BRUNO – ein Mann aus Nola

Eckdaten:

  • „Ein Mann aus Nola“ ist ein Theaterstück von und mit Klaus & Maria Reitberger, basierend auf dem Leben des Giordano Bruno (1548 – 1600).
  • Szenisch dargestellt werden prägende Momente im Leben Brunos von seiner Kindheit im Dorf San Paolo bei Nola bis zu seiner Hinrichtung am Campo de’ Fiori in Rom. Wir zeigen seinen Werdegang als Mönch, Freidenker, Künstler, Visionär, Scharlatan und Ketzer – historisch korrekt, mit der nötigen Spannung und mit einer Prise Humor.
  • Hauptquelle des Theatertextes ist die 2024 im C.H. Beck Verlag erschienene Biographie „Der nach den Sternen griff“ von Volker Reinhardt.
  • Die Aufführungsdauer beträgt etwa 90 Minuten.
  • Gastspiele sind ab März 2027 möglich.

Meinungen zum Stück:

„Sie stellen die komplexe Persönlichkeit des Nolaners facettenreich, anschaulich, fesselnd und tiefenscharf zugleich dar, so dass das Publikum im besten Sinne unterhalten und zugleich unaufdringlich, aber nachhaltig belehrt wird.“ (Volker Reinhardt)

Der Trailer:

Laden Sie uns ein:

Gerne reisen wir zu Ihnen und spielen „Ein Mann aus Nola“ für Sie. Ob auf der großen Bühne oder als Kammerspiel in kleineren Räumen – wir sind flexibel und können unser Stück leicht an Ihre Rahmenbedingungen anpassen.

Buchungen und Auskunft unter: impulse@klaus-reitberger.com, Tel: +4369910811013

Wer wir sind:

Klaus Reitberger ist promovierter Physiker und langjähriger Theatermacher, der im Raum Kufstein und Umgebung schon fast 40 Theaterstücke auf die Bühne brachte, ein Drittel davon aus eigener Feder. Mit seiner Inszenierung der „Antigone“ des Sophokles gewann er den Volksbühnenpreis Tirol. Mit „Kosmische Strahlen“, einer Biographie über das Leben des Physik-Nobelpreisträgers Victor F. Hess, erfolgten zwischen 2012 und 2015 über ein Dutzend Gastspiele von Berlin bis Graz, von Münster bis Wien. In „Ein Mann aus Nola“ verkörpert er Giordano Bruno.

Maria Reitberger ist Magistra der Philosophie und Kulturkoordinatorin der Stadtgemeinde Kufstein. Sie spielte schon in vielen Theaterstücken – vor allem beim Stadttheater Kufstein – und war auch selbst bereits als Regisseurin tätig. Als Protagonistin in Ariel Dorfmans „Der Tod und das Mädchen“ und als Teufel im Kufsteiner Jedermann stellte sie ihre Vielseitigkeit unter Beweis. In „Ein Mann aus Nola“ spielt sie 24 verschiedene Rollen.

Weitere Inszenierungen

Johan Harstad: „Unter dem Pflaster liegt der Strand“

Als der norwegische Schriftsteller Johan Harstad im September 2025 in Kufstein bei den Tiroler Literaturtagen Sprachsalz gastierte, hörte ich schon von verschiedenen Seiten raunen, dass sein Roman „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ einfach unfassbar gut sein soll. Gerne kaufte ich mir also das  Buch und ließ mir vom Autor noch eine Widmung reinschreiben. Bis Mitte Dezember lag es dann wie ein Pflasterstein in meinem Arbeitszimmer und wartete darauf, gelesen zu werden. Zwei Monate später sind die rund 1150 Seiten bewältigt und ich muss zugeben: All das Lob, das ich im Vorfeld hörte, war mehr als angemessen. Was für ein Lesevergnügen! Was für ein erstaunlich gut konstruierter Roman. Und was man dabei alles lernt! Wer dieses Buch liest, der weiß hernach so einiges über Amateurfunk, die Logistik von Containerschiffen, radioaktive Endlagerstätten, Meteorologie und Geologie, Geheimdienste und vieles mehr. Wenn man nicht eh schon studierter Physiker ist, lernt man auch einiges über Kernfusion und Astrophysik. Und dann ist da natürlich Tristan de Cunha, jene entlegene Atlantikinsel, die auch schon andere Autoren (wie z.B. Raoul Schrott) in ihren Bann zog. Die Schilderung der Reise dorthin und die Wanderungen über den Vulkankegel lassen einen wohl nie mehr los. Die Handlung der Geschichte konzentriert sich vor allem auf einen Vorort des norwegischen Stavanger, wo man eine ganze Jugend miterlebt. Doch sie führt einen auch nach Shanghai, nach Warschau, Berlin, Paris, Trondheim, Toulouse, Sarajevo, irgendwelche Planstädte im Osten Sibiriens und natürlich in die Inselwelt des südlichen Atlantiks. Und genauso wild wie die geographische Verortung der einzelnen Episoden springt deren Zeitlichkeit hin und her – von den Fünfzigern bis in unsere heutige Gegenwart. Die Länge der Kapitel variiert dabei von nur wenigen bis fast einhundert Seiten. Und obwohl die Handlung in verschiedenste Areale ausfächert, kehrt alles doch immer wieder zurück zu jenem rätselhaften Stein, dessen Eigenschaften Erinnerungen an die Star Trek Folge „The inner light“ wecken. Faszinierend ist auch, wie der Autor Phänomene der Pop-Kultur in seine Geschichte einwebt. Wenn etwa zwei Figuren viele Seiten lang den Song „Final Countdown“ oder eher unbekannte Italo-Western oder „Minecraft“ diskutieren, so ist dies nie langweilig sondern einfach nur großartig.

