Untenstehend findet man meine Beiträge und Stellungnahmen zu aktuellen kommunalpolitischen Themen, die ich in meiner Eigenschaft als Gemeinderat und Kulturreferent der Stadt Kufstein für das Stadtmagazin Kufstein geschrieben habe. In sechs Jahren habe ich es nur einmal verpasst, dort das aktuelle Geschehen zu kommentieren.
November 2025: Wir sind Kulturstadt.
Der Oktober 2025 wird mir wohl stets in guter Erinnerung bleiben. Selten zuvor hat die Stadtgemeinde Kufstein eine Kultursaison mit so vielen Veranstaltungen in so kurzer Zeit begonnen. Selten zuvor waren wir so gut besucht. Selten zuvor erreichten uns so viele positive Rückmeldungen. Das erste Abonnementkonzert mit renommiertem Schlagzeugensemble, das auch schon in der Elbphilharmonie gastierte, sorgte im ausverkauften Kultur Quartier mit seinen Neuinterpretationen der Werke von Ravel bis Beethoven für Begeisterung. Die beiden Nachtgespräche waren nicht nur informativ, sondern auch sehr berührend, ja geradezu erschütternd. Stefanie Sargnagel berichtete gemeinsam mit ihren damaligen Reisebegleiterinnen von einer spannenden Exkursion in den kurdischen Norden Syriens, wo der untergegangen IS erschreckende Abgründe hinterlassen hat und es doch zugleich viel Grund zur Hoffnung auf ein besseres Morgen gibt. Marcus Wadsak führte mit vielen Fakten einmal mehr vor Augen, wie verheerend der menschengemachte Klimawandel tatsächlich ist und wie viel mehr Bedeutung diesem existentiellen Thema im Alltag gezollt werden müsste. Auch unser Poetry-Slam war gut besucht. Und schließlich war da noch dieses glanzvolle Konzert mit dem Titel „Conchita sings the Classics“: minutenlange stehende Ovationen, drei Zugaben, ein begeistertes Publikum, das diesen krönenden Abschluss des Pearl Pride Wochenendes in Kufstein noch gebührend feierte. Neben diesen städtischen Veranstaltungen kommen noch jene unserer Vereine hinzu, die das ihrige tun, um Kufstein noch bunter zu machen. Besonders hervorheben möchte ich die Literaturtage Sprachsalz, die nicht nur über 4000 Literaturbegeisterte anlockten, sondern medial sogar in der FAZ vertreten waren.
Von überall her kommen Menschen in unsere Stadt, die sich inzwischen weit über die Grenzen Tirols einen Namen als Heimatstätte hervorragender Musik-, Theater- und Literaturveranstaltungen gemacht hat.
September 2025: Ein glänzendes Sparprogramm
Angesichts der aktuellen budgetären Lage, die österreichweit viele Gemeinden ähnlich hart trifft, ist es nötig, auch bei Kunst und Kultur Einsparungen vorzunehmen. Hierbei ist es geboten, behutsam und zielsicher vorzugehen. Kein subventionsgestützter Verein soll mit mehr Kürzungen konfrontiert werden, als verkraftbar wären. Ich halte wenig von pauschalen Reduktionen, die trotz unterschiedlichsten Rahmenbedingungen alle gleich treffen. Statt mit dem Hammer wollen wir lieber mit dem Skalpell arbeiten. Schon vor Monaten haben wir deshalb einen Plan vorgelegt, wie wir im Bereich Kunst und Kultur Einsparungen von insgesamt €100.000 vornehmen können. Bei den regelmäßig stattfindenden Kulturforen haben wir dies auch mit den Vertreter:innen unserer Vereine in gutem Einvernehmen besprochen. Am meisten gespart wird beim städtischen Kulturprogramm, dessen Gesamtkosten um ca. €30.000 reduziert werden. Hierbei sparen wir keineswegs bei der Qualität, wohl aber bei der Zahl der Veranstaltungen und der Größe der gastierenden Ensembles. Es freut mich, dass für die Saison 2025/26 trotzdem ein sehr attraktives Programm zustandegekommen ist. Die sechs Abonnement-Konzerte bieten musikalische Vielfalt auf höchstem Niveau, z.B. mit dem Percussion-Ensemble BEAThoven oder dem Kammerorchester Allegro Vivo. Auch die Reihe der Nachtgespräche deckt erneut viele Themen der Gegenwart ab: Zu uns kommen Österreichs beliebter Wettermoderator Marcus Wadsak sowie der langjährige stellvertretende Chefredakteur der ZEIT Bernd Ulrich. Stefanie Sargnagl wird von einer Reise nach Syrien berichten. Auch ein Dialogabend zu Israel und Palästina steht auf dem Programm. Besonders freut es mich, dass wir in der Reihe Literatur&Theater die bekannte Millionenerbin Marlene Engelhorn mit ihrem Theaterprojekt „Geld ist Klasse“ willkommen heißen können. Ein Highlight wird natürlich auch das Konzert „Conchita sings the Classics“ am Tag nach der Pearl Pride. Auch ein Sparprogramm darf glänzen.
Juli 2025: Viel Kunst im öffentlichen Raum
Es ist immer wieder schön, wenn es gelingt, den ästhetischen Reiz unseres Stadtbilds zu erhöhen und Kunst im öffentlichen Raum zu ermöglichen. Ebenso erfreulich ist es, wenn man Gelegenheit hat, die Geschichte unserer Stadt spürbarer und erlebbarer zu machen. In diesem Sinne können derzeit einige Initiativen angeführt werden:
Zusätzlich zu den sieben bereits bestehenden Skulpturen und Denkmälern, die mit der Livi AR App zum Leben erwachen und von ihrer Geschichte erzählen, wurden nun zwei weitere Werke mit spannenden, digital erlebbaren Inhalten ergänzt: die Skulptur „Face it“ von Andreas Rendl am Theaterplatz und die bekannte Bronze-Plastik „David und das Haupt des Goliath“ von Josef Mühlbacher am Franz-Josef-Platz. Letztere erzählt auch davon, wie ihre ursprünglich schon 1922 geplante Aufstellung von Rudolf Sinwel und anderen Antisemiten mehr als dreißig Jahre lang verzögert wurde.
Doch wir wollen nicht nur Bestehendes kommentieren, sondern auch Neues schaffen. Die Ausschreibung zum diesjährigen Skulpturenwettbewerb für einen Platz in Endach hat zu mehr Einreichungen denn je geführt. Das gekürte Werk des Vorjahres wird bald im Stadtpark zu sehen sein.
Doch auch in unserer Altstadt tut sich etwas. Die traurige Geschichte der Asche Friederikens, die schon von mehreren Autoren literarisch aufbereitet wurde, kann nun am neuen Standort ihres Gedenksteins im Auracher Garten neu erlebt werden.
Vielleicht haben Sie auch schon das neue Streetart-Mural des Schweizer Künstler KSEN gesehen – ein Geschenk unserer Partnerstadt Frauenfeld. Schön, dass wir dafür – dank des Eigentümers Hans Höger – endlich einen geeigneten Platz gefunden haben. Schön ist es geworden. Auch künftig soll es in Kufstein Raum für mehr Streetart geben.
Noch mehr Kunst im öffentlichen Raum wird im Zeitraum Juli/August zu sehen sein. Das Projekt Spurwechsel, bei dem das Team der Stadtgalerie Dialog involviert ist, wird mehr als ein Dutzend Skulpturen namhafter Künstler:innen rund um den Festungsberg ausstellen.
Mai 2025: Mit Transparenz und Budgetdisziplin für die Kultur
Die Gemeinderatssitzung von Ende März hat gewiss für manch Schlagzeile gesorgt. Zwar ist der Schuldenstand der Stadt Kufstein weiter gesunken; jedoch wird dies überschattet durch den bedenklichen Umstand, dass es zum ersten Mal seit vielen Jahren einen negativen Rechnungsabschluss gab. Die Stadt Kufstein hat im Jahr 2024 weniger eingenommen und mehr ausgegeben als prognostiziert wurde. Allerdings konnte man auch sehen: an der Kultur liegt es nicht. Während andere Bereiche städtischen Wirkens (z.B. Sport) ihr Budget überzogen haben, ist es im Kulturbudget durch sorgfältige Planung und bedachte Entscheidungsfindung gelungen, nicht mehr auszugeben, als zur Verfügung stand. Und trotzdem hatten wir ein reiches, buntes, vielfältiges Kulturjahr 2024 – mit neuen Initiativen und bewährten Attraktion. Da kann man schon ein bisschen stolz sein.
Eher belustigt hat mich der Antrag von GR Birgit Obermüller, in dem sie einmal mehr die Schwerleserlichkeit des Budgets beklagte und einen Transparenzbericht forderte, in dem alle Subventionen der Stadt klar aufgelistet sind. Ja, weiß sie denn nicht, dass wir dies in der Kultur längst erledigt haben und dass alle Interessierten schon seit über einem Jahr auf kultur.kufstein.at alle Förderungen des Jahres 2023 und seit zwei Monaten auch die des Jahres 2024 nachlesen können? Anscheinend nicht. Wir folgen mit dieser Initiative dem Beispiel des Landes Tirol, welches jährlich einen ähnlichen Bericht für alle Kulturförderungen herausgibt. So wird für alle klar erkennbar, welche Kulturinitiativen von Land und Stadt Unterstützung erfahren. Mehr Transparenz ist schwer möglich.
Und was ist für die nahe Zukunft geplant? Neue Streetart-Projekte, die Umsetzung der verbleibenden Brückentafeln, das Frauen-Denkmal im Stadtpark wird aufgestellt, Ergänzung zweier Denkmäler mit Video-Hologramm und vieles mehr. Freuen Sie sich auch auf die ersten Kufsteiner Jazz-Tage von 23. bis 25. Mai.
März 2025: Ein Angebot an die Jugend
Mit der Kunst verhält es sich oft so: Schafft man es, noch jung an Jahren die anfänglichen Hürden von Zugang und Verständnis zu überwinden, so kann sie das ganze Leben immens bereichern. Ist das Interesse für klassische Musik, für gutes Theater oder bildende Kunst einmal geweckt, so brennt es wie ein wärmendes Feuer durch Jahrzehnte hindurch und wird immer wieder zu neuen Momenten des Glücks und des Wohlbefindens geleiten. Gelingt es aber nicht, früh Feuer für derlei Freuden zu entfachen, so verpasst man oft viel – und ganze Genres werden ein Leben lang fremd und unerforscht bleiben. Allzu oft ist es leider so, dass der Jugend der Zugang zu Kunst und Kultur nicht leicht gemacht wird. Finanzielle Hürden und schwierige Wege des Kartenerwerbs machen es für viele Jugendliche schwer, entsprechende Veranstaltungen zu besuchen. In der Stadt Kufstein wollen wir dies künftig erleichtern. Der Eintritt für alle Menschen unter 18 Jahren soll hinfort an gratis sein. Dies gilt für alle Veranstaltungen im städtischen Kulturprogramm (mit Ausnahme der Reihe höreinspaziert) – so lange, bis ein gewisses Kontingent aufgebraucht ist. Des Weiteren kann für Jugendliche die Reservierung ganz niederschwellig und einfach via Whatsapp durchgeführt werden.
So können neben allerlei Musikveranstaltungen z.B. auch die Kufsteiner Nachtgespräche besucht werden, welche erst vor Kurzem mit dem Vortrag von Ulrike Herrmann vor ausverkauften Publikumsrängen ihre 30. Ausgabe feierten. Seit dem Jahr 2017 ist es somit gelungen mit sorgfältig ausgewählten Themen und Vortragenden ein interessiertes Stammpublikum für diese Veranstaltungsreihe zu begeistern. Am 3. April finden die Nachtgespräche mit der Philosophin Lisz Hirn ihre Fortsetzung – und zwar mit dem pikanten Thema: Macht Politik böse?
Januar 2025: Gute Vorsätze
Das letzte Jahr des ersten Viertels des 21. Jahrhunderts hat begonnen. Mit dem Neujahrskonzert und mit 1.000 Lichtern, die unsere Stadt zum Strahlen brachten, haben wir es hier in Kufstein feierlich begrüßt. Viele Hoffnungen und Wünsche hängen an dieser neuen Jahreszahl, aber auch viele Sorgen und Befürchtungen. Unberechenbar und unübersichtlich ist die Weltlage. Und immer öfter wehen die Ausläufer manch globaler Umstürze auch in unser Alpental herein und wirken sich deutlich auf das Leben in Kufstein aus. Und dennoch dürfen wir hoffen, dass vieles besser wird. Oft kommt der Wandel schnell und unerwartet. Manche Krisen können auch ein Ende finden. Doch dazu braucht es Zuversicht und den guten Vorsatz, im persönlichen Leben danach zu streben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Vielleicht haben Sie auch den ein oder anderen guten Vorsatz fürs neue Jahr ausformuliert. Meine Vorsätze als Kulturreferent und Gemeinderat sind die folgenden:
Ich möchte auch 2025 danach streben, dass unsere Kunst- und Kulturvereine trotz schwieriger werdender Finanzlage gebührend gefördert werden, damit sie ihre Tätigkeit auf gleichbleibend hohem Niveau weiterführen können. Ich möchte mich weiter für mehr Kunst im öffentlichen Raum, für Skulpturen, Streetart und mehr einsetzen. Ich möchte, dass all die Feste und Veranstaltungsreihen, für die Kufstein überregional bekannt ist, weiter stattfinden können. Ich möchte, dass Kufstein auch in Sachen Erinnerungskultur eine Vorreiterrolle einnimmt und einen ehrlichen Umgang mit seiner Geschichte pflegt. Ich möchte mich weiterhin für all jene Maßnahmen einsetzen, die den menschengemachten Klimawandel ernst nehmen. Ich möchte wie schon seit jeher stets ein offenes Ohr für Fragen und Anregungen der Kufsteiner Bevölkerung in Sachen Kunst und Kultur haben. Nach alldem und mehr werde ich streben. Und auch wenn man in manchen Dingen scheitern mag, so wird doch vieles gelingen und zahlreichen Menschen (mir inklusive) Freude bereiten.
November 2024: Von weither strömen Reisende …
… und wollen unser schönes Kufstein sehen. Sie kommen wegen der spektakulären Natur mit ihren Bergen und Seen. Sie kommen wegen der einzigartigen Kombination aus Burg, Fluss und Kleinstadtcharme. Sie kommen aufgrund des regen kulturellen Lebens, das die ganze Region erfüllt. Sie kommen, um Musik zu hören – vom Spiel der Heldenorgel bis hin zum Sound von Kufstein unlimited. Sie kommen, weil Kufstein im Sommer festlich vibriert und im Winter wunderbar leuchtet. Sie kommen, um bei glück.tagen und Nachtgesprächen inspiriert zu werden. Sie kommen, um bei den Circustagen zu staunen, um sich beim Ritterfest dem Mittelalter hinzugeben und um Frau Jedermann sterben zu sehen. Sie kommen, weil sie die großen Literat:innen hören wollen, die wie zuletzt beim Literaturfestival Sprachsalz auf der Bühne stehen. Sie kommen, um unsere Denkmäler zum Leben zu erwecken. Sie kommen, weil sie nachhaltig reisen wollen und wissen, dass der Region Kufsteinerland kürzlich das Österreichische Umweltzeichen für Destinationen verliehen wurde. Sie kommen auch der guten Küche und der Vielfalt an Restaurants wegen. Sie kommen von weither, weil sie auf Disney+ Bilder vom Lichtfestival gesehen haben und gerne mehr davon hätten. Sie kommen, weil Stadt, umliegenden Gemeinden und der Tourismusverband Kufsteinerland an einem Strang ziehen, bewährte Anreize pflegen und zugleich neue Leuchtfeuer ins Leben rufen. Sie kommen, weil man bei uns mit Bahn, Beecar und Regio-Rad auch autofrei überall hinkommt. Sie kommen wegen unserem Kultur Quartier und seinen vielen Möglichkeiten, für Veranstaltungen und Kongresse genützt zu werden. Sie kommen wegen unserer Märkte, unserer Feste und unserem Sinn für Ästhetik. Sie kommen, weil wir freundlich und weltoffen sind. Sie kommen, weil wir uns an neue Ufer wagen und den Wind des Wandels kreativ zu nutzen wissen.
