7. Nacht der Kunst

Bei der 7. Nacht der Kunst am 6. Februar lud die Stadtgemeinde alle Kunst-Vereine und Künstler:innen ein, die das Kalenderjahr 2025 zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Mit Preisen bedacht wurden von unserer Jury die folgenden Leistungen.

Die Preisträger:innen:

1. Bestes Theaterstück für Kinder: „Durchanond im Märchenland“ – Heimatbühne Kuftein

2. Beste Performance- & Bewegungskunst: Verein Freigeist – Pole Dance

3. Bestes Kunsthandwerk: Fastenkrippenbau von Heinz Sappl

4. Beste Kunst-Ausstellung: Galerie Dialog – Bildhauersymposium Spurwechsel

5. Preis der Stadt Kufstein: Streicherensemble der Musikschule Kufstein unter der Leitung von Bahram Pietsch

6. Beste Avantgarde-Musik: Klangfarben Kulturverein

7. Beste Musikveranstaltung: Da G’schupfte Ferdl – Kulturverein Wunderlich

8. Beste Foto-Kunst: Fotografie von Alexander Horejs

9. Beste Literaturveranstaltung: Sprachsalz – Internationale Tiroler Literaturtage Kufstein

10. Bester Nachwuchskünstler: Elia Ritter für seine Rolle in „Vincent will Meer“ beim Theater in der Arche Noe

11. Bestes Theaterstück: Hamlet – Stadttheater Kufstein

12. Bestes Jahresprogramm: Theater in der Arche Noe / Verein Arche Noe

13. Herausragende Leistung eines Künstlers Klaus Weninger

Und hier meine Eröffnungsrede zum Nachlesen:

Herzlich willkommen allerseits, zur siebenten Nacht der Kunst, bei welcher wir diesmal auf das vergangene Kalender 2025, das letzte Jahre des ersten Viertels der 21. Jahrhunderts, Rückschau halten wollen – und uns daran erinnern möchten, welche künstlerischen Höhepunkt es in diesem seltsamen Jahr hier bei uns in Kufstein gegeben hat.

Es war ein Jahr, das gewiss an niemanden spurlos vorüber gegangen ist, ein Jahr das tiefe Furchen gegraben hat, ein Jahr, dass – vor allem gesamtgesellschaftlich und weltpolitisch betrachtet – nicht immer leicht zu ertragen war. Wir leben in verstörenden Zeiten. Dieser Satz gilt nicht nur für 2025, er gilt für die ersten Wochen des neuen Jahres umso mehr.

Alte Gewissheiten verschwinden zunehmend. Mit dem gestrigen Tag stehen Amerika und Russland zu ersten Mal seit fünfzig Jahren ohne nuklearen Abrüstungsvertrag da und ein neues Wettrüsten scheint denkbar. Begonnen hat das Jahr mit der Drohung, dass ein Nato-Land, dem anderen mit militärischer Gewalt Gebiet streitig macht, was das Ende einer über 70 währenden Weltordnung bedeuten würde. Denken wir an die Tausenden Leute, die jetzt eben frierend und ohne Licht in den stromlosen Wohnungen Kiews sitzen. Denken wir an den andauernden Völkermord im Sudan. Denken wir an die CO2 Konzentration in der Atmosphäre, die schneller wächst als je zuvor und in diesen Tagen zum ersten Mal seit fünf Millionen Jahre die 430 ppm übersteigt. Denken wir an KI, deren Fähigkeiten und Möglichkeiten weiter wuchern und mitnichten einer ethischen Kontrolle unterliegen. Immer größer wird nach statistischen Erhebungen die Zahl jener Menschen, vor allem junger Menschen, die kein Vertrauen mehr in die Zukunft und keine Hoffnung auf ein besseres Morgen haben.

Foto: Yasmin Jiménez Aguilera

Bei all dem stellt sich vielleicht vielen die Frage: Wie nicht verzagen? Wieso sich da noch ehrenamtlich engagieren, um Säle zu füllen und Unterhaltung zu bieten. Warum also noch Kunst machen?

Und die Antwort ist: Weil es gerade jetzt wichtiger ist denn je. Neben all den Dingen, die Kunst vermag, war eine ihrer Hauptfunktion schon immer, den Menschen in schwierigen Zeiten Halt zu geben, den Menschen Trost zu spenden – und Hoffnung – und Zuversicht – und einen Hauch von Glück. Mit der Kunst besinnen wir uns aufs Gute im Menschen, auf die Großartigkeit unserer Schaffenskraft, auf unser Vermögen, einander zu bezaubern. Es geht dabei nicht darum, die Wirklichkeit schönzureden und die Probleme unserer Zeit zu verdrängen. Vielmehr soll Kunst in Erinnerung rufen, dass es neben allen Schattenseiten des Daseins auch fantastische Sternstunden und Lichtmomente gibt, in den Menschen Kunstwerke schaffen, die ihre Zeit überdauern und nie aufhören, andere zu inspirieren und zum richtigen Handeln anzuregen.