10 von 10 Sterne und glasklare Empfehlung für „Unter dem Pflaster liegt der Strand“. In meinem persönlichen Roman-Ranking liegt das Werk von nun an gleichauf mit Salman Rushdies „Midnight’s Children“.

7. Nacht der Kunst

Bei der 7. Nacht der Kunst am 6. Februar lud die Stadtgemeinde alle Kunst-Vereine und Künstler:innen ein, die das Kalenderjahr 2025 zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Mit Preisen bedacht wurden von unserer Jury die folgenden Leistungen.

Die Preisträger:innen:

1. Bestes Theaterstück für Kinder: „Durchanond im Märchenland“ – Heimatbühne Kuftein

2. Beste Performance- & Bewegungskunst: Verein Freigeist – Pole Dance

3. Bestes Kunsthandwerk: Fastenkrippenbau von Heinz Sappl

4. Beste Kunst-Ausstellung: Galerie Dialog – Bildhauersymposium Spurwechsel

5. Preis der Stadt Kufstein: Streicherensemble der Musikschule Kufstein unter der Leitung von Bahram Pietsch

6. Beste Avantgarde-Musik: Klangfarben Kulturverein

7. Beste Musikveranstaltung: Da G’schupfte Ferdl – Kulturverein Wunderlich

8. Beste Foto-Kunst: Fotografie von Alexander Horejs

9. Beste Literaturveranstaltung: Sprachsalz – Internationale Tiroler Literaturtage Kufstein

10. Bester Nachwuchskünstler: Elia Ritter für seine Rolle in „Vincent will Meer“ beim Theater in der Arche Noe

11. Bestes Theaterstück: Hamlet – Stadttheater Kufstein

12. Bestes Jahresprogramm: Theater in der Arche Noe / Verein Arche Noe

13. Herausragende Leistung eines Künstlers Klaus Weninger

Und hier meine Eröffnungsrede zum Nachlesen:

Herzlich willkommen allerseits, zur siebenten Nacht der Kunst, bei welcher wir diesmal auf das vergangene Kalender 2025, das letzte Jahre des ersten Viertels der 21. Jahrhunderts, Rückschau halten wollen – und uns daran erinnern möchten, welche künstlerischen Höhepunkt es in diesem seltsamen Jahr hier bei uns in Kufstein gegeben hat.

Es war ein Jahr, das gewiss an niemanden spurlos vorüber gegangen ist, ein Jahr das tiefe Furchen gegraben hat, ein Jahr, dass – vor allem gesamtgesellschaftlich und weltpolitisch betrachtet – nicht immer leicht zu ertragen war. Wir leben in verstörenden Zeiten. Dieser Satz gilt nicht nur für 2025, er gilt für die ersten Wochen des neuen Jahres umso mehr.

