Neulich, als ich durch die beeindruckenden Schauräume des Museo de la Ciencias in Valencia flanierte, dachte ich daran, wie gut es den vielen Klimawandelleugner:innen doch tun würde, einmal wieder ein halbwegs passables Wissenschaftsmuseum zu besuchen.
Dazu muss man gar nicht weit fahren. Auch das Deutsche Museum in München, das Haus der Natur in Salzburg, das Naturhistorische Museum in Wien, ja sogar Stift Melk, haben hervorragende Exponate und Schautafeln, die die Physik des anthropogenen Klimawandels anschaulich und nachvollziehbar erklären und deren mehr als ernstzunehmendes Bedrohungspotential mit eindrucksvollen Vergleichen untermauern.
Dort würden diese Leute erkennen, dass jene Darstellung, die sie immer wieder der angeblich „linken Lügenpresse“ zuschreiben, auch von vielen namhaften Museen – und von der universitären Lehre sowieso – geteilt wird und schlichtweg einhelliger Konsens aller qualifizierten Institutionen ist.
Aber leider – Museen besuchen diese Leute nur selten. Sie basteln sich aus Netzfunden unqualifizierter Provenienz versatzstückhaft ihre eigene Realität; lesen aus Statistiken heraus, was gar nichts drin steht; bedienen sich wiederholt des Argumenti ad hominem ohne dieses als logischer Fehlschluss zu erkennen; springen ohne logische Folgerichtigkeit von einem Thema zum anderen und suggerieren ernsthaft, dass zig Qualitätsmedien, wissenschaftliche Journale, Museen, Universitäten und Regierungen sich einhellig miteinander verschworen hätten, um der Welt eine fiktive Bedrohung vorzugaukeln.
Dabei reicht schon ein klein wenig naturwissenschaftliche Bildung und Recherche, um zu erkennen, dass dem nicht so ist. Aber Recherche dient manchen anscheinend nur dazu, die eigenen Vorurteile zu untermauern anstatt sie in Frage zu stellen. Der damit einhergehende Confirmation Bias macht blind für alles, was die eigene vorgefasste Meinung bedrohen könnte. Dazu finden sich in den Kommentarzeilen vieler meiner Beiträge anschauliche Beispiele.
Ich empfehle, es mit Humor zu nehmen, gerade deshalb weil die Lage ernst ist. Die Leugner:innen des anthropogenen Klimawandels sind glücklicherweise eine Minderheit geworden. Man sollte sich von ihnen nicht die Laune verderben lassen, sondern sie als alltägliche Unterhaltung empfinden – so wie ein mäßig gutes Meme, das in etwas anderer Art und Weise immer wieder denselben Nonsens erzählt, gelegentlich aber auch mal so richtig lustig ist.