Denn was immer man über den Menschen auch Schlechtes sagen kann, man wird nie leugnen können, dass er fantastische Kunstwerke geschaffen hat – in der Literatur, auf den Bühnen der Welt, in der Klängen der Musik, in Formen und Farben. Kunst gibt uns etwas, worauf wir als Menschen guten Gewissens stolz sein können – und das uns zuversichtlich stimmt, auch die Probleme der Gegenwart meistern zu können. Dies gilt im Großen, doch auch im Kleinen, auch in der Kleinstadt, auch in Kufstein.

Unsere Kunstvereine und Künstler:innen haben im Jahr 2025 wieder Zehntausende Menschen begeistert, sie erfreut, sie jubeln lassen, ihnen Hoffnung, Besinnung und schöne Gedanken geschenkt. Ihnen Trost gespendet. Und das ist so wichtig – nicht nur, was die Wirkung auf die breite Masse, sondern auch auf den Einzelnen betrifft. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie einzelne, besondere, junge Menschen, durch ein Theaterstück, durch ein Musikerlebnis, durch Literatur – oft erlebt in kleinen Städten – eine Art Erweckungserlebnis erfahren, das ihr Leben in neue Bahnen wirft und sie später selbst zu großen Künstler:innen überregionalen Ranges werden lässt. Gerade die Jugend muss inspiriert und mitgerissen werden, muss darauf aufmerksam, wie wichtig Kunst und wie sehr diese Hoffnung zu geben vermag. Deshalb ist es so wichtig, dass auch Kleinstädte wie Kufstein ein möglichst dichtes, möglichst vielfältiges künstlerisches Leben haben – und da sind wir fantastisch aufgestellt.
Wir haben Musikrichtungen aller Genres, wir haben Trachtenvereine und Literaturfestivals, wir haben Circus und Kabarett, wir haben Galerien und Tanz, Skulpturen und Streetart … und sehr viel Theater. All das vermag so viel. Und all dies haben wir dank euch … ihr emsigen Zauberer:innen der Kufsteiner Kunstszene, die ihr heute hier bei dieser „Nacht der Kunst“ versammelt seid.
Es ist auch wichtig, dass wir Feste wie diese haben. Dass wir als Stadtgemeinde Kufstein uns bei euch allen erkenntlich zeigen und uns gemeinsam erinnern an die Höhepunkte des vergangenen Jahres. Und deshalb sind wir heute hier.

Wiederaufnahme der „Kosmischen Strahlen“!

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2015 gibt es eine Wiederaufnahme dieses Erfolgsstückes aus dem Jahr 2012. 

Zwei Aufführungen stehen an: am 14. Oktober in Kufstein und am 17. Oktober in Münster, Westfalen

Reservierungen für den Kufstein-Termin unter +436769161457 oder klaus.reitberger@gmail.com

Infos zum Gastspiel in Münster finden Sie hier

In bewegenden Episoden zeigt dieses Theaterstück ausgewählte Momentaufnahmen aus dem Leben von Victor F. Hess, dem Entdecker der kosmischen Strahlung. Von der dramatischen Ballonfahrt 1912 bis zur Flucht vor den Nazis, vom Disput mit Millikan bis zur Verleihung des Nobelpreises – hautnah am Leben werden Erfolge und Höhepunkte, Rückschläge und Niederlagen szenisch dargestellt.

Nach bisherigen Aufführungen in Innsbruck, Kufstein und Wien gehen die „Kosmischen Strahlen“ im Herbst auf Tournee:

Unsere Tournee:

  • am 9. September ein letztes Mal in Kufstein ( 19.00 Kulturhaus) mit anschließenden Vortrag über offene Rätsel der Astro- und Teilchenphysik von Klaus Reitberger
  • am 19. September in Graz (20.15 Uhr , Universität Graz, Hörsaal 05.01) – Details
  • am 20. September auf Schloss Pöllau (20.00 Uhr, Großer Freskensaal) – Details
  • am 21. Oktober auf Stift Melk (16:00 Uhr, Dietmayrsaal) – Bilder
  • am 30. Oktober in Siegen (11.00 Uhr, Siegerlandhalle) – Plakat
  • am 6. Dezember in Berlin (DESY Zeuthen) – Details
  • am 17. Januar in Rosenheim (FH) – Details
  • am 14. Oktober 2015 im Kulturhaus Kufstein (Beginn: 20.30 Uhr)
  • am 17. Oktober 2015 beim Astroseminar der WWU Münster – Details

Wir haben Anfragen für weitere Gastspiele und sind gerade dabei diese zu konkretisieren. Bei Interesse: +43 699 10811013

Video-Ausschnitt:

Das Buch zum Stück:

Bei der university press innsbruck erschien vor kurzem das Buch zum Stück – jetzt auch in englischer Sprache. Als Übersetzter fungierte Arthur Breisky – der Enkel von Victor F. Hess

