Kufsteiner Nachtgespräche

Seit 2017 lädt die Stadt Kufstein mehrmals jährlich zum Kufsteiner Nachtgespräch. Expert:innen referieren zu brandaktuellen Themen. Im Anschluss folgt eine rege Diskussion. Es war mir stets eine Freude diese Vortragsreihe zu kuratieren und die jeweiligen Referent:innen auszuwählen.

27 Natalie Amiri: Der Iran – zwischen verbotenen Partys und US-Sanktionen

Warum riskiert man beim Tragen einer vermeintlich zu kurzen Hose eine Strafe und warum reist man trotz eindringlicher Warnungen immer wieder in den Iran?

Als eine der wenigen deutschen Journalistinnen kennt Natalie Amiri den Iran detailreich und genau. Aufgewachsen in einer deutsch-iranischen Familie, begann sie 2007 für das ARD-Büro in Teheran zu arbeiten. Im Mai 2020 wurde sie vom Auswärtigen Amt gewarnt, nicht mehr in den Iran einzureisen und musste daher die Leitung des Teheraner Fernsehstudios abgeben.

„Ich möchte den Menschen in der Iranischen Republik eine Stimme geben. Es ist, als ob das Leben dort schwerer und vielleicht gerade deshalb intensiver sei. Darum sehe ich es auch als meine Aufgabe, immer wieder daran zu erinnern, dass Freiheit und Frieden für uns zwar normal geworden sind, doch dass wir nie vergessen dürfen, dies zu schätzen!“

26 Gerald Knaus: Wir und die Flüchtlinge

Bei größeren Fluchtbewegungen in Europa wird immer wieder die Frage aufgeworfen: Gefährdet irreguläre Migration die Demokratie?

Messerscharf zeigt Gerald Knaus auf, wie sehr Wahrnehmung und Wirklichkeit beim Thema Flucht und Migration auseinanderklaffen. Seine Bestandsaufnahme legt die schonungslose Wahrheit offen.
Die fundiert recherchierte Analyse des Migrationsexperten führt zu erstaunlichen Befunden – und macht Hoffnung: Eine überzeugende und umsetzbare Strategie humaner Kontrolle der Grenzen ist möglich.
Knaus beleuchtet schonungslos die aktuellen Politik. An den EU-Außengrenzen wird täglich das Recht von Flüchtlingen gebrochen. Menschen ertrinken im Mittelmeer und werden an den Grenzen von Staatsorganen wie Polizist:innen und Soldat:innen misshandelt.
Gerald Knaus war Gründungsdirektor der Denkfabrik European Stability Initiative (ESI), studierte Philosophie, Politik und Internationale Beziehungen in Oxford, Brüssel und Bologna, war Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations und Associate Fellow am Carr Center for Human Rights Policy der Harvard University’s John F. Kennedy School of Government. 2020 erschien im Piper-Verlag sein Spiegel-Bestseller „Welche Grenzen brauchen wir?“.

25 Erwin Markowsky: www – Einblicke in die Welt der Cyberkriminalität

Wir alle sind potenzielle Opfer in dieser vernetzten Welt. Nach diesem spannenden, humorvollen Abend werden Sie Ihr Smartphone, Ihren Laptop oder Ihr Tablet mit anderen Augen sehen.

Sein Fachwissen und die umfangreichen Kenntnisse hat sich Erwin Markowsky in seinen rund 25 Jahren Erfahrung in der Telekommunikationsbranche angeeignet. Als Experte im Umgang mit Smartphones und dem Internet gibt er informative Einblicke in deren Angreifbarkeit.

Sind hunderte Augenpaare auf ihn gerichtet, ist er in seinem Element. Dann dreht er richtig auf. Markowsky ist Profihacker und zeigt live auf der Bühne, wie einfach Smartphones und Computer manipuliert werden können. Er begeistert und schockiert sein Publikum zugleich.

Nur wer die Gefahren kennt, kann sich vor ihnen schützen. Markowsky weiß genau, wie er sein Publikum fesselt. Ob Jung oder Alt, Jugendliche, Erwachsene, Angestellte – mit passenden Beispielen aus dem Alltag erreicht er jede Zielgruppe. Der Münchner überzeugt mit Fachwissen und jeder Menge Humor.

