Uraufführung von „Gefangen“

Am 23. Oktober 2010 wurde bei der Volksbühne Alpenland Thiersee unter der Regie von Hubert Petter mein Drama „Gefangen“ uraufgeführt. Es war ein großer Erfolg und für mich ein sehr schönes Erlebnis.

Pressestimmen:

Herbststück „Gefangen“ war ein Riesenerfolg – Die diesjährige Herbstproduktion „Gefangen“ von Klaus Reitberger aus Kufstein, welche von der Volksbühne Alpenland Thiersee als Welturaufführung gespielt wurde, war ein großer Erfolg. Sämtliche Aufführungen im Landgasthof „Zur Post“ in Landl waren nahezu ausverkauft (teilweise schon eine Woche vor dem Aufführungstermin) und das Drama stieß bei fast alen Gästen auf Begeisterung.

Gerhard Pierzinger – Kufsteinblick, November 2010

Die Volksbühne Alpenland Thiersee legt mit der Uraufführung „Gefangen“ von Klaus Reitberger mehr als nur in einer Hinsicht ein Bekenntnis ab. […] Der Geist der widerständigen Dorftheaterkultur scheint in „Gefangen“ wieder auferstanden zu sein. Klaus Reitberger, das junge Dramatikertalent aus Kufstein, hat für die Volksbühne Thiersee/Landl in bester Anzengruber-Tradition – ein Volksstück geschrieben, das am 23. Oktober uraufgeführt wurde. […] Ein Stück Befreiung zum Thema des Rechtes auf Entwicklung zur Individualität im Widerstand gegen die Beharrung durch ungeprüfte Verhaltensmuster.

Ekkehard Schönwiese – Darstellendes Spiel, Herbst 2010

Zum Stück:

Der Ort ist Tirol. Die Zeit ist heute. Obwohl es auf den ersten Blick anders erscheinen mag, ist „Gefangen“ weit mehr als ein einfaches Dialektstück. Denn in die enge Stube des Bauernhofes der Familie Brenner weht ein Wind der fernen Welt, welcher große Fragen mit sich bringt. Tragen wir nicht alle Masken? Masken, die unserem sozialen Status und den Verhältnissen, in denen wir leben, entsprechen? Spielen wir nicht alle Rollen? Rollen, die determiniert sind durch Geschlecht, Religion, Herkunft, Alter und Sprache? Wann kommt man denn schon dazu, man selbst zu sein? Sind wir nicht alle Schauspieler, die auf der Bühne gefangen sind, eingesperrt in die engen Mauern gesellschaftlicher Erwartungen?

Doch es gibt Menschen, die sich nicht einsperren lassen, Menschen, die den unsagbar großen Mut zeigen, einfach nur sie selbst sein zu wollen und es satt sind irgendwelchen Rollenbildern zu entsprechen. Für ihre Individualität nehmen sie den Hass und den Hohn der anderen in Kauf. Zumindest solange, bis nur noch ein einziger Weg erträglich scheint: die Flucht. Dies ist der Weg der Evi Brenner, der tragischen Heldin dieses Stückes.

Doch all dies ist längst Vergangenheit. Gefangen“ erzählt nicht von Evis Flucht, sondern von ihrer Rückkehr. Wie anknüpfen an ein Leben, das nicht mehr das ihrige ist. Wie ertragen, dass keiner erkennen will, dass sie nicht mehr jene ist, die einst vor allem floh? Ein Stück der großen Fragen und tiefen Emotionen.

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Endlich wieder auf dem Weg…

In dieser Wirklichkeit, die uns umflutet und die im Wechselspiel ihrer Gezeiten dem einen Leid, dem andern Freude vor die Füße spült, – in dieser Wirklichkeit, die unermüdlich wogt, und fließt und brandet, die donnernd gegen schroffe Felsenwände schlägt, die einmal stürmt und schäumt und brodelt – und hernach wieder ach so ruhig scheint, sodass das kaum vergangene Wüten zur undenkbaren Möglichkeit zu werden droht – in dieser Wirklichkeit sind wir zu Hause.
Der Strom der Zeit spült uns vorüber und vorbei an tausend Landschaften und Möglichkeiten, an großen Plänen und geheimen Träumen, an Monumenten der Alltäglichkeit; und auch an vielen Trinkenden, Trunkenen und Ertrinkenden im graublauen Wasser des Lebens. Schnell werden wir durch die Momente hindurchgetrieben – so schnell, dass die Zeit nicht reicht, dem einen schönen Augenblick in gebührender Achtung hinterher zu blicken – denn viel zu rasch werden wir in den nächsten Augenblick hineingespült.
So ist es hin und wieder ratsam, wohltuend und schön, den Fluten zu entkommen, ans Ufer zu krabbeln, dort zu verharren, den Fluss als Ganzes zu betrachten, Größe und Bedeutung seiner zu erahnen, ein wenig zu trocknen, sind in der Sonne zu wärmen, nüchtern zu werden um sich dann wieder hinein zu stürzen in die Wogen des Lebens.