Alte Gewissheiten verschwinden zunehmend. Mit dem gestrigen Tag stehen Amerika und Russland zu ersten Mal seit fünfzig Jahren ohne nuklearen Abrüstungsvertrag da und ein neues Wettrüsten scheint denkbar. Begonnen hat das Jahr mit der Drohung, dass ein Nato-Land, dem anderen mit militärischer Gewalt Gebiet streitig macht, was das Ende einer über 70 währenden Weltordnung bedeuten würde. Denken wir an die Tausenden Leute, die jetzt eben frierend und ohne Licht in den stromlosen Wohnungen Kiews sitzen. Denken wir an den andauernden Völkermord im Sudan. Denken wir an die CO2 Konzentration in der Atmosphäre, die schneller wächst als je zuvor und in diesen Tagen zum ersten Mal seit fünf Millionen Jahre die 430 ppm übersteigt. Denken wir an KI, deren Fähigkeiten und Möglichkeiten weiter wuchern und mitnichten einer ethischen Kontrolle unterliegen. Immer größer wird nach statistischen Erhebungen die Zahl jener Menschen, vor allem junger Menschen, die kein Vertrauen mehr in die Zukunft und keine Hoffnung auf ein besseres Morgen haben.

Foto: Yasmin Jiménez Aguilera

Bei all dem stellt sich vielleicht vielen die Frage: Wie nicht verzagen? Wieso sich da noch ehrenamtlich engagieren, um Säle zu füllen und Unterhaltung zu bieten. Warum also noch Kunst machen?

Und die Antwort ist: Weil es gerade jetzt wichtiger ist denn je. Neben all den Dingen, die Kunst vermag, war eine ihrer Hauptfunktion schon immer, den Menschen in schwierigen Zeiten Halt zu geben, den Menschen Trost zu spenden – und Hoffnung – und Zuversicht – und einen Hauch von Glück. Mit der Kunst besinnen wir uns aufs Gute im Menschen, auf die Großartigkeit unserer Schaffenskraft, auf unser Vermögen, einander zu bezaubern. Es geht dabei nicht darum, die Wirklichkeit schönzureden und die Probleme unserer Zeit zu verdrängen. Vielmehr soll Kunst in Erinnerung rufen, dass es neben allen Schattenseiten des Daseins auch fantastische Sternstunden und Lichtmomente gibt, in den Menschen Kunstwerke schaffen, die ihre Zeit überdauern und nie aufhören, andere zu inspirieren und zum richtigen Handeln anzuregen.

Denn was immer man über den Menschen auch Schlechtes sagen kann, man wird nie leugnen können, dass er fantastische Kunstwerke geschaffen hat – in der Literatur, auf den Bühnen der Welt, in der Klängen der Musik, in Formen und Farben. Kunst gibt uns etwas, worauf wir als Menschen guten Gewissens stolz sein können – und das uns zuversichtlich stimmt, auch die Probleme der Gegenwart meistern zu können. Dies gilt im Großen, doch auch im Kleinen, auch in der Kleinstadt, auch in Kufstein.

Unsere Kunstvereine und Künstler:innen haben im Jahr 2025 wieder Zehntausende Menschen begeistert, sie erfreut, sie jubeln lassen, ihnen Hoffnung, Besinnung und schöne Gedanken geschenkt. Ihnen Trost gespendet. Und das ist so wichtig – nicht nur, was die Wirkung auf die breite Masse, sondern auch auf den Einzelnen betrifft. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie einzelne, besondere, junge Menschen, durch ein Theaterstück, durch ein Musikerlebnis, durch Literatur – oft erlebt in kleinen Städten – eine Art Erweckungserlebnis erfahren, das ihr Leben in neue Bahnen wirft und sie später selbst zu großen Künstler:innen überregionalen Ranges werden lässt. Gerade die Jugend muss inspiriert und mitgerissen werden, muss darauf aufmerksam, wie wichtig Kunst und wie sehr diese Hoffnung zu geben vermag. Deshalb ist es so wichtig, dass auch Kleinstädte wie Kufstein ein möglichst dichtes, möglichst vielfältiges künstlerisches Leben haben – und da sind wir fantastisch aufgestellt.
Wir haben Musikrichtungen aller Genres, wir haben Trachtenvereine und Literaturfestivals, wir haben Circus und Kabarett, wir haben Galerien und Tanz, Skulpturen und Streetart … und sehr viel Theater. All das vermag so viel. Und all dies haben wir dank euch … ihr emsigen Zauberer:innen der Kufsteiner Kunstszene, die ihr heute hier bei dieser „Nacht der Kunst“ versammelt seid.
Es ist auch wichtig, dass wir Feste wie diese haben. Dass wir als Stadtgemeinde Kufstein uns bei euch allen erkenntlich zeigen und uns gemeinsam erinnern an die Höhepunkte des vergangenen Jahres. Und deshalb sind wir heute hier.