24 Pascal Violo: Hoffnung und Elend an den Rändern Europas

In der neuen Live-Reportage „Karawane der Menschlichkeit“ gibt der Reisefotograf Pascal Violo erstmals Einblicke in seine ehrenamtliche Arbeit als Helfer in unterschiedlichen Flüchtlingscamps an den Rändern Europas.

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos folgte der Reisefotograf Pascal Violo seinem Impuls, den notleidenden Menschen dort zu helfen. Das war die Geburtsstunde des Vereins Karawane der Menschlichkeit.

Drei Wirkungssäulen prägen die Karawane: Den notleidenden Menschen wird durch Geldspenden, Hilfsgüter und Lebensfreude geholfen. Das Hilfsteam vor Ort wird meist von professionellen Clowns, Akrobat:innen und Künstler:innen begleitet. Es entstehen wunderschöne Begegnungen. Mit dem gespendeten Geld werden lokale Projekte unterstützt und dringend benötigte Hilfsgüter vor Ort eingekauft.

23 Lois Hechenblaikner: Die dunkle Seite des alpinen Massentourismus

Unter den Tiroler Touristikern ist er für viele „persona non grata“. Mit seinem scharfen, detailverliebten Blick wirft er so manche Fragen auf, sucht aber auch den Dialog zwischen der unberührten Natur einerseits und den Auswüchsen des Berg- und Skitourismus auf der anderen Seite.
Den gelernten KFZ-Elektriker brachten verschiedene Fernreisen zur Fotografie. Mit den Ergebnissen gestaltete er Dia-Multivisionsschauen und ging damit auf Tournee. Seit Mitte der 1990er Jahre widmet er sich Motiven des Tiroler Fremdenverkehrs sowie der volkstümlichen Unterhaltung und polarisiert durch einen ungeschönten Blick auf Massentourismus und Großveranstaltungen. Er thematisiert aber auch die zunehmende „Ballermannisierung“ von Orten, die einst als Reiseziele für Sportler und Erholungssuchende bekannt waren. Der Grat zwischen Gastfreundschaft und dem Verkauf der eigenen Identität ist schmal, das war Lois Hechenblaikner klar, und er wird nicht müde, dies zu betonen.

Zahlreiche Publikationen bestätigen seine Ansichten und bringen in den Vordergrund, was sich meist hinter den Kulissen im Tourismusland Tirol, auf der „Hinterbühne“, versteckt hält.

22 Rudi Anschober: Rundum Krisen

Rudolf Anschober kennt sich mit Krisen aus. Er war zu jener Zeit Gesundheitsminister als eine der größten Krisen unserer jüngeren Geschichte über uns hereinbrach, nämlich die Corona – Pandemie. Doch auch privat hatte Rudi Anschober schon die eine oder andere Krise zu bewältigen. Im Gefolge der Pandemie erschüttern neue Krisen die Welt: Krieg in Europa, Klimawandel, Energiekrise, etc. So unterschiedlich sie auch sein mögen, haben all diese Krisen doch eines gemein: Sie geben uns die Möglichkeit aus ihnen zu lernen. Welche Lösungen, welche Perspektiven gibt es? Das sind die Fragen, die in akuten Krisensituationen beantwortet werden müssen. Wie könnten Antworten darauf lauten?

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21 Ingrid Brodnig: Hass im Netz

Die mit mehreren Preisen ausgezeichnete „Profil“-Journalistin und Buchautorin Mag. (FH) Ingrid Brodnig spricht über den Umgang mit Falschaussagen und Halbwahrheiten im Internet. „Mythen, Halbwahrheit, Hassreden“, der tägliche Umgang in den (un)sozialen Medien, Rückschlüsse ohne nötige Recherche… und täglich grüßt das „Schwurbler“-tier. Wie blicken wir noch durch, durch den Nebel der Unwahrheiten? Mag. (FH) Ingrid Brodnig, studierte Journalistin und Unternehmenskommunikatorin, mehrfach ausgezeichnete Buchautorin, „Falter“- und „Profil“- Kolumnistin kennt sich aus mit den Un- und Halbwahrheiten im Netz, welche mitunter auch zu zerbrechenden Freundschaften und innerfamiliären Krisen führen. In ihrer unnachahmlichen, humorvollen Art referiert und informiert Brodnig über Erfahrungen, Anfeindungen und den täglichen Umgang mit vermeintlichen Besserwisser:innen im Netz. (Um) triebe auf den 1. Klick, denn „Vertrauen ist gut, Recherche ist besser“.

