedanken über den Rückweg zu machen begann, erreichte ich das kleine Dorf von Mali Cosi, welches abgeschiedener kaum sein könnte. Neben einigen kleinen Ferienhäusern gibt es die alten steinernen Gebäude des Ortskerns. Man hört Hähne krähen und sieht hinter alten Trockenmauern einige Kühe hervorlugen. Ich warf einen Stein in einen zur Gänze mit hellgrünen Algen bedeckten Teich und erfreute mich am Anblick wie kurz das Wasser zum Vorschein kam, bevor es dann mit der Zeit rasch von den nachrückenden Algen wieder bedeckt wurde. Nach einigem Suchen stieß ich in Mali Cosi dann auf einen schmalen, steinigen Pfad, der mich in vielen Windungen durch verlassene, grüne Küstenhänge im Laufe einer Stunde wieder hinab ans Meer führte. Es mochten circa dreihundert Höhenmeter gewesen, die ich aufgestiegen war und nun zurück nach unten musste. Ich hatte bisher seit den fernen Tennisplätzen von Rabac auf dieser Wanderung keinen einzigen Menschen aus der Nähe gesehen und so blieb es auch auf diesem Pfad, welcher sich manchmal im Gras und Geröll des steilen Hanges verlor und sich dann zum Glück wiederfand. Schon nahe des Meeres kam ich zurück in die Wälder und plötzlich war ich dann da und das Rauschen des recht stillen Meeres der Bucht von Kvarn hieß mich Willkommen. Es überraschten mich einige wunderschöne Buchten, zu denen hinab kein Weg führte als jener über das Meer. So schroff war das Ufer, so steil die Felsarena, welche die Buchten umgab. Das Wasser war so wunderbar klar, dass man bis weit hinein ins Meer den Grund noch sehen konnte und das Spiel der kleinen und großen Felsen, wie sie es an manchen Stellen vermochten, die Oberfläche zu durchdringen und in die Luft hinaus zu ragen. Ich bahnte mir meinen Weg weiter durch die felsigen Küstenwälder und kehrte schließlich nach und nach zurück in die Gefilde, wo Menschen weilen. Aus den Buchten hörte man die ersten Gespräche und schließlich sah man auch nach und nach ein paar Artgenossen an den Steinen und Kiesstränden kleben. Vorbei am ausgedehnten Gebiet der Nacktbadebuchten und -strände gelangte ich schließlich wieder nach Rabac, wo ich pünktlich zum Beginn der Nachmittagsvorlesungen anlangte. Ich war nicht länger als drei Stunden unterwegs gewesen, doch kaum einer hatte seine Zeit besser genutzt.

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