Sie kommen, sie verweilen und sie tragen die Kunde von der schönsten Kleinstadt Österreichs in die weite Welt hinaus.
September 2024: Von Jazz, Alpha-Zet und toxischen Pommes
Die neue Saison unseres Städtisches Kulturprogramms hat begonnen! Bei insgesamt fast dreißig Veranstaltungen kommen neben fulminanten Abonnement-Konzerten, spannenden Nachtgesprächen und dem Kinderprogramm höreinspaziert auch neue Genres zur Geltung, zum Beispiel poetry slam und Jazz. Auch ein neues Abo wurde erdacht. Mit Alpha-Zet – dem Abo für junge Generationen – können alle nach 1995 Geborenen, die demnach der Generation Z oder der Generation Alpha angehören, fünf Veranstaltungen für nur €45 besuchen.
Ganz besonders freue ich mich auf Die letzten Tage der Menschheit, dem ersten Abo-Konzert dieser Saison. Der weltbekannte Schauspieler Karl Markovics liest – untermalt von Werner Pirchners Musik – aus dem gleichnamigen Meisterwerk von Karl Kraus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind und wie wir in Zukunft leben werden, wird uns Ulrike Herrmann beim 30. Kufsteiner Nachtgespräch erklären. Spannend wird auch der Abend mit der auf TikTok und Instagram populären Kabarettistin Toxische Pommes, die ihr neues Buch präsentieren wird. Österreichs Poetry slam-Papst Markus Köhle wird untermalt mit Rockcello-Tönen das Kultur Quartier zum Beben bringen. Publikumsbeteiligung benötigen wir vor allem auch beim Nachtgespräch im November, bei dem die Namen bedeutender Frauen für neun noch unbenannte Brücken unserer Stadt – zum Beispiel die Hechtseebrücke – gesucht werden. Schön wird sicher auch das für April geplante Jazz-Wochenende, bei dem auch lokale Ensembles teilnehmen werden. Im Juli werden feurige Tanzrhythmen von Gershwin und Co. in der Festungsarena dem städtischen Kulturprogramm sein Finale bescheren. Auch Melodien von Leonard Bernstein werden dabei sein – eine schöne Überleitung zum anschließenden Musical-Sommer 2025, welcher die West Side Story nach Kufstein bringt.
Ich bedanke beim Kulturbeauftragten Bernhard Sieberer und bei allen anderen eifrigen Kräften, die dieses Programm ermöglichen.
Juli 2024: Auf der richtigen Seite der Geschichte stehen …
Ein Sturm zieht auf. Autoritäre Regime sind weltweit auf dem Vormarsch. Demokratien mit hoch entwickelten individuellen Freiheitsrechten, freier Presse und anderen Merkmalen einer offenen Gesellschaft stehen unter Druck. Ihre Zahl sinkt dramatisch. Das zeigt uns z.B. der Demokratieindex der britischen Zeitschrift The Economist. Längst ist bekannt, dass Diktaturen danach trachten, Europa zu destabilisieren. Sie fluten es mit Fake News und suchen engen Kontakt zu Parteien am Rande des politischen Spektrums. Über die Verstrickungen der AfD mit China und Russland wurde schon hinlänglich berichtetet. Doch auch in Österreich ist diese Einflussnahme deutlich. Es ist schockierend und beschämend, dass in der Stadt Kufstein die meisten Stimmen der EU-Wahl auf eine Partei fielen, die unverhohlen mit autoritären System der Vergangenheit und Gegenwart liebäugelt und die nicht müde wird, den Diktator Putin zu hofieren und die Schuld für dessen Angriffskrieg bei anderen zu suchen. Man siehe sich nur deren von der „Bild“-Zeitung zum solchen erkorenes „ekelhaftestes Wahlplakat Europas“ an, das auch in Kufstein vielerorts zu sehen war.
Umso mehr gilt es, jetzt dagegenzuhalten und die richtigen Zeichen zu setzen. Ende Juli bieten wir siebzig Müttern und Kindern aus unserer ukrainischen Patenstadt in Kufstein eine Auszeit von dem Grauen des Krieges. Eine überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung macht dies möglich. Vielen Dank an alle Gastfamilien und Unterstützer:innen. Vielen Dank an die Mitarbeiter:innen im Rathaus, die hervorragende Arbeit leisten, um dieses Projekt umzusetzen. Danke!
Im September, wenn die Internationalen Literaturtage Sprachsalz zum ersten Mal in Kufstein stattfinden, werden auch Werke und Autor:innen der russischen Exilliteratur Gehör finden (die Namen seien noch nicht genannt). Und auch sonst setzen wir viele Zeichen für eine freie, bunte, demokratische Welt. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.
Mai 2024: Von Nachtgesprächen und Skulpturen
Als ich vor acht Jahren anregte, das städtische Kulturprogramm um eine Vortragsreihe zu erweitern, war die Skepsis groß, ob so etwas im kleinen Kufstein durchführbar wäre. Wir wagten es dennoch: Die „Kufsteiner Nachtgespräche“ waren geboren. Seitdem luden wir 28 mal zu Expert:innenvorträgen ins Kultur Quartier. Wir erfuhren viel über aktuelle Themen wie Sterbehilfe, Tierrechte, Artensterben, Klimawandel, Migration, Fakenews, Menschenrechte, Cyber-Kriminalität und mehr. Wir hörten auch von vielen Weltregionen und Nationen wie Europa, China, Russland, USA, Iran, Naher Osten und Ukraine. Zu all diesen Themen gab es jedes Mal auch spannende Fragen aus dem Publikum. Namhafte Vortragende wie Michael Schmidt-Salomon, Erhard Busek, Martin Balluch, Hanno Settele, Gerhard Mangott, Katharina Rogenhofer, Karim El-Gawahry, Ingrid Brodnig und Rudi Anschober kamen nach Kufstein, nahmen gute Erinnerungen an unsere schöne Stadt mit sich mit und ließen manch Gedanken und manch Inspiration in Kufstein zurück. Inzwischen haben sich die Nachtgespräche ein großes Stammpublikum erarbeitet. Drei der fünf Vorträge der aktuellen Saison waren restlos ausverkauft, zuletzt jener von Natalie Amiri. Nun sind wir dabei, die Nachtgespräche für nächstes Jahr zu planen. Themen gibt es genug.
Der Erfolg der Kufsteiner Nachtgespräche zeigt, dass wir in Kufstein viele kritisch denkende Menschen haben, die sich nicht davor scheuen, einen scharfen Blick auf Vergangenheit und Gegenwart zu werfen. Eben darum geht es auch bei manch anderer Initiative. Wir wollen uns nicht länger davor scheuen, offen und ehrlich mit der eigenen Vergangenheit umzugehen. Die neue Skulptur am Franz Josef-Platz ruft sechs tapfere Menschen in Erinnerung, die für ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen. Alle haben sie mehrere Jahre lang in Kufstein gelebt. Manche von ihnen waren konservative Christen, andere atheistische Kommunisten. Und doch einte sie das gemeinsame Streben, dem Faschismus ein Ende zu setzen.
März 2024: Historisch bedeutsame Frauen im Kufsteiner Stadtbild
Derzeit gibt es in der Stadt Kufstein rund achtzig Straßen und Plätze, die nach Männern benannt sind. Dem gegenüber stehen lediglich drei Straßen, deren Namensgeberinnen weiblich sind. Um dieser historischen Ungerechtigkeit, die den Zeitgeist früherer Jahrhunderte in die Gegenwart trägt, entgegenzuwirken, haben die Parteifreien und die Kufsteiner Grünen im Februar 2024 folgenden Antrag im Gemeinderat eingebracht: Zehn Brücken, die auf Kufsteiner Gemeindegebiet über Bäche, über Straßen oder über den Inn führen, sollen nach bedeutenden Frauen der Kufsteiner Stadtgeschichte benannt werden. Eine Infotafel an der jeweiligen Brücke soll an die jeweiligen Personen erinnern.
Dass „Stadtbrücke über den Inn“ ein recht einfallsloser Name ist, leuchtet ein. Wie viel schöner wäre es doch, künftig über die „Margaretenbrücke“ zum Bahnhof zu schreiten – benannt nach Margarete von Tirol (1318-1369), aufgrund deren Vermählung die Stadt Kufstein im Jahre 1342 erstmals ein Teil von Tirol wurde. Statt über den „Innsteg“ könnte man künftig über die „Berta Geist-Brücke“ radeln – in Erinnerung an die Geschäftsfrau Berta Geist (gest. 1941) als letzte Repräsentantin des jüdischen Lebens in Kufstein vor dem 2. Weltkrieg. Wir haben in der Geschichte unserer Stadt auch noch bedeutende Schauspielerinnen und Opernsängerinnen. Man sollte sich auch an manch ungarische Frauenrechtlerin oder französische Revolutionärin erinnern, die einst auf der Festung Kufstein eingesperrt waren. Mehr Weiblichkeit im Straßenbild würde unserer Stadt jedenfalls gut tun.
In der Debatte, die zu diesem Antrag wohl in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen zu erwarten ist, werden sich wohl einige Fraktionen klar gegen diese Maßnahme aussprechen und diese abwertend als „Symbolpolitik“ bezeichnen. Sie übersehen dabei, dass Symbole sehr wirkmächtig sind. Menschen brauchen Idole. Mehr großartige Frauen im Stadtbild wirken sich in jedem Fall positiv und ermutigend auf die künftigen Lebensentwürfe unserer Heldinnen von morgen aus.
Januar 2024: Kufstein bleibt Kulturstadt!
Die Budgetbeschlüsse, die Ende des Jahres 2023 in vielen Gemeinden Tirols von den dortigen Gremien gefasst wurden, haben zu einem großen Aufschrei in der Kunst- und Kulturszene geführt. Vielerorts kam es bei den Subventionen für Musik, Theater und Literatur zu schmerzhaften Einschnitten. Mit viel Herzblut etablierte Kulturinstitutionen, die sich über Jahrzehnte hinweg bewährt haben, stehen plötzlich vor dem Aus. Besonders hart hat es die Kulturszene in der Stadt Hall getroffen, wo das Budget eine Halbierung der dafür vorgesehenen Subventionen vorsieht. Das Fortbestehen namhafter Kulturinitiativen – wie das internationalen Literaturfestival „Sprachsalz“, die Haller Gassenspiele, der BurgSommerHall oder die Galerie St. Barbara – sind damit ernsthaft gefährdet. Das Entsetzen und die Empörung der oft ehrenamtlich tätigen Kulturschaffenden sind groß. Zurecht.
Ganz anders ist die Lage in Kufstein. Trotz Teuerung, niedriger Abgabenertragsanteile und erhöhter Transferleistungen in Richtung Land konnte das städtische Kulturbudget auf nahezu konstantem Niveau gehalten werden. Zwar wird es auch kleinere Einschnitte geben müssen, jedoch nur vereinzelt und allerhöchstens im Bereich von fünf bis zehn Prozent. Unsere etablierten Veranstaltungsvereine, unsere Musik- und Theaterschaffenden, unsere Stadtgalerie, der MusicalSommer, KUFSTEIN unlimited – alles kann trotz angespannter Lage weiterhin ungehindert florieren und unsere Straßen, unsere Säle und Arenen mit Kunst- und Kultur bespielen. Derart drastische Kürzungen wie in Hall wären in Kufstein undenkbar.
Der Vergleich dieser beiden Städte zeigt uns, dass Kufstein trotz der Schwarzmalerei mancher Fraktionen finanziell sehr gut dasteht. Er zeigt auch, dass Kunst und Kultur in Kufstein unter parteifreier Führung einen sehr hohen Stellenwert hat. Kufstein ist längst zur Kulturstadt geworden. Nicht zu Unrecht lautet das Credo im neuen Image-Film des Tourismusverbands: „Kunst, Kultur, Kufsteinerland“.
November 2023: Bilder, die um die Welt gehen
Mit Stolz und Freude blicke ich darauf zurück, was wir im Jahr 2023 in Sachen Kunst und Kultur alles erreichen konnten:
Das Jahr begann mit einer Versteigerung von Bilderschätzen aus dem Stadtarchiv zu Gunsten der Erdbebenopfer in Syrien und der Türkei. €12.000 konnten gespendet werden. Bei der Nacht der Kunst ließen wir einmal mehr unsere lokale Kunstszene hochleben. Beim Europa-Tag feierten wir am Festungsneuhof gemeinsam mit hunderten Schüler:innen inkl. Liveschaltung nach Rovereto. Unser Stadtbild ist dank Skulpturenwettbewerb, weiteren Streetart-Projekten und der Augmented Reality-Ergänzung mehrerer Denkmäler um einige Attraktionen reicher geworden. Das städtische Kulturprogramm lockte wieder tausende Menschen in unsere Säle. Ein besonderes Highlight waren die Carmina Burana in der Festungsarena mit über 400 Künstler:innen auf der Bühne. Auch der von der Stadt unterstützte Musical-Sommer floriert. Mit 23.000 Besucher:innen bei „Jesus Christ Superstar“ findet damit das bestbesuchte Kulturfestival Tirols von nun an in Kufstein statt.
Besonders stolz bin ich aber darauf, dass der Beitrag über unser Lichtfestival in der National Geographic Serie „Europa von oben“ ein Millionenpublikum erreichen wird. (Staffel 5, Episode 5, bald auch auf Disney+). Mehr Menschen denn je bewundern fantastische Bilder unserer Festungsstadt weltweit auf ihren Screens und Monitoren. Man stelle sich vor: Eine der spektakulärsten Doku-Serien der Gegenwart widmet sich nur in einer einzigen Folge den Alpen. Darin kommt Neuschwanstein drei Sekunden lang vor – und die Festung Kufstein mit dem Lichtfestival fast zehn Minuten lang. Der Marktwert so einer Werbung ist unermesslich. Man sieht daran, wie wichtig es ist, kühne Träume zu hegen und sie in die Tat umzusetzen.
Die aktuelle Ausgabe des Lichtfestivals (27.12. bis 28.1.) bietet wieder viele neue Inhalte. Auch diesmal war ich wieder als Konzeptgestalter und Autor involviert – selbstverständlich ehrenamtlich.
September 2023: Eine buntere Stadt
Nach vielen anderen Städten hat nun auch Kufstein endlich eine Hobby-Sprayerwand bekommen. Seit zwei Monaten darf man am Fischergries die Inn-seitige Außenwand der Eis-Arena legal mit Graffiti verschönern. Es wäre ein Fehler, Streetart lediglich in Bahnunterführungen und anderen wenig prestigeträchtigen Orten verstecken zu wollen. Sie gehört gesehen! Und wie viele Menschen sich beim Vorübergehen in den letzten Monaten überzeugen konnte, ist dieses Experiment wunderbar geglückt.
Zusätzlich zur Hobby-Kunst ist es mir aber auch wichtig, dass Kufstein einmal jährlich ein Graffiti-Auftragswerk möglich macht. Die bisherigen Beispiele in Münchnerstraße und Inngasse des Künstlers Crazy-Mister-Sketch haben für viel Zuspruch von Seiten der Bevölkerung gesorgt. Unsere Partnerstadt Frauenfeld, die neben einer eigenen Hobby-Sprayer Wand auch 70(!) Graffiti-Kunstwerke auf Stadtgebiet aufweist und sehr stolz darauf ist, beschenkte uns neulich mit einem Gutschein für ein großflächiges Streetart-Mural des Schweizer Künstlers KSEN, für das erst noch eine passende Fläche gefunden werden muss. An dieser Stelle deshalb mein Aufruf: Wenn Sie Eigentümer:in einer großen, gut einsehbaren Außenwandfläche in Kufstein sind und sich dafür begeistern können, dass diese durch Streetart verschönert wird, lassen Sie es mich wissen. Geeignete Flächen sind rar und manche, die ideal wären (z.B. am Theaterplatz) scheiden leider aufgrund bürokratischer Hindernisse aus. Mit dem neuen Fokus auf Streetart – aber auch mit den regelmäßigen Ausstellungen in der Stadtgalerie Dialog, im Elephant und an anderen Orten – hat die Bildenden Kunst in Kufstein jedenfalls einen ganz neuen Stellenwert erlangt. Gut so!