Beide Versionen sind erhältlich auf amazon

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Pressestimmen:

„Zum Theaterstück kann ich sagen, dass mich die eingesetzten Bühnenbilder sehr beeindruckt haben, beispielsweise kam gleich am Anfang der Aufführung ein riesiger Heißluftballon zum Einsatz, welcher auf der kleinen Bühne des Kulturhauses eine große Wirkung erbrachte. Ebenfalls positiv wirkte auf mich, dass das Wechseln der Bühnenbilder nicht hinter verschlossenen Vorhängen geschah, sondern so, dass jeder es sehen konnte. Außerdem fand ich es toll, dass Klaus Reitberger diesmal nicht nur als Regisseur, sondern auch als Schauspieler – wenn auch nur in einer kleinen Rolle – fungierte. Ganz allgemein wurde dieses doch eher schwierige Thema der Kosmischen Strahlen gut verständlich und sehr spannend umgesetzt. Die schauspielerischen Leistungen waren allesamt top, besonders die Rolle des Victor F. Hess wurde hervorragend und absolut authentisch gespielt.“

Isabella Traunfellner – mein ticket

Stückbeschreibung:

Wir schreiben das Jahr 1912: Nach Jahren der Vorbereitung wagt der Physiker Victor Franz Hess eine riskante Ballonfahrt auf über 5000 Meter Höhe. Nur dort kann er Antwort finden auf ein Rätsel, das ihn schon lange beschäftigt. Das Experiment gelingt. Sensationelle Messergebnisse liefern den Nachweis einer bisher unbekannten Strahlung aus dem Weltraum.

Zurück am Boden scheint sich die Welt vorerst nicht sehr für Hess‘ Entdeckung zu interessieren. Als Jahre später einem Amerikaner ebenfalls die Messung dieser merkwürdigen „kosmische Strahlung“ gelingt, wird dieser als ihr Entdecker gefeiert. Späte Würdigung erfährt Hess erst im Jahre 1936. Der Physik-Nobelpreis wird ihm verliehen.

Doch auch die Welt der Wissenschaft bleibt von den politischen Ereignissen nicht unberührt. Es bricht eine Zeit an, in welcher kritisches Denken unerwünscht und schließlich gar verboten ist. Hess hat aus seiner Gesinnung nie einen Hehl gemacht und wagte stets den Nationalsozialismus offen zu kritisieren. Dafür wird ihm nun alles genommen: Stellung, Ansehen, Besitztümer. Im Herbst 1938 kann er sich gerade noch rechtzeitig über die Grenze in die Schweiz und weiter nach Amerika flüchten. Seine Heimat hat ihn verstoßen.

Entstehungsgeschichte:

Das Theaterstück entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck. Der Autor selbst (Regisseur zahlreicher Inszenierungen beim Stadttheater Kufstein) ist dort als Doktorand auf dem Gebiet der experimentellen Astroteilchenphysik tätig. Wertvolle Hilfe bei historischen Detailfragen wurde uns überdies von Seiten der Victor-Franz-Hess Gesellschaft zuteil.

Die Schauspieler:

Hanspeter Teufel als Victor F. Hess

Franz Osl als Hauptmann Hofory / Rudolf Steinmaurer / Grenzer und Polizist

Stefan Schimmele als E. Wolf / Student

Maria Kaindl als Rosa Breisky

Klaus Reitberger als ein Künstler

Spieldauer:

ca. 1 Stunde

Die drei Herren im Ballon

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Rettungsboot an Unbekannt

Plakat-mix Kopie

Zum Stück:

Nach einem tragischen Schiffsunglück befinden sich drei Überlebende an Bord eines kleinen Rettungsbootes. Es bleibt nicht viel Zeit. Der Proviant wird bald zur Neige gehen. Ein Funkspruch hinaus ins Unbekannte – die letzte Hoffnung der Schiffbrüchigen – bleibt jeden Tag aufs Neue ohne Antwort.
Misstrauen macht sich breit. Zu zweit könnte man viel länger überleben, als zu dritt. Was, wenn zwei sich gegen einen verbünden?  Doch es gibt noch ganz andere Fragen. War das Schiffsunglück wirklich nur ein Unfall? Oder war es ein Anschlag? Ist einer der drei Überlebenden gar selbst der Attentäter?

„Rettungsboot an Unbekannt“ ist die Geschichte dreier Menschen im nackten Kampf ums Überleben. Wer spricht die Wahrheit? Wem kann man glauben? Ein jeder hat eine Geschichte. Ein jeder hatte Hoffnungen und Träume. Doch alles zerschellt im Angesicht der nahenden Vernichtung. Es sei denn, dass doch noch Hilfe käme …

URAUFFÜHRUNG: Sa 28. März um 20.00 Uhr im Kulturhaus Kufstein

In den Hauptrollen: Albin Winkler, Maria Kaindl, Klaus Reitberger

Der Flyer zum Download als pdf

Probenfotos:

Dank an unsere Fotografin Sylvia Größwang.