20 Herbert Bauer: Die Lage in der Ukraine

Der völkerrechtswidrige Ukrainekrieg, der großteils gegen die Zivilbevölkerung geführt wird, geht mit vielen Einzelschicksalen einher, die tiefgreifende emotionale Betroffenheit auslösen. Vor Kurzem noch schien es unvorstellbar, dass innerhalb Europas zehntausende Menschen ihre Heimat verlieren, Hunger und Kälte leiden und um ihre in Massengräbern verscharrten Angehörigen trauern.

In seinen fast 50 Jahren Berufserfahrung beim Österreichischen Bundesheer diente Generalmajor i.R. Herbert Bauer unter anderem in Afghanistan, Syrien, Malawi, im Kosovo und in der Türkei. Als Militärdiplomat war er auch bei Abrüstungsverhandlungen in Genf vertreten. Am 11. Januar 2023 wird er dem Kufsteiner Publikum mit eindrucksstarken Bildern und erstaunlichen Fakten die militärische und sicherheitspolitische Lage in der Ukraine erläutern.

Herbert Bauer geht vor allem der Frage nach, wie nahe wir vor einem Atomkrieg stehen, was die Teilmobilmachung Russlands bedeutet und wer von den Lecks der Nord-Stream-Gaspipelines profitieren könnte.

19 Martin Prein: Letzte Hilfe Kurs

Wie wir auch einen „Erste Hilfe Kurs“ nicht erst dann machen können, wenn der Unfall bereits stattgefunden hat, so ist auch der „Letzte Hilfe Kurs“ als Vorbereitung zu verstehen, wenn wir selbst einmal von einem Todesfall betroffen sind, aber auch, wenn unsere Mitmenschen einen schweren Verlust zu betrauern haben. Wie begegnet man Trauernden? Was soll man sagen? Was tun?
Der Vortragende Dr. Prein nimmt uns mit seinem großen Erfahrungsschatz auf eine praxisnahe und aufschlussreiche Reise mit. Im „Letzte Hilfe Kurs“ geht er auf die mit dem Tod verbundenen Tabus ein, spricht über den Trauerprozess, die Begegnung mit trauernden Mitmenschen und auch über die Wertschätzung der eigenen Unsicherheit und den eigenen Bedürfnissen gegenüber, wenn es um das Sterben geht.
Selten wird das Thema Tod so authentisch, berührend und mit so viel Leichtigkeit behandelt wie von Dr. Prein.

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18 Podiumsdiskussion: Der Name der Orgel

Seit über 90 Jahren klingt sie von der Festung – die Heldenorgel. Eine mögliche Umbenennung der Orgel hat in Kufstein eine emotionsgeladene Debatte in der Bevölkerung ausgelöst. Dieses Nachtgespräch soll einen Beitrag dazu leisten, die Geschichte der Orgel genauer zu verstehen und einen Weg aufzeigen, wie beide Seiten aufeinander zugehen könnten.
Franz Gratl vom Tiroler Landesmuseum und Matthias Breit vom Gemeindemuseum Absam haben in den letzten Jahren schon öfter darauf hingewiesen, dass eine Aufarbeitung der Geschichte der Heldenorgel samt Umbenennung notwendig wäre. In dieser Podiumsdiskussion treffen sie auf Martin Nagiller, Obmann des Fremdenführervereins im Tiroler Unterland und auf Georg Hetzenauer, ehemaliger Kulturreferent Kufsteins und Admin der Facebook-Gruppe „Wir Kufsteiner“ – beide Kritiker und Gegner der geforderten Maßnahmen.
Für Spannung ist gesorgt. Wer hat die besseren Argumente? Können sich beide Seiten auf einen möglichen Kompromiss einigen? Kann eine Seite die andere überzeugen?
Seien Sie dabei und machen Sie sich selbst ein Bild! Im Laufe der Diskussion kann sich auch das Publikum mit Fragen und kurzen Statements einbringen.