Aber auch auf die Bühnenkunst sollte man nicht vergessen. Auch nicht auf die Musik. Informieren Sie sich einfach auf kultur.kufstein.at über das wieder sehr vielfältige und üppige Veranstaltungsangebot unserer Stadt, das jahraus jahrein viele Menschen hierher lockt. Seien wir stolz darauf.
Juli 2023: Mehr Langsamkeit wagen!
Da dieses Thema durchaus Relevanz für die Kufsteiner Kunst- und Kulturszene hat, möchte auch ich über die geplante Verkehrsberuhigung im Zentrum unserer Stadt sprechen. Bereits im Herbst 2021 haben Die Parteifreien in der Publikation Wie man eine Perle findet die Vorzüge einer verkehrsberuhigten Innenstadt dargestellt. Schön, dass dieses zentrale Thema unseres Buches nun so große Aktualität genießt und hoffentlich bald zur Umsetzung kommt. Das nun vorliegende Konzept stellt faktenbasiert, mit wissenschaftlicher Methodik geprüft und durch Vergleichsdaten aus vielen anderen Städten gestützt klar und deutlich dar, dass es sich bei diesem Vorhaben nicht um eine romantische Träumerei, sondern um eine leicht realisierbare mit vielen Vorteilen einhergehende Maßnahme handelt, von welcher Kufstein enorm profitieren kann.
Stellen Sie sich einen begrünten Oberen Stadtplatz vor, der abends ausschließlich zu Fuß oder per Fahrrad erlebt wird; und wo jeder die Klänge des Straßenmusikers gut hören kann, der mit seinem Spiel in die Dämmerung geleitet. Auch spontanes Straßentheater oder Silent Cinema kann dann viel leichter realisiert werden. Ein großer, schöner Brunnen könnte den Stadtplatz zieren und trotzdem noch genug Raum für den öffentlichen Nahverkehr lassen, der nach wie vor ins Herz der Stadt führen wird. So viel wird plötzlich möglich sein. Die Erfahrungen am Unteren Stadtplatz und die Vergleichsdaten aus anderen Orten beweisen, dass neben der Kunst auch der Handel durch Verkehrsberuhigung enorm profitieren kann. Dazu gibt es genügend Beispiele – auch in anderen Alpenstädten. Kritiker:innen der vorgeschlagenen Maßnahmen sei ein Besuch in Trient oder Meran wärmstens empfohlen.
Letztlich wird all dies auch zu insgesamt weniger Verkehr und CO2-Ausstoß führen. Viele kleine Maßnahmen wie diese in vielen Städten dieser Welt können letztlich eine große Wirkung erzielen. Auch Kufstein sollte hier auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.
Mai 2023: Helfen wir !
Auch wenn die täglichen Meldungen uns abstumpfen lassen und der fortdauernde Wahnsinn schon wie Routine erscheint, sollten wir nie vergessen, wie skandalös und verwerflich der völkerrechtswidrige Angriffskrieg ist, den das russische Regime gegen die Ukraine führt. Es ist gut und richtig, Solidarität zu zeigen. Dass vor dem Kufsteiner Rathaus die Ukrainische Flagge weht, ist ein wichtiges Symbol. Dass unsere Heldenorgel schon mehrmals die Ukrainische Hymne spielte –gefolgt von der Europahymne – ist ein ebenso bedeutendes Zeichen. Aber wir können mehr tun.
Der Österreichische Gemeindebund rief vor Kurzem in einer Resolution zur Knüpfung von Partnerschaften mit ukrainischen Gemeinden auf. Mittels der Initiative „Cities 4 Cities, United 4 Ukraine“ ist es ein Leichtes, Kontakte mit ukrainischen Orten geeigneter Größe zu knüpfen. Zur Auswahl stehen z.B. das ostukrainische Dorf Rohan, das unmittelbar Bombardement und Besatzung ausgesetzt war oder die westukrainische Stadt Bereschany, die indirekt stark unter dem Krieg leidet und deren Bürgermeister viele Jahre in Österreich gelebt hat.
Kufstein ist vor allem der Westukraine historisch verbunden. Am Friedhof in Zell ruhen einstige Kaiserjäger, die im 1. Weltkrieg in jener Region ihr Leben ließen. Der Tiroler Kameradschaftsbund betreut westukrainische Soldatenfriedhöfe, wo nicht wenige Tiroler und wohl auch Kufsteiner begraben liegen. Überdies ist Kufstein selbst eine Stadt, die, als sie nach dem 2. Weltkrieg am Boden lag, von anderswo Hilfe erfahren hat, nämlich aus unserer heutigen Partnerstadt Frauenfeld. Historisch und moralisch sollten wir uns verpflichtet fühlen, Initiative zu ergreifen.
Ich rufe dazu auf, eine Partner- oder Patenschaft mit einer ukrainischen Stadt einzugehen und dieser materiell, finanziell und logistisch unter die Arme zu greifen. Der Hilferuf, der via „Cities 4 Cities“ wie ein Leuchtfeuer über die Karpaten zu uns dringt, sollte nicht ungehört bleiben. Ukraine calls for aid, and Kufstein shall answer!
April 2023: Zwischenbilanz
Beim Blättern durch die Februar-Ausgabe des Stadtmagazins konnte man sich ein gutes Bild über viele Initiativen der Stadt Kufstein machen, an deren Zustandekommen ich beteiligt war: Vergabe des Kufstein Thesis Awards, Streetart-Kunstwerk Münchnerstraße, Ausschreibung Skulpturenwettbewerb 2023, Nachtgespräche, Kufsteiner Bilderschätze, Neuwidmung Heldenorgel, Kufsteiner Lichtfestival. Hinzu kommt noch das regelmäßig stattfindende Kulturforum, die Vorbereitung und Moderation der Nacht der Kunst (dieses erstmals auch per Stream), die Neubesetzung der Kufsteiner Kunst-Jury, sowie die Planung einer gemeinsamen Veranstaltung mit unserer Partnerstadt Rovereto zum Europatag am 9. Mai.
Diese Aufzählung tut not, weil manche mich in der Vergangenheit mit dem Vorwurf konfrontiert haben, ich würde mich nur um ein einziges Thema kümmern. Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Insbesondere versuchen vor allem jene politischen Vertreter meine Projekte und Initiativen schlechtzureden, welche selbst so gut wie gar nichts zu Wege bringen und dabei als Stadträte sehr viel mehr Entgelt kassieren. Es ist ja so viel leichter, andere zu kritisieren, als selber zum Wohle der Stadt schöpferisch tätig zu sein.
Jedenfalls ist es mein Bestreben, unsere schöne Stadt auch die nächsten fünf Jahr lang als Kulturreferent nach bestem Wissen und Gewissen mitzuprägen und sie gemeinsam mit unseren exzellenten Kulturvereinen, gemeinsam mit unseren hervorragenden Mitarbeiter:innen in Kulturabteilung und Stadtmarketing zu einem noch attraktiveren, noch bunteren, von noch mehr Kunst und Kultur erfüllten Ort zu machen – einfach aus Freude an der Sache und aus der Verpflichtung heraus, mein Amt bestmöglich zu erfüllen. Die Kritik der Einfallslosen soll mich dabei nicht tangieren. Stets aber habe ich ein offenes Ohr für alle künstlerisch engagierten Menschen, die in Kufstein etwas bewegen wollen. Wir haben gemeinsam schon vieles erreicht. Machen wir weiter so!
Februar 2023: Ein Zeichen gegen das Vergessen
«Mein Freund Hans Vogl und ich verbringen gemeinsam unsere letzten Stunden. Ihr könnt mir glauben, der Tod schreckt uns nicht, ich sterbe nicht schwer. Tausende sterben heute, die nicht wissen, warum – wir sterben wenigstens für unsere Überzeugung.» Diese und andere berührende Zeilen schrieb der Kufsteiner Eisenbahner und Sozialdemokrat Georg Gruber am 30. Juni 1944 in seinem Abschiedsbrief. Stunden später wurde sein Todesurteil vollstreckt. Er war erst 28 Jahre alt und er musste sterben, weil er den Mut hatte, einem diktatorischen Regime Widerstand zu leisten.
Viel zu spät, aber besser spät als nie, setzt die Stadt Kufstein diesem mutigen Bürger nun endlich ein Denkmal. Eine Skulptur im Zeichen des Themas „Widerstand“ im Zentrum unserer Stadt soll an Gruber und an fünf andere Menschen erinnern, die alle einen starken Bezug zur Stadt Kufstein haben und die sich allesamt trauten, gegen den Strom zu schwimmen und nicht mitzumachen, wo viele andere blindlings Gehorsam leisteten. Sie verloren dafür ihre Freiheit oder ihr Leben. Ihre Namen sind: Walter Caldonazzi, Georg Gruber, Ernst Ortner, Thomas Salvenmoser, Adele Stürzl und Franz Wurzenrainer. Ihre jeweiligen Biographien kann man hier einsehen: Link.
Zusätzlich wollen wir diese sechs bedeutenden Personen mittels neuartiger Augmented Reality Technologie als Hologramme zurück ins Leben rufen, damit sie den Betrachter:innen der Skulptur persönlich ihre bewegten Lebensgeschichten erzählen können. Auch anderen Denkmälern unserer Stadt möchten wir im Laufe der nächsten Jahre mit dieser Technologie Leben einhauchen und sie über ihre Zeit und ihre Taten sprechen lassen.
Ein anonymer Beobachter der Gerichtsverhandlung gegen Georg Gruber schrieb über ihn damals das Folgende: «Hart war seine Jugend, Krankheit und Arbeitslosigkeit begleiteten ihn manches Jahr. Unverschuldet stand er auf der Schattenseite des Lebens, aber immer war er ein edler Kämpfer für Menschenwürde und Menschenrecht.»
Dank der neuen Widmung spielt unsere Heldenorgel übrigens nun endlich auch für ihn.
Dezember 2022: Zwei Weihnachtsgeschenke für Kufstein
Dieser Link führt Sie zu einer Analyse des Beitrags von Stadtrat Walter Thaler im letzten Stadtmagazin. Sein Text ist ein lehrreiches Beispiel unsachlicher Polemik, gespickt mit haltlosen Unterstellungen. In direkter Rede werden mir darin Worte in den Mund gelegt, die ich niemals gesagt oder geschrieben habe. Jedenfalls lohnt es sich, einen genaueren Blick darauf zu werfen.
Nun aber zu schönen Dingen – genauer gesagt zu zwei Geschenken, die meine Frau und ich dieser wunderbaren Stadt, in der wir leben dürfen, zukommen lassen.
Vielleicht haben Sie schon den neuen „Historischen Stadtweg“ bemerkt, der mit optisch ansprechenden Schildern voll spannender geschichtlicher Details in 23 Stationen rund um den Festungsberg führt. Zusätzlich locken drei weitere Stationen auf die Hochwacht, den Zellerberg und den Thierberg. Die Schilder samt Weg sind eine schöne Attraktion für Tourist:innen, aber auch von großem Interesse für Einheimische, die auf den Spuren der Vergangenheit einen neuen Blick auf Kufstein werfen wollen. Als Verfasserin vieler Textinhalte, aber auch als Schnittstelle zwischen den Verantwortlichen für Druck, Design und Aufstellung fungierte hierbei Maria Elisabeth Reitberger, die als studierte Philosophin und Mitglied des Heimatvereins Kufstein die besten Voraussetzungen für diese Aufgabe mitbringt. Trotz der vielen Arbeitsstunden, die dieses Projekt in Anspruch nahm, verzichtete Maria auf jegliches Honorar, was in unserer von Gewinnstreben gekennzeichneten Zeit sehr unüblich ist. Mit der großartigen Unterstützung von Hugo Oberkofler, Horst Konrad, Lena Landwehr und Milena Promegger entstand hier ein Projekt, das Kufstein wohl noch Jahrzehnte lang bereichern wird. Bravo!
Ich selbst habe in den letzten Monaten viel Zeit darauf verwendet, mir neue Inhalte für die zweite Auflage unseres Kufsteiner Lichtfestivals zu überlegen – natürlich ehrenamtlich. Die hohe Auslastung des Vorjahres sowie die beiden großartigen Berichte im ORF Tirol und im Bayerischen Rundfunk haben gezeigt, dass viel Interesse und große Begeisterungsfähigkeit für unsere „Stimme der Burg“ besteht. Wichtig ist es nun, auch neue Inhalte und sogar neue Schauplätze zu bieten, damit auch jene, die letztes Jahr schon Zeuge des Spektakels geworden sind, möglichst viel Ungeahntes erwartet. Gemeinsam mit den Spezialisten von Lumine Projections habe ich eine zusätzliche Episode erarbeitet, in welcher die leidenschaftliche Geschichte jenes Gedenksteins beleuchtet wird, den auf der Burg die Worte „der Asche Friederikens“ zieren. Im neuen Schlussteil nimmt die Burg schließlich auch Bezug auf die Gegenwart, inklusive Ukrainekrieg und Energiekrise.
Ich denke, dass es sehr wichtig ist, in der dunkelsten Zeit des Jahres, daran zu erinnern, dass die Menschheit es immer wieder vermocht hat, das Licht am Ende des Tunnels nicht nur zu sehen, sondern auch zu erreichen. Anstatt zu verzweifeln, gilt es, zusammenzuhalten, an einem Strang zu ziehen, konstruktiv und kollaborativ zu agieren und das Gute im Anderen zu erkennen. Dafür steht unser Lichtfestival. Davon spricht unsere „Stimme der Burg“. Und diese Botschaft rechtfertigt bei weitem das bisschen Strom, das anderswo in zigfacher Zahl von wenigen Schneekanonen verbraucht wird. Den Soundtrack unseres Lichtfestivals bietet natürlich wieder die inzwischen wohl neu gewidmete Heldenorgel. Möge auch Ihnen unsere Stimme der Burg zu Beginn des neuen Jahres ein bisschen Freude und Zuversicht schenken!
Oktober 2022: Von Museen, Gemälden und Konzerten
Es freut mich, derzeit an mehreren Projekten mitwirken zu dürfen, die für die kulturelle und künstlerische Identität unserer Stadt nicht unbedeutend sind.
In emsiger Arbeit haben Mitarbeiterinnen der Gemeinde in den letzten Monaten die Archive der Stadt nach Werken der Bildenden Kunst durchstöbert, die von den Bürgermeistern und Kulturreferenten vergangener Jahrzehnte angekauft wurden. Dabei hat man einige Schätze zu Tage gefördert, sorgsam verzeichnet und katalogisiert. Einige Bilder werden dem Kufsteiner Heimatverein als Leihgabe anvertraut, der Rest soll in naher Zukunft versteigert werden. Mit dem Erlös will die Stadt Kufstein regionale Künstler:innen der Gegenwart unterstützen, indem sie das ein oder andere Werk erwirbt. Kunst fördert Kunst.
Ebenso involviert bin ich derzeit in die Vorarbeiten zur Umgestaltung des bestehenden Heimatmuseums auf der Burg. Geplant ist etwa, dass bedeutende Kufsteiner:innen, die unsere Stadt in der Vergangenheit wesentlich geprägt haben, mit Exponaten und Infotafeln entsprechend gewürdigt werden. Man denke etwa an die Orient-Fahrten von Max Reisch, aber auch an die wegweisenden Pionierleistungen von Franz Kneissl oder der Glas-Dynastie Riedel. Auch Frauen wie Franziska Kinz, Sieghilde Pirlo-Hödl, Therese Zöttl und Luise Fankhauser haben Kufstein entscheidend geprägt. All sie und mehr sollen den vielen Besucher:innen der Burg künftig in musealer Rahmung entsprechend vorgestellt werden. Im Zuge dieser Umgestaltung soll auch das Madersperger-Museum auf die Burg verlegt werden, da es dort besser wahrgenommen wird.
Zuletzt möchte ich noch auf das neue Kulturprogramm der Stadt Kufstein für die Saison 2022/23 verweisen, das einmal durch seine Vielfalt zu überzeugen vermag. Schöne Konzerte, spannende Vorträge, aber auch Theater und Lesungen (in Zusammenarbeit mit kubi) stehen auf dem Programm. Auf der Internetseite kultur.kufstein.at kann man sich jederzeit über diesen bunten Veranstaltungsreigen informieren.
August 2022: Der Name der Orgel!