Eine Allegorie und nicht mehr… .

Ich gehe wieder wandern. Wie schon zwei Jahre zuvor, kehre nach zwei Jahren eines turbulenten Leben voller Ereignisse wieder zurück auf den Weitwanderweg meiner einstigen Wahl, kehre zurück an exakt jenen Ort, an dem ich damals stehen blieb – und setze meine Weg fort. Keine Physik, kein Theater mehr, nichts mehr als die Ruhe der Natur, den Weg vor meinen Füße und die wunderbare Ungewissheit nicht zu wissen, wo man die nächste verbringen, wie weit man an diesem Tag gelangen und welche Aussicht sich hinter der nächsten Hügelkuppe offenbaren wird. Zwei Jahre lang habe ich mich darauf gefreut. Und endlich geht es los.

Mein Weg wird mich von Grenoble aus über das Massif du Vercors nach Süden bis Viviers am Fluss Rhône führen. Von dort aus geht es weiter nach Westen, hinein in die Ardèche in Richtung französisches Zentralmassiv. Ich gedenke jeden Schritt zu Fuß zurückzulegen, drei Wochen lang kein einziges Verkehrsmittel zu nützen und zu 100% im Leben zu sein – und nicht im Internet. Dem bleibe ich für diese Zeit fern.

Und zum Geleit ein wenig Fredericus N.:

Es geht ein Wandrer durch die Nacht
Mit gutem Schritt;
Und krummes Thal und lange Höhn —
Er nimmt sie mit.
Die Nacht ist schön —
Er schreitet zu und steht nicht still,
Weiß nicht, wohin sein Weg noch will.

I will now walk into the wild…
Again.

Unterwegs auf dem E4 – Teil 1 (Bregenz bis Saint-Cergue)

Unterwegs auf dem E4 – Teil 2 (Saint-Cergue bis Grenoble)

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Silbersommer-Literaturpreis der Stadt Schwaz

„Die Stimme erheben“ – so lautete das Thema des diesjährigen Autorenwettbewerbes zum Schwazer Silbersommer. Autoren und Autorinnen aus ganz Tirol beteiligten sich und unter all diesen wurde ein Gewinner gekürt.

Ich erinnere mich im Grunde kaum mehr daran, wie es war, als ich meinen Text einreichte. Das muss irgendwann mitten im Dreigroschenoper-Theaterstress gewesen sein. Ich las die Ausschreibung, hämmerte irgendeinen Text in den Computer, druckte aus und schickte ab. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, ob ich ihn überhaupt noch einmal durchgelesen habe.

Umso größer waren folglich mein Erstaunen und meine Freude, als Mitte Juni ein Brief auf meinem Schreibtisch landete und mir verkündete, dass ich den ersten Preis errungen habe. Bei einer feierlichen Lesung und Preisverleihung wurden meine Siegertext, sowie die Texte der Zweit- und Drittplatzierten, am 24. Juni in Schwaz noch einmal verlesen und mir ein großzügiges Preisgeld von € 600 überreicht.

Hier geht’s zum Siegertext.

Auf dem Bild unten sieht man links von mir den Kulturreferenten der Stadt Schwaz, Herrn GR Martin Schwarz. Der Herr rechts von mir ist Roland Jordan, Jurymitglied und Obmann der Literaturvereinigung Turmbund Innsbruck. Ich bedanke mich bei der Stadt Schwaz und bei allen Beteiligten für das schöne Geschenk, das mir mit diesem Preis gemacht wurde.

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Und wir waren im Licht…

What a night! What a crowd! Makes you glad, makes you proud!

Denn wofür lebt der Mensch? Für Abende, wie der gestrige einer war.

Noch schöner, noch spannender, noch wärmer und würziger hätte ich mir unseren großen Premierenabend auf der Burg in Kufstein kaum vorstellen können. Vor einem Publikum von über 250 Leuten zeigten wir „Die Dreigroschenoper“ und ernteten nicht enden wollenden Applaus. Von Vorspiel bis Nachspiel ein gelungenes Ganzes. Ich danke allen, die dies möglich gemacht haben. Der Ort, die Zeit, die Menschen – alles war wunderbar. Jetzt heißt es, auch noch die nächsten Aufführungen zu genießen. Ich freue mich schon sehr auf nächste Woche, wenn es wieder heißt: „Sie werden eine Oper für Bettler sehen.“

Der Countdown läuft…

Heute in zwei Wochen werden wir auf der Festung Kufstein  die Premiere unserer Dreigroschenoper feiern. Alles ist gespannt, alles wartet, bangt und hofft… Alles läuft nach Plan. Die heiße Phase hat begonnen. Es ist das zweite Projekt dieser Größe, dass ich leite – diesmal mit mehr Routine, mehr Spaß und besserer Planung. Wenn auch das Wetter besser ist, dann kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Es ist etwas Großes, das wir hier geschaffen – eine einzigartige Bühnenshow voll Gesang, Schauspiel und Tanz, voll düsterem Charme und viel Tiefsinn. Es ist schön, all dies verwirklichen zu können. Selten habe ich mich auf eine Premiere so gefreut. Selten war ich vor einer Premiere so ruhig. Es gab schon kleinere Stücke, die mich nervöser gemacht haben.