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17 Karim El-Gawahry: Repression & Rebellion

Mit seinem Impulsvortrag „Repression und Rebellion“ zeichnet El-Gawhary nach, wie
Veränderungen im Nahen Osten blockiert werden und wie der Kampf um Einfluss weitergeht.
Der leidenschaftliche Erzähler Karim El-Gawhary, der seit 1991 als Auslandskorrespondent –
für Printmedien, Radio und Fernsehen – aus dem Nahen und Mittleren Osten berichtet, ist mit
über 200.000 Followern auf Twitter auch ein reichweitenstarker Influencer. Als Vermittler
zwischen der arabischen und deutsch-österreichischen Kultur ist er nicht nur Leiter des ORFNahostbüros, sondern liefert als erfolgreicher Buchautor auch wertvolle Einblicke über
Menschen, Gesellschaft und Kultur in der arabischen Welt

16 Marc Friedrich: Bedingungsloses Grundeinkommen

Der ausgewiesene Finanzexperte, Bestseller-Autor und gefragte Redner Marc Friedrich sieht die spätkapitalistische Wirtschaftsordnung und genauso die politische Landschaft in Europa als völlig aus dem Lot geraten an: Immer mehr Menschen haben das Gefühl nur noch für den Staat zu schuften und fühlen sich benachteiligt. Eine winzige globale Finanzelite produziert inzwischen gigantische Blasen illusionären Reichtums, während die Politik tatenlos zuschaut. Marc Friedrich zeigt auf, warum die EU und der Euro scheitern werden. Warum wir künftig nicht Leistung, sondern Konsum besteuern müssen. Und warum ein Bedingungsloses Grundeinkommen, Gemeingüter und eine strikte Finanzregulierung sozial gerecht und ökonomisch vernünftig sind.

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15 Gabriele Kompatscher-Gufler: Die Beziehung von Mensch und Tier

Die Human-Animal Studies betrachten die Beziehung von Mensch und Tier: Einmal unterworfen und aufgegessen, dann wieder umsorgt und sogar bekocht, werden die Tiere vom Menschen sehr unterschiedlich behandelt. Im Lauf der Jahrhunderte war die Mensch-Tier-Beziehung immer wieder Gegenstand philosophischer und wissenschaftlicher Betrachtungen. In der westlichen Kultur neigt man dazu eine deutliche Grenze zwischen Mensch und Tier zu ziehen, um die Unterwerfung der (Nutz-)Tiere zu rechtfertigen.
Gabriela Kompatscher-Gufler widmet sich in ihrer Forschung an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck den Human-Animal Studies, einem interdisziplinären Forschungsgebiet, das die Beziehung von Mensch und Tier ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Die Tiere werden nicht als Objekte gesehen, sondern als Subjekte: Als Individuen besitzen sie einen intrinsischen Wert, der in ihnen selbst liegt und nicht durch den Menschen bestimmt wird. So tragen die Human-Animal Studies zu einer Verbesserung des Verhältnisses von Mensch und Tier bei.

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14 Marie-Luisa Frick: Menschenrechte zur Zeit der Pandemie

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, so formulierten es die SchöpferInnen der Universal Declaration of Human Rights (UDHR) vor 73 Jahren. Doch was bedeutet das und was folgt daraus? Müssen alle Menschen gleich behandelt werden? Immer, überall und von allen? Welches Verhalten verletzt die Menschenwürde anderer und welches (noch) nicht? Wozu genau verpflichtet die Idee der Menschenrechte Individuen, was fordern Menschenrechte von Staaten? Welche Menschenrechte gibt es oder soll es geben und sind sie alle gleich wichtig? Scheinbar Selbstverständliches wird fraglich, wenn die Philosophie Menschenrechte in den Blick nimmt. Sie lädt dazu ein, das Projekt universaler Menschenrechte jenseits von Phrasen und Dogmen eigenständig durchzudenken, um damit eine Vielzahl gegenwärtiger Probleme besser zu verstehen.

Assoz.Prof. PD Dr. Marie-Luisa Frick
Institut für Philosophie, Universität Innsbruck

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13 Katharina Rogenhofer: Ändert sich nichts, ändert sich alles

Sie ist Klimaaktivistin und das Gesicht der österreichischen ‚Fridays-for-Future‘
Bewegung: Katharina Rogenhofer kennt die Zusammenhänge von Ökologie,
Ökonomie und Politik – gerade in Zeiten der Pandemie – und weiß diese
einfach, aber nie vereinfachend zu erklären. So erweitert sie das Klimawissen
der KufsteinerInnen.