Es hat mich sehr gefreut, dass mein Antrag zum gesellschaftlich-kulturellen Aufarbeitungsprozess in Sachen Heldenorgel so reges Interesse auf sich gezogen hat. Ganz unabhängig davon, wie die Sache ausgeht, ist ein Ziel damit schon erreicht: Die Orgel ist im Gespräch. Ihre Geschichte wird beleuchtet. Man diskutiert darüber, führt spannende Debatten – sei es am Stammtisch oder auf Facebook. All dies ist gewissermaßen schon Teil des erwünschten Aufarbeitungsprozesses.
Ich bedanke mich für all die Rückmeldungen, die mich persönlich erreicht haben – zustimmende sowie kritische. Natürlich wäre es noch schöner, wenn manche die Argumente erst einmal anhören würden, bevor sie mit Worten reagieren, die am Ziel vorbeischießen. Man kann den Antrag in voller Länge gerne auf klaus-reitberger.com lesen bzw. als Video ansehen. Die darin vorgebrachten Argumente sind übrigens nicht nur die meinen, sondern wurden schon von mehreren Historikern bzw. Musikwissenschaftlern vorgebracht. Damit man auch diese hören und mit ihnen diskutieren kann, wird Dr. Franz Gratl vom Tiroler Landesmuseum am 17. Oktober im Rahmen der Kufsteiner Nachtgespräche einen Vortrag zum Thema „Der Name der Orgel“ halten. Ich hoffe auf eine spannende Diskussion.
In einem Punkt haben alle Kritiker:innen natürlich recht: Es gibt wichtigere Themen (z.B. den Klimawandel). ABER: Die Existenz wichtigerer Themen ist kein Argument dagegen, sich auch den nicht ganz so wichtigen zu widmen – besonders dann nicht, wenn kein anderes Thema deshalb später behandelt wird. Wer glaubt, irgendetwas würde in der Kufsteiner Gemeindepolitik langsamer vonstattengehen, nur weil man nebenbei über die Orgel redet, der irrt.
In Sachen Schlusslied des Mittagskonzertes wurde inzwischen ein Vorschlag an mich herangetragen, der wohl bei vielen Gefallen fände: Organist Johannes Berger soll beauftragt werden, ein eigenes Lied mit einprägsamer Melodie zu komponieren – etwas originär Kufsteinerisches. Das wäre doch schön.
Juni 2022: Bühnenzauber überall!
Das Frühjahr 2022 wird mir in schöner Erinnerung bleiben. Grund dafür ist die kulturelle und künstlerische Renaissance, die unsere Stadt gerade erlebt. Nicht nur die Bäume – auch das Vereinsleben und das Veranstaltungsgeschehen – blühen von April an in prachtvollen Farben. So viel ist wieder möglich geworden. Endlich dürfen lange geplante Projekte umgesetzt werden!
Selten war ich in so kurzer Zeit bei so vielen Jahreshauptversammlungen von Kufsteiner Kulturvereinen zu Gast wie seit Ende dieses Winters. Es freut mich immer wieder, dass wir so viele aktive, ehrenamtlich tätige Vereinsvorstände und -mitglieder haben, die unsere Stadt mit Leben erfüllen. Auch veranstaltungsmäßig ist viel geboten. So konnte der Kulturverein Klangfarben endlich das Festival „The Art of Solo“ über die Bühne bringen. Es war wunderbar. Auch der Verein Kulturfabrik hat zu seinem 25 Jahr-Jubiläum ein üppiges Programm zusammengestellt. Die Arche Noe und der Kulturverein Wunderlich sind ohnehin verlässliche Eckpfeiler der Kufsteiner Kunstszene. Auch der Musikkulturverein Kufstein kann dieses Jahr dank neuer Kräfte und mehr Förderung noch stärker in Erscheinung treten. Ich freue mich aber auch schon auf die nächsten Konzerte von Stadtmusikkapelle, Kufsteiner Singkreis und unseren vielen Musikgruppen aller Genres. Mit „Kufstein umlimited“, dem bevorstehenden Kaiserfest und gleich drei Konzerten am Hechtsee steht uns ein praller Sommer ins Haus. Schön ist auch, dass der Stadtpark – sei es beim Ostermarkt oder beim Weinfest – nun endlich seine volle Funktionalität entfalten kann.
Mit der Wiederaufnahme des Kufsteiner „Jedermann“ ist im Juni und Juli auch Freilichttheater geboten. Auf der Burg folgt dann Ende Juli endlich die langersehnte Produktion „Evita.“ Erwähnt sei auch noch das „Silent Cinema“ und die „Woche der Bühnenkunst“, in welcher das Kultur Quartier Anfang September allen Kufsteiner Vereinen und Musikgruppen gratis zur Verfügung steht.
Mehr Infos zu alledem auf kultur.kufstein.at
April 2022: Vorfreude auf sechs weitere Jahre im Dienste der Kultur!
Endlich liegen die schwierigen Monate des Wahlkampfs hinter uns. Endlich kann man wieder befreit und planbar darauf hinarbeiten, dass unsere Stadt noch reicher an Möglichkeiten wird, in ihr ein glückliches, von Bildung, Kunst und Kultur erfülltes Leben zu führen. Es gibt viel zu tun.
Mit dem Wahlergebnis bin ich persönlich sehr zufrieden. Martin Krumschnabel wurde mit großer Mehrheit als Bürgermeister bestätigt. Mit acht Gemeinderatsmandaten sind die Parteifreien erneut fünf Mandate stärker als jede andere Fraktion – und dies trotz einer noch nie dagewesenen Zahl an konkurrierenden Listen. Damit sind sie in den meisten Ausschüssen erneut in alter Stärke vertreten. Ich möchte an dieser Stelle aber auch den Grünen gratulieren. Als zweitstärkste Fraktion sind auch sie nun in allen Ausschüssen präsent. Ich freue mich auf gute Zusammenarbeit. Eine violett-grüne Mehrheit tut unserer Stadt sehr gut – vor allem in Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels. Ein Wermutstropfen ist gewiss die niedrige Wahlbeteiligung. Man sollte meinen, dass in einer Zeit, da Autokratien weltweit auf dem Vormarsch sind, mehr Menschen das Recht der Wahl ausüben, für das unsere Vorfahren so lange gerungen haben.
Aber blicken wir in die Zukunft! Im Bildungsausschuss werde ich mich vor allem um Themen kümmern, die für Oberstufen und Fachhochschule von Belang sind. Mir schwebt etwa eine Vernetzungs-Initiative vor, bei der sich von jeder Schule einzelne Lehrkräfte mit dem Schwerpunkten Kunst oder Klimaschutz einbringen und austauschen können.
Als Kulturreferent werde ich mich in nächster Zeit auf folgende Themen stürzen: mehr Kunst im öffentlichen Raum, bessere Vernetzung lokaler Kulturvereine, mehr Literatur und Jazz, mehr Nachhaltigkeit bei Kulturveranstaltungen, mehr Zusammenarbeit mit unserem Kino; weiterhin: Nachtgespräche, Nacht der Kunst, Kultur-Foren und Silent Cinema – letzteres vielleicht diesen Sommer schon auf dem für einige Tage autofreien Oberen Stadtplatz.
Januar 2022: Sie sind dran!
Liebe Kufsteinerinnen und Kufsteiner,
am 27. Februar wird gewählt – und die Karten werden neu gemischt. Ich hoffe, viele von Ihnen waren mit meiner Arbeit als Kulturreferent dieser Stadt zufrieden und bestärken mich darin, sie auch weiterhin auszuüben.
Sechs spannende Jahre Kommunalpolitik liegen hinter mir. Ich war stets bemüht, die Verbindung zu den Kulturvereinen zu intensivieren und sie im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen. Es war nicht immer leicht – und doch ist es gelungen, vieles zum Guten zu verändern. Das Kultur-Forum, bei welchem sich unsere Kulturtreibenden regelmäßig vernetzen und austauschen; die Nacht der Kunst, bei welcher herausragende Leistungen in Kunst und Kultur entsprechend gewürdigt werden, die Kufsteiner Nachtgespräche, bei welchen Expert:innen zu zeitkritischen Themen in unserer Stadt Vorträge halten; die Subventionierung unserer Stadtgalerie, die vielen regionalen Künstler:innen Ausstellungsmöglichkeiten bieten; der Thesis Award, mit dem herausragende Masterarbeiten an der FH-Kufstein, die dem Gemeinwohl dienlich sind, ausgezeichnet werden – all das gäbe es ohne meinen persönlichen Einsatz wohl eher nicht. Hinzu kommt noch ein Skulpturenwettbewerb, der von nun an hoffentlich jährlich stattfindet und mehr Kunst im öffentlichen Raum schafft.
Ich habe berechtigten Grund zur Sorge, dass all diese Initiativen, die vielen Menschen Freude machen, bald verschwinden werden, wenn es mir nicht möglich sein sollte, weiter dafür einzutreten. Auch sonst hätte ich noch viele Ideen, welche Sie in unserer Publikation Wie man eine Perle findet nachlesen können. Hinweisen möchte ich Sie auch auf meine Rubrik Gedanken zur Kufsteiner GR-Wahl, in welcher ich auf klaus-reitberger.com und in sozialen Netzwerken über diesen Wahlkampf schreibe.
Ich würde mich freuen, auch weiterhin als Kulturreferent meine Erfahrungen in Kunst und Kultur einbringen zu dürfen. Wenn Sie dies unterstützen möchten, dann geben Sie Ihre Stimme dem Team der Parteifreien.
November 2021: Ein Buch voller Ideen für Kufstein!
Nicht nur in Sachen Kultur, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen, sollten wir immer offen für neue Impulse sein. Innerhalb des Teams der Parteifreien haben wir deshalb nie damit aufgehört, unsere diversen Ideen für die Zukunft der Festungsstadt zu sammeln und gemeinsam weiterzuentwickeln. Viel ist dabei zusammengekommen. Manches lässt sich leicht in naher Zukunft umsetzen, anderes ist noch ferne Zukunftsmusik, die uns dennoch zum Handeln inspirieren sollte, damit wir Schritt für Schritt darauf hinarbeiten können.
Wie aber soll man nun so viele Ideen den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt am besten präsentieren? Eine bloße Auflistung wäre langweilig. Das kann jeder. Daher haben wir uns entschlossen, unsere neuen Impulse auf eine Art zu kommunizieren, die für eine politische Fraktion eher ungewöhnlich, dafür sehr ansprechend ist. Hautnah am Leben zweier Menschen erzählen wir von einer romantischen Begegnung im Jahre 2030. Im Hintergrund tauchen dabei allerlei Ideen für Kufstein auf. Konstruktiv und hoffnungsfroh zeigen wir in dieser Geschichte eine Stadt, wie viele sie sich wünschen, eine Stadt, zu deren Entwicklung wir gerne weiterhin einen Beitrag leisten möchten.
Das fertige Büchlein mit dem Titel „Wie man eine Perle findet“ umfasst 160 Seiten und ist für alle Interessierten gratis bei der Boutique Gitta’s am Unteren Stadtplatz erhältlich. Für alle, die lieber zuhören als lesen, gibt es die Geschichte aber auch als Hörbuch – und zwar auf Spotify und Youtube. Einfach nach dem Titel suchen – und man wird rasch fündig werden. Auch als Kindle eBook kann man das Buch lesen. Weitere Infos dazu findet man auch auf www.dieparteifreien.at bzw. auf unserer Facebook-Seite.
Bei all dem ist es uns wichtig, dass die Kommunikation nicht nur in eine Richtung geht. Wir sind immer bereit, über einzelne Ideen, die in diesem Buch vorgestellt werden, zu diskutieren. Rückmeldungen aller Art sind willkommen.
September 2021: Das wichtigste Thema von allen …
„Wenn es nur darum ginge, was wirklich wichtig ist und die größten Auswirkungen auf die Menschheit hat, müsste unser Hauptthema ja jeden Tag die Klimakrise sein.“ Diese Worte von Armin Wolf in einer ZIB2 von Anfang August treffen den Nagel auf den Kopf. Die Klimakrise wird nicht einfach so verschwinden, sie wird uns – und alle Lebewesen dieser Erde – noch viele Generationen lang plagen. Dies mag nicht jeder gern hören wollen. Doch die Wissenschaft – eindrucksvoll dargelegt im neusten IPCC Bericht – spricht hier eine ganz klare Sprache. Es ist ernst.
Auch wenn die Möglichkeiten einer einzelnen Gemeinde begrenzt sind, so ist es doch wichtig, dass wir hier in Kufstein tun, was wir können und eine Vorreiter- und Vorbildrolle in Sachen Klimaschutz einnehmen.
Auch die Kultur kann hierzu einen Beitrag leisten. Gemeinsam mit unserer Nachthaltigsbeauftragen arbeiten wir daran, dass von nun an möglichst alle Veranstaltungen im Kulturprogramm der Stadt Kufstein als „Green Events“ strenge Kriterien der Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit erfüllen. Doch nicht nur die Form, auch die Inhalte zählen. Letztes Jahr haben wir mit Prof. Georg Kaser einen Co-Autor des IPCC eingeladen, um bei unserer Vortragsreihe der Kufsteiner Nachtgespräche das Klima künftiger Jahre zu skizzieren. Am 21. Oktober kommt nun die FridaysForFuture Aktivistin und Sprecherin des österreichischen Klimavolksbegehrens Katharina Rogenhofer nach Kufstein und präsentiert ihr Buch „Ändert sich nichts, ändert sich alles“. Seien Sie dabei! Reden Sie mit!
An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass nach fast zwanzig Jahren der besten Zusammenarbeit die Bewerbung des städtischen Kulturprogramm nicht mehr von der Agentur Edinger sondern vom Stadtmarketing Kufstein übernommen wird. Als Walter Edinger und seine Mitarbeiter:innen diese Aufgabe damals übernahmen, gab es noch kein Stadtmarketing. Da inzwischen im Rathaus aber das nötige Know-how und ausreichende Ressourcen in Sachen Marketing und Bewerbung vorhanden sind, ist es nur logisch und folgerichtig, dass die Bewerbung der eigenen Veranstaltung künftig aus eigenem Hause geplant und vorbereitet wird. Wir bedanken uns für viele Jahre der harmonischen Zusammenarbeit, in welchen sich das Kulturprogramm der Stadt bestens entwickeln konnte.
Einen Überblick über das aktuelle Kulturprogramm und alle Veranstaltungen findet man ab sofort unter dem folgenden Link: kultur.kufstein.at. Vielen Dank an Christine Petter und das Team des Stadtmarketings für die hervorragende Aufbereitung. Ich freue mich schon auf künftige Zusammenarbeit.
Zu den Konzerten und anderen Höhepunkten im Kulturprogramm findet man unter obigen Link viele schöne Worte. Meinerseits sei hier nur erwähnt, dass ich mich schon ganz besonders das „Te Deum“ von Charpentier im ersten Abonnekonzert, auf die Slowakische Philharmonie und auf das Neujahrskonzert freue. Auch die „Klassik am See“ wird es wieder geben. Hoffen wir, dass alles wie geplant stattfinden kann. Letztes Jahr war es ja wieder schwierig. Dennoch konnten mithilfe von Verschiebungen zumindest fünf der sechs Abonnementkonzerte gerettet werden.
Alle aktiven Kulturschaffenden der Stadt wurden (soweit sie uns bekannt sind) eingeladen, der zweiten „Nacht der Kunst“ am 29.9. 2021 im Kultur Quartier beizuwohnen. Mit einem feierlichen Abendessen möchte sich die Stadt bei all jenen lokalekn Vereinen und Kunstschaffenden erkenntlich zeigen, die auch im schwierigen Jahr 2020 die Straßen und Säle Kufstein – und auch das Internet – mit Kunst erfüllt haben. In verschiedenen Kategorien werden wie schon beim letzten Mal einzelne Höhepunkte noch einmal erwähnt und mit Applaus bedacht. Diese wurden von einer ehrenamtlichen Kunst-Jury gekürt, welche das ganze Jahr über (sofern Corona es zuließ) Veranstaltungen besuchte. Ich freue mich auf eine schöne Feier.
Juli 2021: Es werde Licht!
Es mutet seltsam an, mitten im Sommer über den tiefsten Winter zu schreiben. Und doch sind vor Kurzem Entscheidungen getroffen worden, die Vorfreude auf die dunkle Jahreszeit wecken. Es geht um die Lichtshow mit dem Titel „Stimme der Burg“, welche für die Zeit zwischen den letzten Dezember- und letzten Januartagen geplant ist.
