Am 5. Juni, in einer warmen Sommernacht, feierte das Stadttheater die Premiere der diesjährigen Sommerspiele auf der Festung Kufstein. Mit über fünfzig Mitwirkenden wagte sich das Ensemble an die „Dreigroschenoper“, Brechts Kultstück aus den Zwanziger-Jahren, untermalt mit der unsterblichen Musik von Kurt Weill. Ein Stück mit viel Charme, mit viel Hintergründigkeit und vielen Liedern – fast schon ein Musical.
Nach der gelungen Premiere an einem lauen Vorsommerabend und weiteren erfolgreichen Freilichtaufführungen zeigt das Stadttheater Kufstein Bert Brechts „Dreigroschenoper“ noch and folgenden Terminen […]. Mit über fünfzig Mitwirkenden wagte sich das Ensemble rund um Regisseur Klaus Reitberger an Brechts Kultstück aus den 20er Jahren, untermalt mit der unsterblichen Musik von Kurt Weill. Der Kulissenaufbau ist hervorragend gelungen, die Schauspieler hatten ihre Rollen und die schrägen Songs bestens einstudiert – und hinterließen bereits bei der Premiere ein begeisteres Publikum
Die Geschlossene Gesellschaft – Sartres famoses Gedankenexperiment einer möglichen Hölle der psychologischen Abhängigkeit – war wohl eines der intensiveren Stücke, die ich im Laufe der Jahre auf die Bühne brachte. Psychoterror pur. Bei jeder Vorstellung hätte man eine Stecknadel fallen hören können – so konzentriert beobachtete das Publikum die Leidenden auf der Bühne. Der Erfolg blieb nicht aus. Sogar eine Zusatzvorstellung musste gegeben werden.
Im Jahre 2006 inszenierte ich im Alter von 20 Jahren mein erstes abendfüllendes Theaterstück beim Stadttheater Kufstein.
Warten auf Godot – der Klassiker des absurden Theaters – war als allererste Inszenierung sicherlich eine gewagte Wahl und eine große Herausforderung. Man nehme ein Stück, in dem nichts geschieht, das voller unsinniger Dialoge und bar jeder Logik ist und versuche damit das Publikum zu begeistern. Ein Ding der Unmöglichkeit? Keineswegs.
Gut gewählt war die Musikuntermalung. Die Melodien und Texte von „The Doors“ harmonierten prächtig mit dem verzweifelten Pathos dieser wunderbaren Tragikomödie.
Vor hundert Jahren in Irland wurde Samuel Beckett geboren, der wohl nicht zu Unrecht als einer der bedeutendsten Dramatiker des zwanzigsten Jahrhunderts in die Geschichte einging. Anlässlich dieses ganz besonderen Jubiläums zeigen wir heuer jenes Stück, das wohl nicht nur das Bedeutendste und wichtigste Drama Becketts ist, sondern auch jenes, mit dem er seine größten Erfolge feierte. Warten auf Godot, 1952 in Paris uraufgeführt, ist längst zum Klassiker geworden, verstanden hat es aber noch niemand.
Einmal wurde Beckett gefragt, worin denn nun eigentlich der Sinn seines Stückes liege. Seine Antwort war: „Wenn ich es wüsste, würde ich es Ihnen sagen.“
Es gibt Hunderte Deutungen, Tausende Interpretationen. Doch am Ende ist nur eines klar: Man wartet auf Godot und das ist alles.
Ein jedes Kind wartet darauf groß zu werden. Es wartet sehnsüchtig darauf endlich in die Schule gehen zu dürfen, endlich nicht mehr ganz ein kleines Kind zu sein. Doch
sind sie erst einmal in der Schule, diese Kinder, so stellen sind rasch fest, dass das so schön doch gar nicht ist und sie warten darauf, dass die Schule endet. Sie warten auf den Führerschein, sie warten auf Schulabschluss, sie warten darauf endlich arbeiten zu dürfen, endlich gänzlich frei zu sein. Kaum sind sie es, kaum schuften sie, kaum dürfen sie ihr Brot verdienen, so wird ihnen bald klar, dass auch das so schön, wie einst erträumt, nicht ist; und sie beginnen auf den Ruhestand zu warten. Wir warten. Wir warten, darauf groß zu werden, wir warten darauf frei zu sein, wir warten darauf, dass es wärmer wird und die Dinge besser werden. Wir warten auf das große Glück. Wir warten auf Godot. Doch Godot kommt nicht. Oder doch?
Wer ist Godot? Was will Godot? Was macht Godot? Gibt es ihn überhaupt? All diese Fragen wirft dieses Theaterstück auf, doch nicht eine einzige Antwort wird gegeben. Dieses Drama ist nicht geschrieben worden um verstanden zu werden. Man kann es nicht verstehen, nur spüren, fühlen nur erleben.
Die einzige Konstante seit dem Anbeginn der Zeit ist der Wandel und im Warten wandelt sich die Welt. Wartend ist der Mensch den ständigen Veränderungen des Lebens ausgesetzt und wartend wandelt er sich selbst, denn während er wartet, steht die Zeit nicht still und derlei wartend treibt der Mensch allerlei Schabernack, der dabei hilft, nicht zu verzweifeln. Und darin besteht das Leben.
Und mit diesen wirren Worten wünsche ich Ihnen nun viel Spaß bei unserer Darbietung. Das Warten auf den Anfang hat ein Ende. Danke.