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12 Andre Wolf: Fakenews & Social Media

Social Media, Manipulationen & Falschmeldungen: Wie sie funktionieren und welche Gefahren für Gesellschaft und Demokratie entstehen können. Die Massentauglichkeit des Internets hat dazu geführt, dass Informationen aller Art jederzeit abrufbar sind. Gleichzeitig hat Social Media dazu geführt, dass wir alle zu Sendern geworden sind. Daraus ergeben sich völlig neue Anforderungen an den Informationskonsum, denn nicht nur jeder kann senden, sondern auch gefühlt alles kann gesendet werden.

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11 Georg Kaser: Weltklima und Klimapolitk

Der menschgemachte Klimawandel hat begonnen und das Klimasystem erwärmt sich schnell weiter. In Paris haben die Regierungen der Staatengemeinschaft beschlossen, die Erwärmung auf maximal 2°C über dem vorindustriellen Wert zu begrenzen, möglichst 1,5°C nicht zu überschreiten. Der Vortrag von Georg Kaser versucht, das Spannungsfeld zwischen Forschungsergebnissen und politischer Realität verständlich zu machen und Wege zum Handeln aufzuzeigen.

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10 Hanno Settele: Four more years?

Gespaltenes Amerika. Republikaner gegen Demokraten. Konservative gegen Weltoffene.
Trump gegen den Rest der Welt. Während der amtierende Präsident von der Vollendung einer Mauer und einer weiteren Amtszeit träumt, sehnen sich die anderen nach einem Neustart.
Und mitten drin: die Klimakrise. Und noch dazu: Corona.
Es sind stürmische Zeiten, in der sich die Weltmacht befindet und die ihr noch bevorstehen. Zeitpunkt der Beruhigung: nicht absehbar. Ergebnis der kommenden Wahl: ungewiss.

9 Das Ende der Vielfalt

Rund eine Million Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht und das Tempo der Vernichtung nimmt weiter Fahrt auf. Zwar ist die Betroffenheit nach den neuesten Zahlen groß. Und noch größer ist die Trauer und die mediale Aufregung, wenn der weiße Flussdelphin in China oder das Sumatra-Nashorn in Asien verschwinden. Doch diese Arten sind nur die Spitze des Eisberges. Der Teufel steckt im Detail der menschlichen Existenz.

8 Unsere Zukunft im Weltall

Die Mondlandung von Apollo 11 jährte sich eben zum fünfzigsten Mal. Aber wie viel ist geblieben von der einstigen Euphorie für das Weltall, die damals fast die ganze Menschheit erfasste? Wenig. Man blickt nur mehr selten hinaus zu den Sternen. Das Genre der Science-Fiction ist unpopulärer geworden. Die Reise zum Mars wird ständig weiter in die Ferne geschoben. Der Mensch ist momentan zu sehr beschäftigt mit irdischen Problemen und hat nur mehr wenig Zeit, um von stellaren Weiten zu träumen.

7 Das revisionistische Russland

Russland zielt auf eine Änderung der regionalen Sicherheitsordnung Europas und will in der internationalen Ordnung größeren Stellenwert und Einfluss erhalten. Was sind die Beweggründe für die aggressivere russische Außenpolitik? Was sind die unterschiedlichen Narrative Russlands und des Westens über die Entwicklungen nach 1991? Wie mächtig ist die Großmacht Russland und wo liegen ihre Schwächen? Wie wird sich das Verhältnis zur EU, zur USA und zu China in den nächsten Jahren entwickeln? Wie umgehen mit diesem Russland? Darauf will der Vortrag Antworten geben.

6 Selbstbestimmung am Lebensende

„Die Wissenschaft sitzt in Österreich in einem Elfenbeinturm“, sagt Dr. Christiane Druml, die seit 2007 die Bioethikkommission beim Wiener Bundeskanzleramt leitet. „Wissenschaft sollte öffentlicher sein. Die Position des Wissenschafters ist zu wenig anerkannt“. Deshalb ist es das Hauptanliegen der Juristin, die sich einen ausgezeichneten Ruf als Expertin für Ethik im medizinischen Bereich erworben hat, öffentliche Debatten über die brennenden Fragen an der Schnittstelle von Vertretbarkeit und Machbarkeit zu initiieren.