Endlich wird die Stadt Kufstein das neue Jahr wieder mit einem gebührenden Spektakel begrüßen! Große Feuerwerke gehören der Vergangenheit an. Wie gut, dass es klimafreundliche Alternativen gibt. Unsere Festung wird rund um den Jahreswechsel zum Leben erwachen, wird in Vergangenheit und Zukunft blicken, wird zu uns Menschen sprechen und ihre Erkenntnisse und Gefühle im Lauf der Jahrhunderte offenbaren.
Schade, dass nicht alle Fraktionen im Gemeinderat das Potential dieses Projektes erkennen. Der Vorwurf, das Spektakel wäre „stümperhaft“ geplant, ist haltlos, gehen all dem doch zwei Jahre akribischer Vorbereitungen voraus. Der TVB Kufsteinerland und das Stadtmarketing leisten hier hervorragende Arbeit. Besonders skurril erscheint mir die Unterstellung, das Projekt sei nicht mit dem 2019 ausgerufenen Klimanotstand vereinbar. Berechnungen zeigen, dass der für die Projektoren benötigte Strom durch das teilweise Abschalten der Außenbeleuchtung der Burg während dem Lichtspektakel wieder eingespart wird. Zugleich leistet der Inhalt der Lichtshow einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung in Sachen Klimawandel. Ähnlich absurd ist der Vorwurf, mit einer Freilichtveranstaltung in den kalten Januartagen werde Kufsteiner Kulturvereinen Konkurrenz gemacht. Da ich im regen Austausch mit den Vereinen der Stadt bin, weiß ich, dass dem nicht so ist.
Ich freue mich sehr auf dieses einzigartige Event, das nicht nur viele Besucher:innen in unsere Stadt locken wird, sondern auch unseren Bürger:innen ein bisschen Freude und Zuversicht für das neue Jahr schenken soll. Mutig und hoffnungsfroh wird uns die Burg den Weg in die neue Zeit weisen.
Mai 2021: Spontan und flexibel
Anstatt dem Unmöglichen nachzutrauern, sollten wir die Grenzen des Möglichen bestmöglich nützen. Dies gilt insbesondere für Kulturveranstaltungen. Trotz aktueller Öffnungsschritte gibt es vieles, das wir auch dieses Jahr noch missen müssen – etwa Kufstein Unlimited, oder auch das Kaiserfest. Bei anderen über Jahre hinweg liebgewonnen Events steht für den Sommer noch ein großes Fragezeichen dahinter. Und auch, ob uns im Herbst eine weitere Krankheitswelle erspart bleibt, steht noch in den Sternen.
Das ist natürlich eine schwierige Situation für alle Künstlerinnen und Künstler. Die sorgsam gebauten Märchenschlösser fantastischer Projekte zerrinnen wie Sandburgen zwischen den Fingern. Da ich selbst im außerberuflichen Theater tätig bin, kann ich nur zu gut nachvollziehen, wie weh das tut. Was haben wir uns schon auf die Wiederaufnahme des Kufsteiner Jedermann gefreut – doch leider, die Rahmenbedingungen geben es nicht her.
Sich lediglich über den Entfall so vieler Freuden zu ärgern und zu empören, hilft uns aber allen nicht weiter. Wenn A nicht geht, dann haben wir natürlich die Möglichkeit in griesgrämigem Nichtstun zu verharren; wir können aber auch stattdessen einfach B machen und feststellen, dass dieses B sehr schön sein kann. Seien wir spontan! Seien wir flexibel! Viele kleinere Events statt große, mehr Draußen statt Drinnen, zusätzliches Streamen statt vermindertem Publikum, Outdoor-Ausstellungen statt Indoor-Vernissagen, Ödipus Rex statt Jedermann. Loten wir das Mögliche aus und nutzen wir es, so gut es geht.
All dies erfordert aber auch die Bereitschaft eines Publikums, das offen für Veränderung ist, das neue Formate akzeptiert und sich auch den ein oder anderen Stream einer lokalen Kulturveranstaltung zu Gemüte führt und gerne dafür ein paar Euro ausgibt. Nützen wir den Sommer. Genießen wir die Öffnungschritte! Wappnen wir uns aber auch für einen vielleicht noch nicht ganz einfachen Herbst.
März 2021: Digitale Stadtbildpflege
Immer noch ist das Ende des Ausnahmezustands nicht absehbar. Gemeinschaft und zwischenmenschlicher Austausch sind nach wie vor schwierig, haben aber in der Sphäre der sozialen Netzwerke neue Möglichkeitsräume gefunden. Als imponierendes Beispiel möchte ich hier die Facebook-Gruppe Wir Kufsteiner erwähnen. Über 6.000 Mitglieder tauschen sich dort schon seit Langem sehr rege über die Festungsstadt aus. Man teilt schöne Bilder von Spaziergängen, sammelt interessante Informationen über die Geschichte mancher Stadtteile und Häuser, bespricht Schwarzweiß-Fotografien oder noch ältere historische Dokumente. Manchmal tauscht man auch nur aktuelle Infos zum Geschehen in der Stadt aus oder fragt nach konkreter Auskunft und Unterstützung.
Es ist jedenfalls schön mitanzusehen, wie Gemeinschaft und Solidarität sowie die geteilte Freude an schönen Bildern und interessanten Informationen über Kufstein dort florieren. Dies ist in erster Linie dem Administrator Georg Hetzenauer zu verdanken, der aktiv dafür sorgt, dass niemand andere beleidigt und gewisse Reizthemen nicht zu Beschimpfungstiraden ausarten. Dank seinem Einsatz bleiben Fake-News und Verschwörungstheorien der Gruppe fern – und das ist gut so.
Da die Stadtbildpflege auch zu den Belangen des Kulturausschusses gehört, möchte ich mich als Kulturreferent ganz herzlich bei allen, die dazu beitragen – vor allem beim Administrator – für dieses gelungene Beispiel digitaler Stadtbildpflege bedanken.
Mit all den Informationen, die auf dieser Gruppe zusammenfließen, scheint es mir wahrscheinlich, dass die gesammelten Inhalte von Wir Kufsteiner in ein paar Jahrzehnten selbst zum historischen Dokument werden und der Zukunft über die Sorgen und Hoffnungen unserer Stadt zu Beginn der Zwanzigerjahre Auskunft geben.
Wir Kufsteiner zeigt, dass die sozialen Medien sehr wohl einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten vermögen – vor allem in Zeiten der notwendigen physischen Distanzierung.
Januar 2021: Eine Frage des Vertrauens
Gerne würde ich hier von aktuellen Highlights im Kulturgeschehen unserer Festungsstadt sprechen, doch das kann ich nicht. Immer noch wird jegliche Planung von der Pandemie erschwert oder unmöglich gemacht. Mein Dank gilt allen, die der Krise zum Trotz Kunst und Kultur geschaffen haben. Hier denke ich etwa an die Online-Streams der Arche Noe, die Video-Lesungen des Stadttheaters und an viele lokale Künstler*innen, welche die virtuelle Welt mit Musik, Farbe und Besinnlichkeit geflutet haben. Danke!
Wie es im neuen Jahr mit Kunst und Kultur in Kufstein weitergehen wird, hängt von uns allen ab. Ich bin guten Mutes, dass wir bis Ende des Jahres unsere gewohnten Freiheiten – und dazu gehört auch die Freiheit, uns in vollen Konzert- und Theatersälen aufzuhalten – wiederbekommen werden. Ich fürchte aber, dass es länger dauern wird, als es dauern müsste. Umfragen haben Ende Dezember ergeben, dass mehr als die Hälfte der Tiroler Bevölkerung beabsichtigt, sich nicht gegen Covid19 impfen zu lassen. Offenbar haben viele Menschen nicht nur das Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger*innen, sondern auch das Vertrauen in Medizin und Wissenschaft verloren. Wir befinden uns nicht nur in einer Gesundheitskrise, sondern ebenso in einer Vertrauenskrise. Als promovierter Physiker liegt auch mir das Prinzip des Zweifels wesentlich näher als unkritische Vertrauensseligkeit. Doch in der gegenwärtigen Situation, in der ich beispiellose Einigkeit zwischen Regierungen und Institutionen aller Welt erkenne, ist meine Einschätzung klar: Ich vertraue darauf, dass diese Impfung die Pandemie beenden, Leben retten, die Wirtschaft wieder auf Kurs bringen und auch die Kultur in Kufstein neu beleben wird. Ziehen wir diesen Wahnsinn nicht künstlich in die Länge! Geben wir der Wissenschaft eine Chance, dieses unsägliche Virus zu besiegen. Es liegt in unserer Hand.
Doch was auch immer Ihre Meinung dazu sei, in jedem Fall wünsche ich Ihnen ein schönes und gesundes Jahr 2021!
November 2020: Halten wir durch!
Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kufstein,
Der Winter naht – und leider ist davon auszugehen, dass es für viele von uns der dunkelste und härteste Winter wird, den wir bisher erlebt haben. Und dabei denke ich nicht an das Wetter, sondern an das Virus.
Vor allem den in Touristik und Gastronomie tätigen Menschen stehen schwierige Monate bevor. Als Referent für Kultur und Fachhochschule denke ich aber auch an die vielen Kunstschaffenden und Studierenden unserer Stadt, denen ein wesentlicher Teil ihres Lebensinhaltes oder auch ihres finanziellen Fundaments wegzubrechen droht. Ich trauere um all die nicht-gehörten Konzerte, die nicht-gespielten Theaterstücke, die nicht-gestellten Fragen, die nicht-gefeierten Feste.
Doch verzagen wir nicht. Holen wir tief Atem, tauchen wir unter dieser zweiten Viruswelle hindurch und hoffen wir, dass wir auf der anderen Seite wieder gesund und munter das Sonnenlicht erblicken. Und wie hell und wärmend wird diese Frühlingssonne uns leuchten! Epidemiologisches Tauwetter wird einkehren. Blumen, Feste und Kulturveranstaltungen werden aus dem Boden sprießen. Es wird die Zeit kommen, da wir uns wieder in die Arme fallen und uns tief in die Augen schauen können. Alle bisherigen Pandemien der Weltgeschichte hatten eines gemein: Sie gingen vorbei. Und danach hat man stets wunderbare Kunstwerke geschaffen und neue Feste gefeiert. Auch wir werden diese Zeit der Aufbruchsstimmung, diese post-pandemische Morgenröte erreichen. Halten wir durch!
Ich hoffe sehr, dass Sie sich beim Lesen dieser Zeilen denken werden, dass ich übertreibe und viel zu dick auftrage. Vielleicht klärt sich die Lage schon bis Weihnachten auf und das Virus verschwindet aus unserm Lebensmittelpunkt. Nichts würde mich mehr freuen. Doch momentan sieht es nicht danach aus.
Passen Sie auf sich auf! Verlernen Sie nicht zu klatschen! Wir sehen uns wieder, wenn dieser dunkle Vorhang sich lüftet.
September 2020: Europa schon viel näher
Anno 1920, vor einem Jahrhundert also, starb Carl Techet, dessen Leben eng mit der Stadt Kufstein verwoben ist. Aus der weltoffenen Hafenstadt Triest wurde er einst in unsere engen Alpentäler versetzt. Fortan lehrt er am Kufsteiner Gymnasium Chemie und Naturkunde. Er fühlt sich nicht wohl bei uns. Der liberale Freigeist Techet droht im klerikal-konservativen Tirol der damaligen Zeit zu verkümmern. Er sucht mehrfach um Versetzung an. Vergebens. Mit bitterer Häme und schärfster Satire bringt er seinen Frust zu Papier. Unter dem Pseudonym Sepp Schluiferer erscheint die böse Schmähschrift „Fern von Europa“, in welcher sich Techet in kleinen Geschichten über die Tiroler mokiert. Der Aufschrei ist groß. Um eine Verbreitung zu verhindern, kauft die Tiroler Landesregierung alle Exemplare auf – doch es ist zu spät. Das Buch zieht weite Kreise. Bevölkerung, Klerus und Politik schäumen. In Lokalzeitungen wird gegenüber dem Autor gar zur Anwendung von Lynchjustiz aufgerufen. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Techet fürchtet um sein Leben und flieht.
100 Jahre nach seinem Tod wollen wir seiner versöhnlich gedenken. Aus diesem Anlass lässt die Stadt Kufstein eine Gedenk-Plakette am Haus in der Josef-Egger-Straße, in dem Techet lebte und wirkte, anbringen.
Stellen wir uns einmal vor, Techet würde heute unsere Stadt besuchen. Stellen wir uns vor, wie er durch den Stadtpark schlendert, den vielen Sprachen der internationalen Studierenden lauscht, wie er in den Bücher der neuen, wissenschaftlich hochwertigen Stadtbibliothek blättert, wie er den teils so schön modernen Klängen der Heldenorgel lauscht. Stellen wir uns vor, wie er die Kulinarik vieler Länder in unseren Restaurants genießt, wie er Galerien und Konzerte besucht. Stellen wir uns auch vor, wie er ins Theater geht – und dort seine eigenen Geschichten auf der Bühne sieht.
Heute würde Techet im Angesicht der Festungsstadt keine Schmähschrift mehr schreiben. Er würde Loblieder singen.
Juli 2020: Kunterbunt und allerlei
Ach herrje, mir fiele diesmal so Vieles ein, das ich hier gern schreiben möchte – und ich darf die 2000 Zeichen nicht überschreiten… Also machen wir’s kurz:
- Hat mich gefreut, so viele (vor allem junge) Kufsteiner*innen bei der großen #BlackLivesMater Demo in Innsbruck zu sehen. Tolle Schilder habt ihr gebastelt! Immer gut, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Rassismus darf in Tirol keinen Platz haben!
- Es freut mich, dass viele Kufsteiner*innen den Stadtpark nützen und genießen. Ich habe immer damit gerechnet, dass er schön wird … Aber gleich so schön! Einfach wunderbar, dort lesend seine Mittagspause zu verbringen. Und allen Nörgler*inne*n von einst hat es plötzlich die Sprache verschlagen. Bravo!
- Es freut mich, dass unsere vielen Kunst- und Kulturvereine so viel Geduld und konstruktive Kooperation in diesen schwierigen Zeiten zeigen. Zumindest hatte ich beim letzten Kultur-Forum diesen Eindruck. Danke für euer Verständnis bezüglich notwendiger Einsparungen, eure Befolgung der Abstandsregeln und eure Zuversicht, dass wir bald wieder Hallen füllen dürfen.
- Am 30. Juli und am 6. und 20. August gibt’s am Fischergries wieder Silent Cinema. Online kann im Vorfeld über die gezeigten Filme abgestimmt werden. Pro Termin stehen drei zur Auswahl. Wird es „Bohemian Rhapsody“ oder doch „La La Land“, „Der König der Löwen“ oder „Guardians of the Galaxy“? Ich bin gespannt. (Eintritt: €7)
- Ein Vorgeschmack zum herbstlichen Veranstaltungsprogramm der Stadt Kufstein: Nur 12 Tage vor den Wahlen in den USA spricht Hanno Settele in Kufstein über das Thema „Four more years?“ Was wenn Trump wiedergewählt wird?
- Als Referent für FH und International School freut es mich außerordentlich, dass die Landesregierung das internationale Bildungsangebot in Kufstein forcieren will und künftig englischsprachige Bildungsmöglichkeiten von Kindergarten bis zur Matura möglich sein werden. Kufstein nimmt hier österreichweit eine Pionierrolle ein. Wir sollten stolz darauf sein.
Mai 2020: Das Ende der Dunkelflaute
Die COVID-19 Krise ist eine historische Zäsur. Was noch vor einem Jahr als selbstverständlich galt (Im kulturellen Bereich denke ich da z.B. an das Kaiserfest, an Kufstein unlimited, an den Operettensommer und die vielen Events unserer Kulturvereine), scheint heute undenkbar. Mit beispielloser Vehemenz hat uns diese Pandemie ereilt – und lange noch wird es dauern, bis wir zu einem annähernden Grad an Normalität zurückkehren können – vor allem in der Kunst- und Kulturszene. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie viele lang geplante und mit Herzblut vorangetriebene Projekte von einem nur 100 Nanometer großen Nukleinsäuremolekül verhindert wurden. Eine Sturmflut an Absagen brach über uns herein. Da ich selbst auch Kunstschaffender bin, weiß ich nur zu gut, wie weh das tut.