Auf geht’s. In den Endspurt. Jeder der’s nicht sieht, ist selber schuld.

Links:

Stadttheater Kufstein

Festung Kufstein

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Lesung in der Kunstveranda

Nach mehreren erfolgreichen Lesungen in Kufstein, Bad Häring und anderswo, hole ich kommenden Mittwoch wieder einmal meine Utopien hervor und werde in der Kunstveranda Kufstein von einer möglichen Zukunft erzählen. Zur Auflockerung gibt’s zwischendurch wie immer auch einige astronomische Gedichte.

MITTWOCH, 19. Mai 2010  –   KUNSTVERANDA  –   Prof.Sinwelstrasse 2   –   20.00 Uhr   –   Eintritt frei

Auf euer Kommen freut sich,

Klaus Reitberger

Der chinesische Taoismus

Am Dienstag, den 13. April, halte ich anlässlich des monatlichen Jour-fixe zu literarisch-philosophischen Grenzfragen (einer Veranstaltung der Literaturvereinigung Turmbund) wieder einmal eine Vortrag. Diesmal geht es um ein Thema, das mich schon viel früher beschäftigte als Sartre oder Nietzsche. Ich werde über den klassischen Taoismus sprechen, wie er zur Zeit der streitenden Reiche (ca. 700 – 200) in China entstand. Dabei werde ich auch einige Textstellen aus den Schriften von Lao-tzu und Chuang-tzu vortragen.

Moderation und Diskussionsleitung: Martin Kolozs

Ort: Spiegelsaal des Palais Pfeiffersberg, Innsbruck, Sillgasse 8/II

Zeit: Dienstag, 13. April 2010, 19.00 Uhr

Mehr Information: Flyer

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Schladming Winterschool 2010

48. Internationale Universitätswochen für Theoretische Physik

In wenigen Worten lässt sich beschreiben, wie harmonisch, interessant und abwechslungsreich sich diese Winterschule mit ihrem wahrlich winterlichen Umfeld den Teilnehmern zeigte. Es ist ein sehr reizvoller Kontrast vormittags und abends über SUSY, Higgs und QCD zu hören und zwischendurch am Nachmittag die FIS-Weltcup-Pisten von Haus, Planai und Reiteralm hinunter zu jagen. Schön, dass das an Vorlesungen und Seminaren reiche Programm auch dazu Zeit ließ. Das Niveau war recht hoch. Und dennoch schafften es die verschiedenen Vorträge interessant und spannend zu bleiben – selbst für mich, der nun als Astrophysiker nicht allzu viel von Quantenfeldtheorie versteht. Ihren Beitrag dazu leisteten zahlreiche internationale Größen der theoretischen Teilchenphysik – unter anderem Gerard ‚t Hooft und Harald Fritzsch, die reich an Erfahrung, Witz und vielen Anekdoten in die Rätsel von „standard model and beyond“ einführten. Ein Höhepunkt war sicherlich die „Panel Discussion“ der wichtigsten Vortragenden. Mir ist dabei einiges klarer geworden. Imponiert hat mir auch das augenscheinliche Sichtbar-werden einer sich allmählich mehr und mehr abzeichnenden Entwicklung der Teilchenphysik hinaus ins All. Zumindest Walter Winter und Zhi-Zhong Xing schienen doch klar andeuten zu wollen, dass nach CERN die Zukunft der Teilchenphysik nur mit einer Synthese mit der Astrophysik, sprich einer Stärkung der Astroteilchenphysik einhergehen könnte.

Schön ist auch die Internationalität der übrigen Teilnehmer. In entspannter Atmosphäre – in Skilift oder Seminarraum – werden Kontakte geknüpft und Fragen erörtert. Kurzum: a happily interacting bunch of physicists – oder wie der Bürgermeister von Schladming sagen würde: „physi-cans“ [sic!].

Besonders gelungen sind auch die verschiedenen „social events“ Die Eröffnungsfeier mit reichlichem Buffet und hervorragender Pianomusik war wirklich sehr schön. Auch die Poster Session, zu der fast ein jeder eine Flasche Wein seiner Heimat mitbrachte, erwies sich als sehr aufschlussreich und erheiternd – auch wenn beim anschließenden Nachtrodeln nicht mehr jeder in der Lage war, seinen Schlitten heil ins Tal zu bringen.

Ein Highlight auch das gut organisierte „Ski-race“, sowie das abschließende Konzert, das über Schubert und Mahler zu Mozart, Donizetti und Strauss führte und mit einer fulminanten Komposition von Mendelssohn-Bartholdy zu Ende ging.

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