5 #KILL GAFA!

Der digitale Wandel ist in aller Munde, aber nicht immer in berufenem. Allzu oft wollen Dilettanten und Schwätzer erklären, was sie selbst nur halb verstehen. Bei Tim Cole ist das anders. Der seit 40 Jahren in Deutschland und neuerdings im Salzburger Lungau lebende Amerikaner war Mitte der 90er-Jahre der erste Blogger in deutscher Sprache und gilt als der Internet-Pionier der ersten Stunde im deutschsprachigen Raum. Als Kolumnist bei „Capital“, „Süddeutsche Zeitung“ oder „Die Welt“, als Bestsellerautor, Keynote-Speaker und Moderator und als fixe Größe auf Twitter, Facebook und YouTube wurde Cole zum Popularisierer des Web, zum Wortführer der Natives, aber auch zum klugen Analytiker von Potenzialen und Gefahren.

4 Der Skandal von Tier und Mensch

Was wir tun müssen, um das Leid unserer entfernten Verwandten zu lindern. „Tiere in Tierfabriken. Tiere in Tierversuchen. Tiere auf Tiertransporten. Wer die Bilder gesehen und ein Herz im Leib hat, wird entsetzt sein. Wie ist es möglich, dass wir so mit Tieren umgehen, auf eine Weise, die die Mehrheit der Menschen nicht für richtig befindet? Warum fällt es unserer Gesellschaft so schwer, diese Altlasten loszuwerden? Und warum ignoriert jede Regierung, egal welchen Couleurs, die Forderung nach einer Verbesserung, wenigstens in kleinen Schritten?
Die Aufklärung mit ihrem wissenschaftlichen Weltbild und der Idee von Menschenrechten war ein sehr wichtiger Schritt. Doch er wurde am Rücken der Tiere erkauft.“ M. Balluch

3 Supermacht China: Chance oder Bedrohung?

Nur wenige europäische Stimmen mischen im Diskurs über China mit: Verena Nowotny, fundierte Außenpolitik-Expertin und Buchautorin, hat zwei Jahre in Shanghai gelebt und bietet ein differenziertes Bild der komplexen Entwicklungen in diesem bevölkerungsreichsten Land der Erde.

„Es gibt keine einfachen Antworten auf die Fragen in China“, so Nowotny. „Viele Entwicklungen in diesem Land wirken widersprüchlich für uns, sind aber aus kulturellen Unterschieden erklärbar. Genauso wie wir ganz natürlich akzeptieren, dass die USA für unser Leben in Europa relevant sind, sollten wir uns dies auch bei China angewöhnen – ohne Angst und ohne Vorurteile.“

2 Europa – wohin?

Das reichhaltige Curriculum von Erhard Busek zeigt die Vielzahl seiner Themen, Funktionen und Ziele. Spezialist ist der ehemalige EU-Beauftragte für Südosteuropa in allen Fragen des Balkans. Als Minister und Vizekanzler war ihm die Bildung immer ein besonderes Anliegen. Der österreichische Paradeintellektuelle der Politik spricht über Hochschulen, Kulturpolitik und über europäische Herausforderungen.
Politiker, Publizist, Europäer, Kulturförderer – Dr. Erhard Busek ist eine der prägenden Persönlichkeiten Österreichs. Er war Vizebürgermeister der Bundeshauptstadt Wien und Vizekanzler, Wissenschaftsminister und Unterrichtsminister, Generalsekretär und Bundesparteiobmann der ÖVP.

1 Die Grenzen der Toleranz

Die offene Gesellschaft hat viele Feinde. Die einen streiten für »Allah«, die anderen für die Rettung des »christlichen Abendlandes«, letztlich aber verfolgen sie das gleiche Ziel: Sie wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen.
Wie sollen wir auf diese doppelte Bedrohung reagieren? Welche Entwicklungen sollten wir begrüßen, welche mit aller Macht bekämpfen? Michael Schmidt-Salomon erklärt, warum grenzenlose Toleranz im Kampf gegen Demagogen auf beiden Seiten nicht hilft und wie wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Freiheit zu verteidigen.

Allgemein