Es ist eine Dunkelflaute, eine lichtlose, windstille Zeit, die seit Mitte März in vielen Bereichen des kulturellen Lebens Einzug hielt. Dass zumindest Galerien, auch die Stadtgalerie, wieder öffnen durften, ist ein kleiner Lichtblick, ein Hauch von Hoffnung. Vielleicht wird es im Herbst wieder Theater geben. Doch sicher ist auch dies nicht.
Umso wichtiger ist nun die zweite Sphäre unseres sozialen und künstlerischen Austausches, welche noch vor zwanzig Jahren nicht existierte, uns aber wertvoller denn je erscheint: die digitale Welt. Ist es nicht schön, dass wir uns auch weiterhin Musik schicken und schenken können, dass wir in Hörspielen, in online verbreiteten Bilderwelten die Möglichkeit haben, künstlerische Bedürfnisse auch ohne gefährliche Nähe auszuleben? All dies kann das Verlorene nicht ersetzen, aber es kann den Verzicht sehr viel leichter machen.
Eins ist klar: Wenn all dies endlich vorbei ist, wenn ein Impfstoff gefunden und dieses Virus der Garaus gemacht wurde, dann werden wir feiern, wir werden zu Tausenden in Konzerten schönen Klängen lauschen oder gebannt im Theater sitzen. Und all dies wird uns noch viel wertvoller und kostbarer erscheinen als je zuvor. Und darauf freue ich mich sehr.
Januar 2020: Mutig in die 20er Jahre
So hat es also begonnen – das neue Jahrzehnt. Und ich hoffe, die große Mehrheit der Kufsteinerinnen und Kufsteiner beginnt diese neue Dekade – wie schon unser Bundespräsident es in seiner Neujahrsansprache so trefflich formulierte – mit Mut und Zuversicht, mit Zusammenhalt und Optimismus. Gewiss, viele Herausforderungen warten auf uns – individuell, kommunal und international. Gerade deshalb verlangt unsere Zeit viel mehr den Geist und Handlungsdrang konstruktiver Zuversicht und weniger den Hader destruktiven Nörgelns. Bei mir persönlich – auch in Hinblick auf die Entwicklung unserer schönen Festungsstadt – überwiegt bei weitem die Zuversicht und ich schätze mich glücklich, im Gemeinderat auch jener Fraktion anzugehören, die in den Veränderungen, die die Zeit unaufhaltsam mit sich bringt, vor allem Möglichkeiten sieht anstatt Gefahren. Wie heißt das alte chinesische Sprichwort? „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“
So nutzen wir ihn denn auch in der Kultur, diesen Wind des Wandels und sehen, was er uns in den nächsten Jahren in die Arme weht: eine neue Bibliothek, eine Stadt-Galerie, eine Nacht der Kunst zur Würdigung kultureller Verdienste, spannende Nachtgespräche, schöne Musicals auf der Burg, Musik-Festivals, pulsierende Vereinstätigkeit. Kufstein wird seinen Ruf als Theater-, Festival- und Kongressstadt mehr und mehr festigen. Ja, auch den Jahresbeginn wird man schon bald wieder gebührender feiern. Eine klimaschonende, aber dennoch opulente Alternative zum Feuerwerk von einst scheint schon zum Greifen nah. Ich freue mich auf Vieles!
Und zuletzt noch ein Tipp für alle, die gern skifahren, aber ungern im Stau stehen. Vom Bahnhof Kufstein gelangt man jeden Tag um 9:09 in sensationellen 24 Zug-Minuten zur Haltestelle Hopfgarten Berglift; komplett stress- und staufrei und klimaschonend obendrein. Man kann auch hier Teil der Lösung sein.
Juli 2019: International Diplomas & Silent Cinema
Als Referent für Fachhochschule und Internationale Schule berichte ich heute von erfreulichen und auch ein wenig wehmütigen Ereignissen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt erlangten am 5. Juli 14 Schülerinnen und Schüler ihr International Baccalaureate Diploma – einen Abschluss, der international bekannter und renommierter ist als die österr. Zentralmatura. Leicht war es nicht, weder für Lernende noch Lehrende. Doch umso größer ist die Freude, dass es dem Team der International School Kufstein rund um Direktor Herbert Madl gelungen ist, diese neuartige Schulform in Kufstein heranreifen und erblühen zu lassen. Bei einer feierlichen Gala am 5.7. mit allerlei Festreden und kreativem Programm überreichte man den Absolventinnen und Absolventen ihr finales Diplom und nahm zugleich Abschied von Direktor Madl, der nach Jahren des unermüdlichen Einsatzes für diese neue englischsprachige Schule in den wohlverdienten Ruhestand tritt. Dazu gab es Geschenke und Anerkennung von Seiten der Stadt Kufstein, aus dem Kollegium und aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler. Der Kapitän verlässt das Schiff, doch die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Es ist zu erwarten, dass die International School auch unter der neuen Führung von Mag. Claudia Atzl weiter wachsen und schon bald ihre maximale Größe von acht Klassen erreichen wird.
Aber nun zur Kultur. Neben der Nacht der Klassik am Hechtsee hat das Kulturamt der Stadt Kufstein diesen Sommer noch ein weiteres Gratis-Freilicht-Event zu bieten. Am 8. und 9. August gibt es am Unteren Stadtplatz Silent Cinema. Auf einer großen Kinoleinwand werden Filme gezeigt. Lautsprecher gibt es keine. Bei einem Stand holt man sich kabellose Kopfhörer ab und kann damit – ob auf Deutsch, Englisch, oder Italienisch – den zum Film gehörenden Sound genießen. Für dieses Jahr fiel die Wahl auf den Klassiker „Forrest Gump“ und Roberto Benignis „La Vita è bella“. Wir hoffen auf viele Zuschauerinnen und Zuschauer.
November 2019: Von verändertem Bewusstsein & neuen Orten der Begegnung
Ein buntes Jahr geht allmählich zu Ende und viel hat sich bewegt – auch in unseren Köpfen. Dank mutiger Initiativen wie Fridays-for-Future und Extinction Rebellion, die ich hier ausdrücklich gutheißen möchte, wurde vielen klar, dass es endlich Zeit ist, auf die Wissenschaft zu hören und umzudenken. Dieser allmähliche geistige Wandel zeichnet sich überall ab – auch im Gemeinderatsbeschluss zum Klimanotstand. Denn ja – ein Notstand ist es; zwar ein schleichender, aber ein umso bedrohlicher, der Milliarden Menschen betrifft.
Es ist wichtig an allen Fronten für mehr Nachhaltigkeit zu fechten, individuell, international, aber auch auf kommunalpolitischer Ebene. Bei den diesjährigen Budgetgesprächen liegen hierzu einige spannende Initiativen am Tisch. Auch in der Kultur ist vieles möglich. Manche Kunstaustellungen (etwa jene zum Thema grenzwertig) sind dabei wegweisend. Die Nachtgespräche zum Thema „Kurswechsel 1,5°C – Weltklima und Klimapolitik“ und „Das Ende der Vielfalt: Artensterben in Zeiten des Klimawandels“ laden zur Diskussion.
Es entstehen aber auch neue Orte der Begegnung und des Wissensaustauschs. Im Jahr 2020 die kubi – Bibliothek für Wissenschaft & Freizeit eröffnet, welche auch Möglichkeiten für Lesungen und Seminare bietet. Ich freue mich auch schon auf die Fertigstellung des neuen Stadtparks, mit seiner angehügelten Gartenlounge, seinem Wasserspielplatz, seiner begrünten Ruhezone und den großen Platanen, die der Veranstaltungsfläche künftig kühlen Schatten spenden.
Jenen, die der Stadtführung vorwerfen, in Zeiten des Klimanotstands eine meist bräunliche Grasfläche durch Naturstein ersetzt zu haben, möchte ich folgende Überlegung mitgeben: Durch die insgesamt höhere Zahl der Bäume und die rund 30 Tröge mit Sträuchern wird viel CO2 aus der Luft gefiltert. Der helle Steinboden weist überdies ein hohes natürliches Abstrahlungsverhalten (Albedo) auf. In Summe wird der neue Stadtpark wohl eine bessere Klimabilanz als der alte haben.
Mai 2019: Einfach mal googlen.
Es soll ja immer noch Leute geben, die allen Ernstes behaupten, in Kufstein sei kulturell nichts los. Dies ist eine recht sonderbare Meinung, die so rein gar nicht mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen ist. Schon ein kurzer Blick in den Online-Veranstaltungskalender des Kufsteinerlandes genügt, um die ungeheure Vielfalt des Kulturlebens unserer Festungsstadt deutlich zu machen. Viele Geschmäcker werden bedient, viele Genres geboten: von avantgardistischem Jazz über Rock zur großen Klassik, von Unterhaltungstheater zu weltliterarischen Bühnenwerken. Aber auch Zauberer, Kabarett, Traditionsveranstaltungen, Lesungen, Vorträge und Ausstellungen bildender Kunst gibt es zu Hauf. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht in fast all diesen Bereichen etwas auf der Kultur-Speisekarte unserer Stadt zu finden ist.
All dies ist der Verdienst vieler Kulturvereine, die nicht müde werden, das künstlerische Herz unserer Stadt pulsieren zu lassen. Die Stadtgemeinde hat sich entschlossen, die aktiven Kulturveranstalter unserer Stadt Anfang 2020 bei einer festlichen Gala entsprechend zu würdigen. Doch dazu ein andern Mal. Allen, die in der Zwischenzeit noch an der Üppigkeit des Kufsteiner Kulturlebens zweifeln, empfehle ich ein nicht-althergebrachtes Hausmittel: Einfach mal googeln.
Anderes Thema: In diesen Wochen geht etwas zu Ende, das vor fast vier Jahren begann. Die erste Generation unserer students an der International School Kufstein schreibt ihre final exams zur Erlangung des International Baccalaureate (IB) Diplomas – eines Abschlusses, mit dem man international ein bisschen mehr anfangen kann als mit der österr. Zentralmatura. Es wird spannend. Täglich müssen die beschriebenen Prüfungsbögen direkt zurück nach England geschickt werden, wo die Bewertung und Punktevergabe in die Wege geleitet wird. Jährlich erreichen an den 4000 IB-Schulen weltweit nur eine Handvoll students die höchste Punktezahl. Vielleicht auch einer der unsrigen. Wir wünschen gutes Gelingen!
März 2019: Die erste Kufsteiner Kunst-Jury nimmt ihre Arbeit auf
Seit Januar dieses Jahres haben 10 Kufsteinerinnen und Kufsteiner eine heikle und spannende Aufgabe zu bewältigen. Im Laufe des gesamten Kalenderjahres 2019 sollen sie so viele Kufsteiner Kunst- und Kulturveranstaltungen wie nur irgend möglich besuchen. Gemeint sind hierbei aber nicht die professionellen Großveranstaltungen, sondern all jene Events, die auf das Konto unserer regen, vorrangig gemeinnützig agierenden Kulturvereine gehen. Alles was unsere lokalen Theater- und Musikvereine, unsere bildenden Künstler, unsere Veranstaltervereine auf die Bühne oder zur Ausstellung bringen, soll von dieser Kufsteiner Kunst-Jury besucht, konsumiert und genossen werden.
Und wozu? Um am Ende des Jahres zusammenzukommen und zu beraten, welche künstlerischen Leistungen, welche Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen im Rahmen einer feierlichen Gala, einer „Nacht der Kunst“ mit Preisen in verschiedenen Kategorien auszuzeichnen sind. Diese Gala soll es nämlich Anfang 2020 zum ersten Mal geben. Wir wollen Kufsteiner Kunst- und Kulturschaffende würdigen, wie sie es verdient haben. Wir wollen besonderen Leistungen nochmal hochleben lassen und uns an sie mit Freude zurückerinnern. Manch Szene, manch Musikstück oder Bild kann gewiss im Rahmen dieser Feier auch noch einmal vorgeführt werden.
Welches war die emotionalste Kunst-Veranstaltung im Jahr 2019? Was war das beste Theaterstück? Welcher Verein organisierte das beste Jahresprogramm? Was war die schönste Lesung, Vernissage oder Musikpräsentation? Über all diese Fragen soll die zehnköpfige Kunst-Jury im Laufe des Jahres entscheiden. Es wird spannend.
Ich hoffe, dass wir mit der „Nacht der Kunst“ eine schöne Tradition ins Leben rufen, die uns erlaubt, die künstlerischen Glanzleistungen, die in unserer Stadt geschaffen werden, noch länger und nachhaltiger leuchten zu lassen.
November 2018: „Thesis Award“ & „Mehr Originale für Kufstein“
Kufstein ist eine Stadt mit über 2000 Studierenden und überproportional vielen Schülerinnen und Schülern. Es ist wichtig, dass wir auch politisch ein offenes Ohr für die
Wünsche und Bedürfnisse dieser jungen, dynamischen und oft auch internationalen Bevölkerungsschichten haben und uns gleichzeitig darum bemühen, dass diese den ein oder anderen Beitrag für das Gemeinwohl leisten können. In diesem Zusammenhang stehen die folgenden beiden Initiativen:
Der Kufsteiner „Thesis Award“ wird jährlich an eine ausgezeichnete Abschlussarbeit eines/einer Studierenden der Fachhochschule Kufstein verliehen, deren Inhalt einen relevanten Beitrag zur Entwickung unserer Festungsstadt leistet. Eben dies schafft die diesjährige Gewinner-Arbeit „Hält K, was K verspricht?“ von Bettina Anker, MA. Die darin dargelegten und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse sind sowohl für den TVB Kufsteinerland wie das Stadtmarketing Kufstein von Interesse. Die Verfasserin der Siegerschrift erhält ein Preisgeld von €2.000 von Seiten der Stadt Kufstein und €1.000 von Seiten des Kufsteinerlandes. Herzliche Gratulation! Wir freuen uns schon auf die Einreichungen des nächsten Jahres.
Um einem Wunsch nachzukommen, der mir von Seiten vieler Studierender und auch einiger Schülerinnen und Schüler des öfteren zu Ohren gekommen ist, unterstützt die Stadt Kufstein seit Anfang November eine zusätzliche Kino-Vorführung pro Woche in englischer Originalversion. Heutzutage möchten immer mehr Menschen die wahren Stimmen der Schauspieler*innen hören. Viel Witz und Tiefsinn geht oft in der Übersetzung verloren. Damit all jene, die die Originale lieben, nicht länger zu Streaming-Diensten abwandern und die neusten Filme künftig auch am Wochenende auf der großen Kinoleinwand sehen können, gibt es nun jeden Samstag im Cinema4you im Funplexxx einen Film im Original. Wir hoffen, dass genügend Menschen dieses Angebot wahrnehmen, denn nur dann können wir es aufrecht erhalten.
September 2018: Auf in die neue Kultursaison
Ein heißer Sommer ging zu Ende. Viele Veranstaltungen fanden erfolgreich im Freien statt. Man denke an die „Klassik am See“, an den „Jedermann“, oder an den Kufsteiner Operettensommer, der mit „Anatevka“ dieses Jahr – und das meinen viele – so gut und schön war wie noch nie. Allein das Klassik-Open Air fiel ins Wasser, konnte aber ins Kultur Quartier ausweichen, wo ein prall gefüllter Saal dem Orchester mit stehenden Ovationen dankte.
Nun könnte ich an dieser Stelle Werbung für das Programm der neuen Saison im städtischen Kulturprogramm machen, das mit viel Musik, mit Theater, spannenden Vorträgen zu kontroversen Themen und sogar mit einem Musical aufwartet. Ich könnte auch vom neuen Verein „Netzwerk Kultur“ erzählen, der in Zukunft regionale, innovative Kunst aller Genres unterstützen will und dies mit der „Woche der bildenden Kunst“ Ende Oktober im Kultur Quartier zum ersten Mal farbenfroh unter Beweis stellen wird. Zu all dem ein andern Mal mehr. Hier aber möchte ich noch einmal an meinen Vorvorgänger als Kulturreferent der Stadt Kufstein erinnern.
Max Ladinser verstarb am 8. September 2018. Viele Menschen werden ihn in guter Erinnerung behalten. Ich selbst lernte Max vor etwa fünfzehn Jahren näher kennen, als er bei jeder meiner Inszenierungen im Publikum saß, gerne bei Hauptversammlungen als Vertreter der Stadt sein Lob aussprach und launige Reden hielt. Max hatte ein ehrliches, aufrechtes Interesse an Kunst. Er besuchte die Kulturveranstaltungen dieser Stadt nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus Leidenschaft. Auch noch nach seiner Ära als Kulturreferent und Politiker war er bei fast jeder Veranstaltung im Rahmen des Kulturprogramms unserer Stadt anwesend. Dort habe ich ihn auch zum letzten Mal gesehen. Klatschend, mitten im Publikum, sich freuend über die Kunst, zufrieden und glücklich im Klang der Musik. Wir werden ihn vermissen.
Juli 2018: Ein Abend am See und ein Fest unter der Sonne
Der erste Juliabend dieses Jahres war wolkenlos und sternenklar. Hunderte Menschen (bei freiem Eintritt schwer zu zählen, doch drei- bis vierhundert waren es bestimmt) kamen zur Stunde vor Sonnenuntergang zum Hechtsee um dort dem Tiroler Kammerorchester Instrumenti zu lauschen – dem krönenden Abschlusskonzert des diesjährigen Kulturprogramms der Stadt Kufstein. Man saß auf Decken, auf mitgebrachten Klappstühlen oder an Baumstämme gelehnt im grünen Gras. Ein Hauch von südlicher Sommernacht wehte über das Kufsteinerland. Und die Klassik erklang! Bekannte Melodien, ein gutgelaunter Dirigent, die schönschrägen Klänge der Gruppe „Jütz“ und mehr begeisterten das Publikum. Bei „Kleiner Nachtmusik“ und „Säbeltanz“ sah man der Sonne beim Untergehen zu. Als später die Zugabe erscholl, leuchtete dem Publikum bereits die schöne Venus und versank im letzten Klatschen als Abendstern hinter dem Brünnstein. Eines ist klar: Die „Klassik am See“ wird es wieder geben.
Doch wenn man schon vom 1. Juli spricht, darf auch der 30. Juni nicht unerwähnt bleiben. Bei herrlichem Kaiserwetter feierte die Festungsstadt das 40. Kaiserfest ihrer Geschichte. Viele Vereine leisteten Großes, um das Fest so opulent wie noch nie zu gestalten. Und eines ist sicher: Die Leute hatten ihre Freude dran. Allen fleißigen Helfer*inne*n und Ermöglicher*inne*n sei gedankt. Was ihr leistet verdient ohrenbetäubenden Applaus.
Eine kleine Besonderheit des diesjährigen Kaiserfestes war, dass anlässlich des 30. Jubiläums der Städtepartnerschaften mit Rovereto und Frauenfeld Vertreter aller drei Partnerstädte Kufsteins am Festwagen mit der Burg Platz fanden. Delegationen aus Italien, der Schweiz und unserer jüngsten Partnerstadt, dem niederösterreichischen Langenlois, trafen in Kufstein zusammen und verbrachten intensive Stunden miteinander. In einer Zeit, da es zwischen Nationen kriselt, ist es umso wichtiger, dass Städte grenzüberschreitend zueinander finden und enge Kontakte knüpfen. Kufstein gelingt dies mit Bravour.
Mai 2018: Kultur unter Sternen
Reich an Sonne brach der Frühling über die Festungsstadt herein und treibt nun hurtig einem heißen Sommer entgegen. Dies freut vor allem unsere aktiven Kulturschaffenden, die sie nach und nach aus Kufsteins Sälen wieder ins Freie wagen und die Plätze, Parks und Begegnungszonen unserer schönen Stadt in Musentempel voll Farbe, Klang und Virtuosität verwandeln.
Seien es die Platzkonzerte und das Klassik-Open-Air am Unteren Stadtplatz, das Sommerfest der Musikschule in der Krankenhausgasse, der Kufsteiner „Jedermann“ am Festungsneuhof, die vielen Bands und Bühnen am Fischergries, vor dem Rathaus und im Stadtpark bei Kufstein Unlimited, sei es der Operettensommer auf der Burg oder die „Klassik am See“ am Ufer des glitzernden Hechtsees – Kunst wird wieder dort gemacht, wo sie in den Sommermonaten auch hingehört: unter freiem Himmel. Schön, dass Kufstein dafür so viele Möglichkeiten bietet. Mut auf Seiten der Kulturschaffenden gehört freilich auch dazu – denn der freie Himmel ist trügerisch und so manch lang ersehnte und emsig geplante Freiluftveranstaltung fiel schon ins Wasser, wenn die Stürme aufzogen und der schwere Regen kam. Und trotzdem ist der Reiz des Open-Air es wert! Ich wünsche allen Kulturschaffenden, die den Mut dazu haben, viel Glück und gute Nerven. Möge es an all den anderen Tagen stürmen. Doch, wenn ihr spielt und singt und tanzt, dann sollen euch die Sterne leuchten.
Im Sommer 2018 nimmt auch seinen Lauf, was im Sommer 2020 abgeschlossen sein soll: unser Stadtpark wird ein völlig neues Antlitz erhalten. Doch auch die Kunst leistet dazu ihren Beitrag. An die zwanzig Künstler*innen arbeiten soeben an ihren Entwürfen für eine Skulptur, die das Zentrum unseres neuen Stadtparks zieren soll. Eine sachkundige Jury wird aus den eingereichten Visionen ein Siegerprojekt küren, dessen Verwirklichung der Stadt Kufstein fünfundzwanzigtausend Euro wert ist. Unser neuer Stadtpark soll etwas ganz Besonderes sein.
März 2018: Kultur Quartier rocks!
Ein halbes Jahr ist es nun her, dass das Kultur Quartier Kufstein seine Pforten öffnete. Seither ist dort viel passiert, weit mehr, als in einem Absatz aufzählbar wäre. Versuchen wir es trotzdem:
Es gab ein Theater-Festival mit den besten außerberuflichen Bühnen Österreichs, Poetry-Slams, das Kufsteiner Salzfassl, das Musical „La Cage aux Folles“, die Komödie „Shirley Valentine“, die Kinderstücke „Till Eulenspiegel“ und „Die Händlerin der Worte“, Klassik-Konzerte, Gitarren- und Akkordeonkonzerte, Rock-Konzerte, Silent-Disco, Bühnenakrobatik, Kabarett und Kleinkunst, das Cäcilienkonzert unserer Stadtmusikkapelle, das Benefiz-Semesterkonzert unserer Landesmusikschule, Empfänge und Kongresse, erste Ausstellungen im Foyer, Kultur-Foren, Nachtgespräche, und, und, und … Otto Schenk war da, Erhard Busek war da … und so viele mehr werden noch kommen.
Pläne und Anfragen für die nahe Zukunft gibt es zuhauf. Viele unserer Kulturvereine haben bereits im Kulturquartier veranstaltet, viele andere planen dies gerade. Allein für das Jahr 2018 steht noch so viel auf dem Programm. Bald wird das Kultur Quartier aus dem Kufsteiner Kulturleben nicht mehr wegzudenken sein. Erst jetzt, da wir es haben, merken wir, wie sehr es uns fehlte, als wir noch davon träumten. Und so mancher einstige Gegner und Kritiker unseres Kultur Quartiers ist inzwischen von den Qualitäten und Möglichkeiten dieser Stätte überzeugt und zum Fan geworden. Gut so. Kufsteins Bürgerinnen und Bürger haben sich diese kulturelle Heimat einfach verdient. Niemand trägt finanziellen Profit davon – doch alle haben wir etwas davon, etwas, das man Inspiration, Geist oder einfach nur Esprit nennen kann.
Es gibt Politiker, die immer noch glauben, dass Erfolg allein am Finanziellen festzumachen wäre und dass Kultur nur dann Wert hätte, wenn sie Gewinn abwirft. Sie irren. Sie verkennen den Wert der Freude. Weder die Wiener Staatsoper noch die meisten Schwimmbäder werfen Gewinn ab. Doch ohne sie wären wir ärmer – ärmer an Leben.
Januar 2018: Kufstein forscht nach den besten Ideen
Kufstein ist Universitätsstadt. Seit mittlerweile 20 Jahren blüht und gedeiht das Projekt Fachhochschule Kufstein, welche in englischer Sprache auch gerne als „university of applied sciences“ bezeichnet wird. Mit immer neuen, zeitgemäßen und zukunftsweisenden Studiengängen werden junge, kluge Geister aus aller Welt in unsere Stadt gelockt und können sich hier bilden und entfalten. Dies belebt nicht nur Kultur und Wirtschaft, sondern prägt auch das Ambiente von Kufstein als innovative, junge und weltoffene Stadt in den Bergen. Gleichzeitig ziehen die Absolventen und Absolventinnen nach erfolgreicher und prägender Studienzeit reich an Erfahrungen und Erinnerungen wieder in die weite Welt hinaus und verbreiten die Kunde von der bergumrankten Festungsstadt am grünen Inn.
Damit Kufstein von der Präsenz der vielen Studierenden und ihren wissenschaftlichen und kreativen Impulsen auch ideell und konzeptionell profitieren kann, schreibt die Stadtgemeinde im Jahr 2018 erstmalig einen Studierenden-Preis aus. Gesucht werden Abschlussarbeiten (speziell Masterarbeiten), deren Themen und Ergebnisse einen starken Nahebezug zur Stadtentwicklung und Zukunftsgestaltung von Kufstein aufweisen. Bis Mitte Oktober haben Studierende der Fachhochschule Kufstein Gelegenheit, geeignete Arbeiten einzureichen. Bis zu dreitausend Euro Preisgeld sind möglich – vor allem dann, wenn davon auszugehen ist, dass die entsprechende Idee/Studie/Vision einen nachhaltigen Impuls für die Stadt zu geben vermag.
Ich freue mich schon auf die verschiedenen Einreichungen und hoffe, dass noch viele Generationen von Studierenden mit Freude und Nostalgie an ihre Zeit in unserer Stadt zurückdenken.
November 2017: Die Kufsteiner Nachtgespräche laden zum Wort
Als Ende September das Kulturprogramm der Stadt Kufstein für die Saison 2017/18 präsentiert wurde, fielen gleich mehrere Neuerungen auf: etwa das Highlight „Klassik am See“, bei dem schöne Töne ihren Weg zum Hechtsee finden, oder das Gastspiel der deutsch-türkischen Theatergruppe „Halber Apfel“, welche gekonnt Vorurteile beider Kulturen in eine Boulevardkomödie mit Lachgarantie verwebt. Besonders freut es mich aber, dass mit den „Kufsteiner Nachtgesprächen“ eine neue Art der Veranstaltung Einzug hält.
Kunst und Kultur sind keine Synonyme. Zur Kultur gehört viel mehr als nur die Freude an Schönheit und Ästhetik. Es gibt ja auch die Gesprächskultur, die Kultur der Debatte, die Kultur des kritischen Denkens. Mit den Kufsteiner Nachtgesprächen werden wir in den kommenden Jahren führende, deutschsprachige Experten zu schwierigen und zugleich spannenden Themen in die Stadt holen. Erhard Busek wird am 2.2. zum Thema „Europa – wohin?“ referieren, Verena Nowotny am 1.3. zum Thema „Supermacht China – Chance oder Bedrohung“.
Den Anfang aber machte der Philosoph Michael Schmidt-Salomon mit dem Thema: „Die Grenzen der Toleranz“. Wir schätzen unsere offene Gesellschaft mit ihrem zentralen Wert der individuellen Freiheit; dem Recht, selbst über unser Leben zu bestimmen und nach eigner Façon glücklich zu werden. Doch diese Form der Gesellschaft sei in Gefahr. Bedroht sei sie sowohl durch einen sich stets faschistischer gebärdenden Islam sowie durch jene, die das Rad der Zeit zurückdrehen wollen und zur Verteidigung des „christlichen Abendlandes“ aufrufen. Beide Bewegungen haben, so Schmidt-Salomon, viel gemeinsam. Grenzenlose Toleranz spiele beiden Seiten in die Hände und untergrabe unsere offene Gesellschaft.
Ganz egal, ob Sie nun einen bestimmten Standpunkt teilen oder nicht, bei den Nachtgesprächen geht es darum, in die Nacht hinein zu diskutieren. Kommen Sie vorbei, widersprechen Sie, argumentieren Sie! Eine gesunde Streitkultur ist tausendmal besser als grimmiges Schweigen.
September 2017: Bühne frei für die Kultur!
Eine neue Ära in Kufsteins Geschichte der Kunst und Kultur hat begonnen. Theater, Saal und Foyer des neuen Kulturquartiers öffneten sich Anfang September zum ersten Mal fürs Publikum: Wir erlebten die besten außerberuflichen Bühnen Österreichs beim schauplatz.theater Festival. Wir freuten uns über einen bunten Reigen der Attraktionen am Tag der feierlichen Eröffnung. Otto Schenk stand auf der Bühne, gefolgt von einem Wunderlichen Varieté-Abend. Und das war erst der Anfang.
Als Kulturreferent werde ich mein Möglichstes tun, damit unser Kulturquartier würdig bespielt wird. Vor allem liegt es mir am Herzen, dass Kufsteins Kunstschaffende und Kulturtreibende sich dort wohl fühlen und die Säle mit Leben erfüllen. Das Kulturquartier soll sowohl für Kongresse, hochkarätige Vortragende und Hochkultur von außen, sowie für lokale Kunst-Highlights ein Ort der Begegnung und Inspiration sein.
Naturgemäß wird es eine Weile dauern, bis sich alles eingespielt hat. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir das Kulturquartier in naher Zukunft mit kleineren Add-ons noch verbessern könnten, etwa mit mobilen Elementen mit integrierter Beleuchtung für die bessere Bespielung des Foyers mit bildender Kunst, etc. Es wird noch viel geschehen. Gemeinsam mit Kufsteins Kunstschaffenden wollen wir nach bestmöglichen Lösungen streben.
Viele Menschen werden sich in künftigen Jahren und Jahrzehnten an der Existenz des Kulturquartiers erfreuen. Und alle sind wir jenen zu Dank verpflichtet, die sich in der Vergangenheit so unermüdlich darum bemüht haben, dass dieser Traum Wirklichkeit wurde. Auch ich möchte hiermit noch einmal unserem Bürgermeister, den Gemeinderäten, den Mitarbeiter*innen der Stadtgemeinde (ob Stadtmarketing, Bauausschuss, etc.), kurzum allen die konstruktiv ihren Beitrag zum Kulturquartier geleistet und die Wege geebnet haben, meinen Dank aussprechen. Bühne frei!
Juli 2017: Ein Hauch von weiter Welt
Es ist schön, Teil eines großen Ganzen zu sein – vor allem dann, wenn dieses große Ganze so friedensstiftend, zukunftsweisend und völkerverbindend ist, wie die International Baccalaureate Organization (IBO). Was ist das genau? Gegründet im Jahre 1968 ist die IBO heute ein weltweiter Zusammenschluss von 4.300 Schulen, über 75.000 Lehrerinnen und Lehrern und über 1,3 Mio. Schülerinnen und Schülern mit gemeinsamem Lehrplan und gemeinsamer Philosophie.
Nach Jahren der intensiven Vorbereitung, der speziellen Schulung sämtlicher Lehrkräfte und der Erfüllung aller nötiger Kriterien ist die International School Kufstein (ISK) fortan Teil dieser internationalen Gemeinschaft und darf sich seit wenigen Monaten mit dem Titel „IB World School“ schmücken. Neben der österreichischen Zentralmatura schließen die Schülerinnen und Schüler mit dem „International Baccalaureate“ ab, welches die Wege zu erstklassiger Universitätsbildung ebnet.
Als Referent für die Fachhochschule und Internationale Schule freut es mich sehr, dass unsere ISK künftig diesen besonderen Titel tragen darf. Der Fokus auf internationale Vernetzung innerhalb der IBO eröffnet viele Möglichkeiten. Schon jetzt kollaborieren die Lehrkräfte der ISK mit Kolleginnen und Kollegen rund um die Welt und tauschen Erfahrungen aus. Die Schülerinnen und Schüler werden es ihnen bald gleichtun.
Im sogenannten „mission statement“, dem Leitspruch der IBO, heißt es: „Unser Ziel ist es, wissbegierige, kenntnisreiche und mitfühlende junge Menschen heranzubilden, die dabei helfen eine bessere und friedlichere Welt durch interkulturelles Verständnis und gegenseitigen Respekt erstehen zu lassen.“ Auch Klimaschutz, kritisches Denken sowie das nötige Vermögen, zwischen Fakten und Fake-News zu unterscheiden, spielen im IBO-Lehrplan eine große Rolle.
Schön, dabei zuzusehen, wie das Bildungsangebot in unserer Festungsstadt wächst und gedeiht.
Mai 2017: Reges Interesse am neuen Kulturquartier
Es war in den Iden des März als sich Kufsteiner Kulturschaffende in der Theatergasse im Herzen unseres neuen Kulturquartiers versammelten, um Interessantes und Wissenswertes über das künftige Aussehen und die Bespielungsmöglichkeiten der beiden Säle und des Foyers in Erfahrung zu bringen.
Nach einer kurzen Führung durch die Räumlichkeiten, wo derzeit eifrig gebaut und gearbeitet wird, versammelte man sich im Seminar-Raum des Arte-Hotels. Groß war der Andrang. Rund vierzig Personen – Vertreter und Vertreterinnen vieler heimischer Kunst- und Kulturvereine – nahmen an der Veranstaltung teil. In einem kurzweiligen Vortrag führte der Architekt Johannes Wiesflecker, der für den Innenausbau des Kulturquartiers verantwortlich zeichnet, in seine Pläne und sein stimmiges Gesamtkonzept ein. Farbenfrohe Visualisierungen vermittelten ein recht gutes Bild davon, wie die Säle in fertigem Zustand schon bald ihr Publikum willkommen heißen werden. Es gab viele Fragen der Kulturschaffenden, welche Herr Wiesflecker zu beantworten wusste.
In einem zweiten Vortrag gab Mag. Thomas Ebner vom Stadtmarketing Kufstein Einblick in die geplante Marketingstrategie rund ums Kulturquartier. Viele für die Kulturvereine wichtige Fragen zur Bespielung der beiden Säle (Miete, Anmeldung, Terminfindung, etc.) wurden besprochen.
Ich bedanke mich bei unseren Kufsteiner Kulturschaffenden für das rege Interesse, vor allem aber bei Thomas Ebner und Johannes Wiesflecker für die Vorträge und die Organisation dieses dritten Kufsteiner Kulturforums. Im Herbst wird unsere neue kulturelle Heimstätte endlich ihre Pforten öffnen und dies bereits mit einem sehr bunten Strauß von Veranstaltungen. Ein Theaterfestival, ein Musical, spannende Vorträge, Musik, Kabarett, Varieté und mehr stehen auf dem Programm.
Übrigens: Falls jemand Interesse hat und noch nicht auf meiner Mailing-Liste für die Kulturforen ist – ein kurzes Email an klaus.reitberger@gmail.com genügt.
März 2017: Kufsteins Kultur auf einen Blick
Nach fulminantem Start ist das Kulturjahr 2017 bereits in voller Fahrt. Ich durfte im Januar und Februar einer ganzen Reihe von Veranstaltungen beiwohnen – ob Theater, Kabarett, Musik, etc. – und konnte mich einmal mehr von der schönen Vielfalt unseres Kulturlebens überzeugen.
Als wichtige Orientierungshilfe im reichhaltigen Angebot der vielen Kultur-Events dient mir dabei der schön gestaltete Veranstaltungskalender, welcher vom TVB Kufsteinerland mit Unterstützung des Stadtmarketing betreut wird. Wer diesen Kalender noch nicht kennt, sollte ihn kennenlernen: Einfach auf kufstein.com oder www.stadt.kufstein.at den Links folgen. Mit den angebotenen Detailfiltern kann man die Suche nach Events beliebig nach räumlicher, zeitlicher und thematischer Dimension eingrenzen – ein hervorragendes Werkzeug zur Orientierung in der schönen Flut der Attraktionen. Aber nicht nur online ist der Veranstaltungskalender zu finden. Auch im Stadtmagazin und anderen Formaten wird immer wieder auf die dort platzierten Veranstaltungen in unserer Stadt hingewiesen. Großartig.
Schade ist allerdings, dass einige Kulturvereine und -veranstalter diesen praktischen Event-Kalender immer noch nicht nutzen. Dabei gibt es keine rationalen Gründe, diese Möglichkeit der Gratis-Werbung nicht in Anspruch zu nehmen. Sie bietet nur Vorteile. Deshalb meine Bitte an alle Kulturtreibenden unserer Stadt: Bitte meldet eure Events unter folgendem Link an: https://www.kufstein.com/de/veranstaltungen-tirol-kultur/event-melden.html. Dort geben die Zuständigen ihr Bestes, um alle Events in Windeseile im Kalender zu platzieren. Dies dient auch der terminlichen Koordination. Viele Kulturvereine melden ihre Events schon lange vorher an, sodass andere bei der Planung darauf Rücksicht nehmen können. Lasst uns gemeinsam vermeiden, dass zu viele Events am selben Tag stattfinden. Dies verhilft uns allen zu mehr Publikum. Weg vom Konkurrenzdenken – hin zur Zusammenarbeit.
Januar 2017: Mit feuriger Farbenpracht ins neue Jahr!
Manche Traditionen sind zu schön, als dass man zulassen könnte, dass sie verschwinden. Das Vorsilvesterfeuerwerk in Kufstein gehört für mich ebenso sehr zum Jahresbeginn wie der Radetzky-Marsch beim Neujahrskonzert. Ein Feuerwerk ist mehr als Farbe, Knall und Rauch. Es ist ein Zeichen der Freude, ein Fest. Man feiert den Beginn einer neuen Zeit. Und das gelingt am besten mit einem Hauch von Zauber, mit jenem Staunen in unseren Augen angesichts der feurigen Farbenpracht am Wintersternenhimmel über der strahlenden Burg.
Es freut mich, dass das neue Konzept, bei dem es Kufsteiner Gastronomiebetrieben selbst freistand, sich mit einem Reigen von Ideen in die Feierlichkeiten einzubringen, so regen Anklang gefunden hat. Über 4000 Besucher*innen konnten das Feuerwerk vom Stadtzentrum aus genießen – wohl mit etwas mehr Besinnlichkeit als in den letzten Jahren. Das Vorsilvester wurde gewissermaßen den Kufsteinerinnen und Kufsteinern zurückgegeben – und das ist schön.
Kulturell wird sich dieses Jahr viel ereignen. Höhepunkte aller Genres warten auf uns. Mit der Eröffnung der beiden Säle im neuen Kulturquartier wird Kufsteins Kunst- und Kulturszene ein neues Zentrum bekommen.
Ich freue mich schon auf viele Theaterstücke unserer regen Vereine, auf viele Konzerte unserer emsigen Musikveranstalter*innen – von der Klassik, über Jazz bis hin zu Doom Metal. Ich freue mich auf Lesungen, auf Kabarett, auf Vernissagen, auf den Operettensommer, auf Feste und Umzüge, auf zeitkritische Vorträge, auf Film-Vorführungen und mehr. 2017 wird wieder ein buntes Jahr der vielfältigen Kulturangebote werden und ich bin stolz und froh meinen Beitrag leisten zu können, damit sich Kulturschaffende in unserer Stadt wohlfühlen und sich möglichst frei entfalten können. Auch das Kufsteiner Kulturforum als Ort des Austausches und der Ideenfindung wird es wieder einige Male geben.
Ich freue mich auf das Kulturjahr 2017.
November 2016: Die wahre & grüne Zukunft unseres Stadtparks
Auch wenn der Herbstwind diverse Gerüchte über die Zukunft des Stadtparks an unsere Ohren trägt, sollte man nicht den Blick für die Fakten verlieren. Als Fachhochschulreferent habe ich mich eingehend mit dem Thema beschäftigt und stelle hier den Sachverhalt so dar, wie er sich rein sachlich – und nicht durch die Brille parteipolitischen Kalküls – darstellt:
Die Fachhochschule ist für Kufstein von immenser Bedeutung. Sie ist ein Juwel, das es zu erhalten und zu fördern gilt. Mehr als 2000 Studierende erlernen derzeit in unserer Stadt das Know-how für eine mutige Zukunft und machen unsere Stadt jünger, schlauer und fortschrittlicher. Über 500 Mitarbeiter*innen helfen ihnen auf diesem Weg. Damit eine Bildungsstätte wie diese überleben kann, muss sich auch weiter wachsen dürfen.
Die neuen Pläne sehen eine Erweiterung auf der Fläche der derzeitigen Fahrradständer und nach Norden in Richtung Parkcafé vor. Der Kernbereich des Parks inkl. Spielplatz bleibt davon völlig unberührt. Zieht man die bereits bestehenden Fahrradständer und die geplante WC-Anlage ab (Diese werden in den Zubau integriert.), so bleiben 98% der bestehenden Freifläche erhalten. Der Stadtpark Kufstein bleibt auf jeden Fall über 10.000 Quadratmeter groß.
Die Pläne gehen mit dem Vorhaben einher, sich künftig von Seiten der FH und der Stadt stärker um eine Begrünung und Belebung des Stadtparks zu kümmern. Erste Pläne für erweiterte Grün- und Wasserflächen, für mehr Bepflanzung und mehr Lebensqualität im grünen Herz der Stadt werden bereits erwogen.
Hinzu kommt, dass ein Verbleib der Internationalen Schule am FH-Campus sichergestellt und somit etwas in Österreich Einzigartiges geschaffen wird: eine in einen Uni-Campus eingebundene höhere Schule mit internationaler Ausrichtung. Schön.
Das nächste Mal werde ich mich wieder dem Thema Kultur widmen. Ich bedanke mich bei allen Teilnehmer*innen des 2. Kufsteiner Kultur-Forums und freue mich schon auf das dritte Anfang nächsten Jahres.
September 2016: Wer fremde Städte nicht kennt …
Johann Wolfgang von Goethes Worte „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ lassen sich nicht nur auf Sprachen, sondern auch auf Städte anwenden. Erst durch den Vergleich mit anderen Orten, die man erlebt und durchwandert hat, lernt man die eigene Heimat noch mehr zu schätzen. So habe ich diesen Sommer wieder einmal meine Fernwanderstiefel hervorgeholt und so manche Gegenden durchwandert – im Osten Österreichs, im Süden Frankreichs und in Katalonien. Es ist erstaunlich wie viele Städte und Dörfer es gibt, die – obzwar historisch teils bedeutender als Kufstein – allmählich im Schwinden begriffen sind. Die Jugend wandert in die Metropolen ab, die Bevölkerung überaltert, Gebäude verfallen, die Wirtschaft stagniert. Ratlos sucht man dem Sinken der Einwohnerzahl Einhalt zu gebieten, doch man scheitert.
Wie gut steht doch im Vergleich unser schönes Kufstein da. Die Stadt wächst, ist jung, dynamisch und voller Ideen und Innovationen. Kufstein floriert. Zum Teil mitverantwortlich ist dafür natürlich die Fachhochschule, welche viele kreative Geister und junge, aufstrebende Menschen in unsere Stadt holt. Auch die International School motivierte bereits die eine oder andere Familie, sich in der Region anzusiedeln.
Kufstein wird bunter, globaler und internationaler. Davon profitiert wiederum auch unser Kulturleben, das sich diesen Sommer wieder einmal in seiner ganzen Vielfalt zeigte. Neben vielen Kleinkunst- Veranstaltungen sowie dem Kufsteiner Operettensommer zählt das Klassik-Open-Air-Konzert am Unteren Stadtplatz bei Kaiserwetter zu den absoluten Höhepunkten dieses Kultursommers.
Juli 2016: Ein Forum für die Kultur!
Vor noch nicht allzu langer Zeit, am 23. Juni 2016, lud ich zum ersten Kufsteiner Kultur-Forum ein. Kulturveranstalter, Kulturschaffende, aber auch Kulturinteressierte trafen sich in der Arche Noe und diskutierten bei musikalischer Begleitung über das rege Kunst- und Kulturleben der Festungsstadt. Es war ein gelungener Abend. Kontakte wurden geknüpft, Informationen ausgetauscht. Kufsteins Kulturszene präsentierte sich in all ihrer Vielfalt: von der bildenden Kunst über das Theater bis zur Musik und Literatur.
Das Kufsteiner Kultur-Forum soll ein Marktplatz der Ideen sein, ein Dialog der Künste, ein Nährboden gemeinsamer Projekte, ein Netzwerk der kreativen Kräfte. Es ist ein Angebot, mit mir als Kulturreferenten, aber auch mit anderen Kulturschaffenden ins Gespräch zu kommen. Kommunikation ist immer gut. „Beim Red’n kemman d’Leit z’samm.“ Schon manches große Projekt ist beim einfachen Gespräch entstanden. Inspirieren wir einander! Dies ist Zweck und Sinn dieses von nun regelmäßig stattfindenden Forums. Für den Herbst sind weitere Termine geplant.
Von der Vielfalt des Kunst- und Kulturlebens unserer Stadt konnte ich mich in den letzten Monaten auch bei vielen Veranstaltungen überzeugen. Nach zwei Abenden im bunten Treiben von „KUFSTEIN unlimited“ besuchte ich am Morgen danach das 50-Jahr-Jubiläum der Kufsteiner Jagdhornbläser, die mich mit dem Jägerchor aus Webers „Der Freischütz“ erfreuten. Welch Schönheit der Kontraste! Sehenswert war auch das „Kufsteiner Salzfassl“, wo sechs herausragende Liedermacher ihr Bestes gaben und ich den Siegern ihren von der Stadt Kufstein gestifteten Hauptpreis überreichen durfte. Auch die „Munde“ am Brentenjoch oder „Onkel, Onkel“ von Günther Grass am BRG Kufstein bleiben mir in Erinnerung. Ich werde mich bemühen, so viele Kulturveranstaltungen wie möglich zu besuchen und wünsche allen Kufsteinerinnen und Kufsteinern einen heißen, kulturreichen Sommer.
Mai 2016: Auf zu neuen Herausforderungen
Was Anfang des Jahres noch unmöglich wirkte, ist nun Wirklichkeit geworden. Als Fachhochschul- und Kulturreferent der Stadt Kufstein werde ich mein Bestes geben. Spannende Zeiten stehen uns bevor. Das Abenteuer hat begonnen.
Es sollte uns bewusster werden, wie wichtig die Fachhochschule (FH) für Kufstein ist. Dank ihr sind wir Universitätsstadt. Sie belebt die Wirtschaft. Sie macht unsere Stadt jünger, fortschrittlicher und grenzüberschreitender. Ein internationaler Hauch weht durch die Straßen. Die FH ist eine Erfolgsgeschichte. Ihre Gründer, Begleiter und Wegbereiter können stolz auf sich sein. Die Bedeutung der FH mit ihren 2000 Studierenden rechtfertigt auch die neugeschaffene Funktion des FH-Referenten. Als Astrophysiker bin ich es gewohnt, mich in komplexe Phänomene einzuarbeiten. So werde ich mich nun denn in die FH einarbeiten, sie auf allen Ebenen verstehen lernen und ihr und unserer Stadt zu einer beidseitig befruchtenden Zukunft verhelfen.
Dabei stehen zahlreiche Herausforderungen an. Es gilt neue Wachstumsmöglichkeiten für die FH zu finden, ohne dabei die von den Kufsteiner*innen liebgewonnenen Grünflächen im Herzen der Stadt zu gefährden. Auch die weitere Entfaltung unserer International School – ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt – verspricht spannend zu werden.
Aber nun zur Kultur! Viele Kufsteiner*innen kennen mich wohl von so mancher Lesung oder Theatervorstellung. Die Harmonie und Vielfalt der Kufsteiner Kunst- und Kulturszene sind mir ein Anliegen. Von der Musik über Literatur bis zur bildenden Kunst, von der Avantgarde bis zum Traditionsverein – alles soll bei uns Platz finden. Àpropos Platz: Mitte 2017 eröffnet das neue Kulturquartier seine Pforten. Ich freue mich auf die Belebung dieses neuen, einmaligen Veranstaltungsortes. Schon bald möchte ich ein „Kultur-Forum“ etablieren, bei dem sich Kufsteins kreative Kräfte regelmäßig besprechen können. Kulturschaffende aller Künste – ihr hört von mir.







